Montag, 21. August 2017

IDM*Superbike: Reiterberger holt vorzeitig den Titel

Es ist vollbracht. Die IDM Superbike 1000 hat sich im Rahmen der Superbike-WM auf dem Lausitzring eindrucksvoll präsentiert. Markus Reiterberger holte seinen dritten Titel in Deutschlands höchster Motorradstraßenrennsportserie und lieferte einen bravourösen Einsatz als Wildcard-Fahrer in der Weltmeisterschaft ab. Die IDM setzte mit jeder Menge Action ein sportliches Achtungszeichen und 31.400 Fans sahen zu.
Markus Reiterberger war als IDM Superbike 1000-Führender in die Lausitz gereist, wo sein härtester Konkurrent Danny de Boer ausfiel. Der VanZon Remeha-BMW-Teamkollege hatte sich einen Nerv im Rücken eingeklemmt und konnte nicht fahren, wie sich im freien Training schnell herausstellte. Der Niederländer trat die Heimreise an. Zwei Siege von Markus Reiterberger, den alle nur „Reiti“ nennen, reichten dann zum vorzeitigen Titelgewinn. Im BMW-Team knallten die Korken. Der Meisterschaftssieg des Bayern kam nicht überraschend. Er hat bis auf einen Lauf beim Saisonauftakt im Regen auf dem Nürburgring alle Rennen überlegen gewonnen. Der 23-Jährige kämpfte um seine Reputation für die Rückkehr in die Superbike-WM, die er am Jahresbeginn nach einer Rückenverletzung und wenig Rückhalt im Team verbittert verlassen hatte.


Dass er in der WM richtig aufgehoben wäre, bewies er bei seinen Wildcard-Einsätzen mit den Plätzen 13 und 9, die er mit seinem bewährten IDM-Team absolvierte. Wie wichtig ihm dabei der IDM-Titel war? „Enorm wichtig. Ich bin im zweiten Lauf nicht bis zum Anschlag gefahren, habe das Material geschont und das Gas etwas zurückgenommen. Ich wollte um jeden Preis verhindern, dass noch etwas kaputt geht.“

Hinter Reiterberger überschlugen sich die Ereignisse. Stefan Kerschbaumer (Yamaha), Jan Bühn (BMW), Jan Halbich (Honda) und Dominic Vincon (BMW) erwiesen sich im ersten Lauf als kampffreudiges Quartett. Kerschbaumer feierte letztlich zum ersten Mal einen zweiten Platz in dieser Saison und unterbrach die BMW-Dominanz auf dem Podium, auf dem auch noch Bühn stand.

Nach dem zweiten Lauf standen erstmals in diesesm Jahr sogar Fahrer von drei Marken auf dem Siegerpodest. Reiti wurde von Florian Alt (Yamaha) und Jan Halbich (Honda) eingerahmt. Es war eine knappe Sache. Auch Luca Grünwald (Suzuki) hatte seine Ansprüche angemeldet.

Für eine Überraschung sorgte Privatier Marc Neumann. So schnell wie in der Lausitz war er auf der BMW S1000 RR noch nie. Neumann wurde Siebter. Pech hatte die einzige Dame im Feld, Lucy Glöckner. Nachdem die Kawasaki-Pilotin im ersten Lauf als Siebte hinter Florian Alt geklemmt hatte, stürzte sie im zweiten Lauf gleich in der ersten Runde. Die angriffslutige Sächsin hatte vom 10. Startplatz aus schon vor der ersten Kurve fünf Konkurrenten überholt, als ihr der Gang heraussprang. Genau in dem Moment, als die Kupplung zog, sprang der Gang wieder ein. Glöckner wurde in hohem Bogen von der Kawasaki abgeworfen. Das Rennen wurde sofort abgebrochen. Beim Neustart war die 27-Jährige nicht mehr dabei, sondern im Medical Center, in dem keine ernsthaften Verletzungen festgestellt wurden.

In der IDM Superbike 1000-Gesamtwertung hat sich Florian Alt um zwei Plätze verbessert und rangiert derzeit als Vize hinter dem neuen Meister Markus Reiterberger. Jan Bühn rutschte in der Abwesenheit des verletzten Danny de Boer auf den dritten Platz vor. Zwischen den sechs Plätzen hinter Reiterberger ist die Luft dünn. Vom 01. bis 03. September 2017 geht es in Oschersleben erneut zur Sache. Dort findet die nächste IDM-Runde, dann wieder mit allen IDM-Klassen und Markencups.
Aus der IDM Moto3 war Maximilian Kappler auf dem Lausitzring als Wilcard-Fahrer in der WM Supersport am Start. Der Sachse wurde auf der Freudenberg-Yamaha Zehnter. Thomas Gradinger, der IDM Supersport 600-Führende aus Österreich, nahm in seiner Hubraumklasse ebenfalls am WM-Lauf teil und wurde Neunter.

