Donnerstag, 24. Mai 2018

Audi und Daniel Abt schreiben Formel-E-Geschichte

  • Maximale Punkteausbeute für das Team, „Clean Sweep“ für Daniel Abt
  • Audi Sport ABT Schaeffler auf Jagd nach Hersteller-Meisterschaft
  • Daniel Abt: „Schönster Tag meiner Motorsportkarriere“
 
Mit einem perfekten Renntag hat Audi Sport ABT Schaeffler am Samstag in Berlin ein kleines Stück Formel-E-Geschichte geschrieben. Platz eins, Platz zwei, Pole-Position und die schnellste Rennrunde sorgten für das Maximum von 47 Punkten – das ist in den bisherigen 41 Rennen noch keiner anderen Mannschaft gelungen.
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Daniel Abt gewann vor vollem Haus in Tempelhof sein zweites Formel-E-Rennen und setzte sogar noch einen drauf: Zusätzlich zur Pole-Position, dem Sieg und der schnellsten Rennrunde führte der Deutsche im neunten Saisonlauf über alle 45 Runden hinweg. Er ist der erste Pilot in der vollelektrischen Rennserie, dem dieser „Clean Sweep“ gelingt. Zwar hatten zuvor auch Sébastien Buemi (Auftakt Saison 2) und Felix Rosenqvist (Auftakt Saison 4) die volle Punktzahl erreicht, aber nicht über die gesamte Renndistanz an der Spitze gelegen.
 
Auch in anderen Aspekten war das vierte Berliner Rennen ein Event der Superlative: Die Tribünen waren lange zuvor ausverkauft, ein E-Village bot unzählige Attraktionen wie den Audi e-tron Vision Gran Turismo und den getarnten Prototyp des zukünftigen Audi e-tron. Gut 450 Schaeffler-Mitarbeiter feuerten Daniel Abt und Lucas di Grassi von einer eigenen Tribüne aus an. Deutscher Rekord auch vor dem Fernseher: Allein die Live-Übertragung in der ARD verfolgten am Samstagabend knapp 1,5 Millionen Zuschauer.
 
Mit mehr als 100 Punkten in den vergangenen drei Rennen hat sich Audi Sport ABT Schaeffler wieder in Schlagdistanz zur Spitze in der Hersteller-Meisterschaft gebracht. 44 Punkte gilt es in den noch verbleibenden Läufen in Zürich (10. Juni) und in New York (14./15. Juli) aufzuholen.

DTM: Drei Fragen an Gary Paffett

Gary Paffett: „Die Jungs mit mehr Erfahrung haben bislang konstant das Optimum aus dem Auto herausgeholt“

Gary Paffett - Erfahrung zahlt sich aus
Foto: Mercedes-Motorsport
Stat-Attack - Lausitzring
 
Zwei Rennen, zwei Siege: der Lausitzring bleibt weiterhin ein erfolgreiches Pflaster für das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team. Edoardo Mortara und Gary Paffett bescherten der Marke mit dem Stern am vergangenen Rennwochenende die Siege Nummer 14 und 15. Damit hat Mercedes-AMG Motorsport öfter als jeder andere Hersteller auf dem Lausitzring gewonnen. Für Edoardo war es nicht nur sein erster Erfolg in der Lausitz, sondern auch sein erster Sieg mit Mercedes. Gary gewann hingegen schon zum vierten Mal mit dem Team auf dem Lausitzring und krönte sich damit zum „Mr. Lausitzring“. Kein anderer Fahrer hat öfter auf dieser Strecke gewonnen (2005, 2009, 2013, 2018) als der DTM-Champion des Jahres 2005. Mit nunmehr 22 DTM-Siegen liegt Gary in der ewigen Bestenliste der DTM nur noch einen Sieg hinter Mattias Ekström (23) auf Platz vier. An der Spitze stehen unangefochten DTM-Rekordchampion Bernd Schneider (43) und DTM-Legende Klaus Ludwig (37).
 
Starker Saisonstart
 
Alles in allem hätte sich das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team wohl kaum einen besseren Saisonstart wünschen können. Nach zwei Rennwochenenden und vier Rennen stehen für das Team drei Siege, zwei Pole Positions, drei schnellste Rennrunden und sechs Podestplätze zu Buche. Das bestätigt sich auch beim Blick auf die Gesamtwertungen: Nach den ersten vier Saisonrennen liegen fünf Fahrer des Teams in den Top-6 der Fahrer-Wertung. Gary hat als Zweiter mit 71 Zählern nur einen Punkt Rückstand auf den Meisterschaftsführenden Timo Glock (BMW). In der Teamwertung liegt die Mannschaft von Mercedes-AMG Motorsport PETRONAS mit 110 Punkten auf Platz eins. Mercedes-AMG führt die Herstellerwertung mit 212 Punkten vor BMW (164 Punkte) und Audi (52 Punkte) an.
 
Das ist für uns Grund genu den Mann der Stunde bei Mercedes zum Kurzinterview zu bitten:

Vier Rennen, zwei Siege: Was ist Dein Erfolgsgeheimnis in diesem Jahr?
 
Gary Paffett: Das Auto ist gut und sehr schnell. Meine Ingenieure und ich konnten zudem sicherstellen, dass das Setup auch bestens zu mir passt. Denn es ist nicht nur wichtig, dass das Auto schnell ist, es ist auch entscheidend, zu wissen, wie ich es gerne habe – und das ist uns an beiden Wochenenden gelungen. Wir haben in Hockenheim und am Lausitzring auch ein paar Dinge ausprobiert, die ich nicht mochte, aber im Rennen war das Auto, wie ich es gerne habe. Vielleicht hat es auch etwas mit den Aerodynamikänderungen in diesem Jahr zu tun, dass ich mich im Auto wohler fühle, wenn es dieses Abtriebs-Niveau hat. Letztlich dreht sich alles darum, dass das Auto für mich einfach zu fahren ist.
 
Du hast die Veränderungen bei der Aerodynamik angesprochen. Kommen die erfahrenen Piloten damit vielleicht etwas besser zurecht als die jüngeren Fahrer?
 
Gary Paffett: Vielleicht, aber ich glaube auch, dass die Fahrer, die mehr Rennerfahrung aufweisen und dadurch wissen, wie man mit verschiedenen Reifen oder Autos umgeht, in den ersten vier Rennen konstanter waren. Natürlich sind auch einige der jüngeren Fahrer richtig gute Rennen gefahren, denn sie sind echt schnelle Fahrer, daran besteht gar kein Zweifel. Aber man braucht Rennerfahrung, wenn man diese Leistung die ganze Zeit abrufen und das Auto so verändern möchte, dass es im Qualifying und Rennen die beste Balance besitzt. Und ich denke, bislang hat sich gezeigt, dass die Jungs mit mehr Erfahrung konstant das Optimum aus dem Auto herausgeholt haben.
 
Die letzten paar Jahre waren nicht unbedingt die besten für Dich und Mercedes. Hast Du in dieser Zeit irgendwann einmal an Dir selbst gezweifelt?
 
Gary Paffett: Hinter mir liegen einige harte Jahre. Die Saison 2011 war richtig schwierig und 2014 war ebenfalls ein sehr hartes Jahr. Davon abgesehen war ich eigentlich immer recht zufrieden. Manchmal hatte ich nur das Gefühl, dass wir das Auto nicht ganz hinbekommen haben oder ich