Rockenfeller Sieger in Zandvoort – Ekström erobert Tabellenführung zurück

  • Wittmann wird Sieg nachträglich aberkannt
  • Lokalheld Max Verstappen sorgt für Hype an der Strecke
  • 38.000 Zuschauer besuchen die DTM in Zandvoort

Mike Rockenfeller heißt der Gewinner im Sonntagsrennen im niederländischen Zandvoort. Der Audi-Pilot, der nach 37 Runden als Zweiter die Zielflagge sah, wurde nachträglich zum Sieger erklärt. Er rückte auf, da Marco Wittmann im Anschluss an das Rennen disqualifiziert wurde. Der BMW-Werksfahrer hatte das zwölfte DTM-Saisonrennen als Erster beendet, bei der technischen Nachuntersuchung seines Fahrzeugs war allerdings nicht mehr die vorgeschriebene Restmenge an Benzin im Tank. Da nach der Disqualifikation die Audi-Markenkollegen Loïc Duval und Mattias Ekström aufrückten, gingen alle Podestplätze an die Ingolstädter. Für Duval ist es der erste Podestplatz in seinem zwölften DTM-Rennen. Ekström übernimmt damit erneut die Führung in der DTM-Fahrerwertung.
 
Dabei sah es für Wittmann zunächst nach einem erfolgreichen Tag aus: Von Startplatz zwei hatte der Fürther beim Start die Führung übernommen und sich in der Schlussphase erfolgreich gegen einen starken Rockenfeller gewehrt. Der erste Saisonsieg hätte ihn zudem in der Fahrerwertung auf Platz zwei katapultiert. Die Freude von Wittmann, der den Pokal aus den Händen von Formel-1-Star Max Verstappen erhalten hatte, währte nicht lange: Da seinem Tank nicht die laut Reglement erforderliche Menge von 1000 g für die Benzinprobe entnommen werden konnte, wurde er nachträglich disqualifiziert.
 
In der Tabelle weist Ekström, der noch immer auf seinen ersten Saisonsieg wartet, 14 Punkte Vorsprung auf Markenkollege René Rast auf. Dieser ging am Sonntag nach einem Ausfall leer aus. Dabei war das Rennen für den Schweden alles andere als ein Spaziergang. In der Schlussphase klagte Ekström über nachlassenden Reifendruck im vorderen linken Rad und büßte viel Zeit ein. Da Nico Müller den vor ihm fahrenden Audi-Kollegen geschickt aber fair abschirmte, fand Gary Paffett, der bestplatzierte Mercedes-AMG-Fahrer, keinen Weg am Audi-Duo vorbei. „Ich bin in der letzten Runde fast auf der Felge gefahren“, grinste Ekström im Ziel.
 
Der große Verlierer des Zandvoort-Wochenendes war neben Marco Wittmann der Mercedes-AMG-Pilot Lucas Auer. Der Österreicher war als Drittplatzierter in der Fahrerwertung von Position elf aus in das Rennen gestartet. Kurz vor Schluss steuerte er mit einem Reifenschaden unplanmäßig seine Box an und büßte dabei viel Zeit ein. Im Ziel wurde er nur auf Rang 15 abgewunken. Bereits im Rennen am Samstag blieb Auer ohne Punkte und verlor in der Fahrerwertung vier Plätze.
 
Die Tabelle wurde durch den Ausgang des Rennens erneut kräftig durcheinandergewirbelt: Hinter Ekström (128 Punkte) und Rast (114 Punkte) komplettiert Rockenfeller (110 Punkte) das Audi-Trio an der Spitze. Die BMW-Piloten Timo Glock (104 Punkte) und Maxime Martin (102 Punkte) liegen sechs Rennen vor dem Finale in Hockenheim genauso in Schlagdistanz wie Lucas Auer und Jamie Green (beide 99 Punkte).
 
Der Kampf um den DTM-Titel 2017 findet in drei Wochen seine Fortsetzung auf dem Nürburgring. Vom 8. bis 10. September macht der DTM-Tross Station für den Klassiker in der Eifel.

Sonntag, 20. August 2017

DTM Zandvoort: Audi verpasst Podium knapp

  • Mike Rockenfeller am Samstag auf Rang vier bester Audi-Pilot
  • Jamie Green fährt von Startposition 15 auf Platz fünf
  • René Rast nun wieder vor Mattias Ekström an der Tabellenspitze
Im ersten der beiden DTM-Rennen im niederländischen Zandvoort verpasste Audi mit den Plätzen vier und fünf knapp das Podium. Trotzdem liegen mit René Rast (Audi Sport Team Rosberg) und Mattias Ekström (Audi Sport Team Abt Sportsline) weiter zwei Audi-Piloten an der Tabellenspitze.

Renè Rast wieder gemeinsam mit Mattias Ekström an der Tabellenspitze
Foto: Jens Hawrda
Vorentscheidend war am Samstag bereits das Zeittraining. Ein kräftiger Regenschauer sorgte dafür, dass alle Piloten nur jeweils einen frischen Reifensatz nutzen konnten. René Rast vom Audi Sport Team Rosberg fand sich als bester Audi-Pilot hinter vier BMW auf Startplatz fünf wieder, nachdem im Freien Training am Vormittag noch drei Audi RS 5 DTM die Zeitenliste angeführt hatten.

Im Rennen wurde René Rast in den ersten Runden von BMW-Pilot Augusto Farfus eingebremst, was seinen Rückstand auf das BMW-Trio an der Spitze schnell anwachsen ließ. So kam Rast nach einem späten Reifenwechsel nur auf Platz neun ins Ziel, obwohl er mit 1.30,160 Minuten einen neuen DTM-Streckenrekord erzielte und bereits zum dritten Mal in diesem Jahr die schnellste Rennrunde fuhr. Mit den zwei Punkten, die er für Platz neun erhielt, holte sich der DTM-Rookie trotzdem die Tabellenführung von Mattias Ekström (Audi Sport Team Abt Sportsline) zurück.

Der Schwede erlebte ein rabenschwarzes Rennen: Nach seinem Reifenwechsel in Runde vier rutschte der Routinier auf kalten Reifen ins Kiesbett der berühmten Tarzan-Kurve. Der zweimalige DTM-Champion konnte das Rennen als Letzter zwar fortsetzen und schnelle Rundenzeiten fahren, musste seinen Audi RS 5 DTM aber kurz vor Rennende nach einem Reifenschaden vorne links abstellen. Vor dem zweiten Rennen am Sonntag liegt Ekström nur einen Punkt hinter Rast auf dem zweiten Tabellenrang.

Bester Audi-Pilot am Samstag war Mike Rockenfeller (Audi Sport Team Phoenix), der sich vom neunten Startplatz auf Rang vier nach vorn kämpfte, schnell die drei führenden BMW einholte, aber den Drittplatzierten Maxime Martin nicht überholen konnte. „Ein vierter Platz ist grundsätzlich ein gutes Ergebnis“, sagte Rockenfeller. „Wenn man von Platz neun startet, kann man nicht viel erwarten – gerade hier in Zandvoort, wo das Überholen sehr schwer ist, wie man gesehen hat. Ich hing fast das ganze Rennen hinter den BMW fest und habe mir die Zähne an ihnen ausgebissen. Die haben das gut gemacht, Gratulation. Aber morgen greifen wir neu an!“

Direkt hinter Mike Rockenfeller kam Jamie Green auf Platz fünf ins Ziel. Der Brite war im Freien Training am Vormittag Bestzeit gefahren, wurde im Zeittraining aber von Bruno Spenglers BMW aufgehalten und musste so von Position 15 starten. In der Gesamtwertung schob sich Green bis auf zwei Punkte an den Tabellendritten Lucas Auer (Mercedes-Benz) heran.

Nico Müller fuhr vom 14. Startplatz in die Top Ten und holte ebenfalls einen Punkt. Großes Pech hatte Loïc Duval, der als Sechster startete und nach einer Zeitstrafe nur auf Platz 13 ins Ziel kam.

„Es war ein etwas gebrauchter Tag für uns“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass nach dem Samstagsrennen. „Wir hatten uns mehr erwartet. Mit unseren Startpositionen und vier BMW vorne war es aber klar, dass es ein schwieriges Rennen für uns werden würde. Wir waren im Rennen sehr schnell, aber das Überholen ist hier in Zandvoort noch einmal ein ganz anderes Thema. Und wenn sich die Spitze das Tempo einteilen kann, wird es für den Wettbewerb schwer, mehr zu erreichen.“ 

Ergebnis 1. Rennen Zandvoort (Top-Five):

1. Timo Glock (BMW)
2. Marco Wittmann (BMW)
3. Maxime Martin (BMW)
4. Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM)
5. Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM)

Samstag, 19. August 2017

IDM*Superbike: Reiterberger siegt im ersten Lauf auf dem Lausitzring

Mit dem Sieg ist Markus Reiterberger dem vorzeitigen Titelgewinn nahe
Foto: Jens Hawrda
Wie erwartet ließ Markus Reiterberger auch auf dem Lausitzring am Sonnabend Abend nicht anbrennen. Er siegte wieder mit deutlichem Vorsprung, diesmal vor Stefan Kerschbaumer (Yamaha) und seinem BMW-Markenkollegen Jan Bühn. Nach zwei Runden hatte Reiterberger bereits mehr als drei Sekunden Vorsprung, den er zur Halbzeit des Rennens auf fast acht Sekunden ausbaute. Mit einem Vorsprung von 12,256 Sekunden ging Reiterberger in die letzte Runde in der sich auch Kerschbaumer (Yamaha) noch an Bühn (BMW) vorbeidrückte konnte und sich so Rang zwei sicherte.

Das zweite Rennen des Wochenendes startet am morgigen Sonntag 16,00 Uhr.

Jahn Bühn ( (BMW S 1000 RR) holt Platz drei am Samstag am Lausitzring
Foto: Jens Hawrda


Glock siegt in Zandvoort – Ekström und Auer straucheln

  • Dreifacherfolg für BMW mit Glock, Wittmann und Martin auf dem Podium
  • Ausrutscher und Dreher kosten Ekström die Tabellenführung
  • Spitze der Fahrerwertung rückt zusammen
Dreifachsieg für BMW am Samstag in Zandvoort
Foto: dtm.com
Timo Glock hat im niederländischen Zandvoort seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Auf dem 4,307 Kilometer langen Dünenkurs siegte der 35-Jährige nach 37 Runden souverän vor seinen BMW-Markenkollegen Marco Wittmann und Maxime Martin. Für den ehemaligen Formel-1-Piloten Glock ist es der vierte DTM-Erfolg im 67. Rennen. „Drei BMW vorne – das ist ein Traum“, kommentierte Glock das Rennergebnis. Auf die Plätze vier und fünf fuhren die Audi-Piloten Mike Rockenfeller und Jamie Green. Bester Mercedes-AMG-Pilot wurde Paul Di Resta auf Platz sieben. Der neunte Platz reichte René Rast, um den Markenkollegen Mattias Ekström in der DTM-Fahrerwertung von der Spitze zu verdrängen.

Was nach einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg – Glock war von der Pole-Position in das Rennen gestartet – aussah, war im Cockpit Schwerstarbeit: „Mein linker Vorderreifen war sehr schnell am Limit. Es hat sich komisch angefühlt und ich hatte große Sorge, ob der Reifen über die Distanz hält. Aber am Ende ist alles gut gegangen und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.“

Halbwegs glücklich sein darf auch René Rast. Der Audi-Pilot sammelte als Neunter zwar nur zwei Punkte – das reichte aber, um sich in der Fahrerwertung mit einem Punkt Vorsprung vor Mattias Ekström zu setzen. Der Schwede, von Platz zehn in das Rennen gestartet, brachte sich selbst um ein gutes Ergebnis, als er nach seinem Boxenstopp mit kalten Reifen ins Kiesbett rutschte und sich in der gleichen Runde zusätzlich einen Dreher leistete. Damit waren keine Punkte mehr möglich. Auch Lucas Auer blieb ohne Zähler. Nach Platz 16 im Qualifying hatte Auer im Rennen eine Kollision mit Nico Müller. Zwar konnte der Österreicher das Rennen fortsetzen, aber mehr als Platz 15 war nicht drin.

In der DTM-Fahrerwertung rückten die besten Acht nach dem Samstagsrennen in Zandvoort noch näher zusammen: Zwischen Spitzenreiter Rast (114 Punkte) und Mike Rockenfeller (85 Punkte) auf Platz acht liegen gerade einmmal 29 Punkte. Hinter Rast ist Ekström mit 113 Punkten Zweiter vor Lucas Auer (99 Punkte) und Timo Glock (98 Punkte).

Das zweite Rennen des Zandvoort-Wochenendes startet am Sonntag um 15:15 Uhr, Die Live-Übertragung im Ersten beginnt um 15 Uhr. Das Qualifying findet zuvor um 12:00 Uhr statt.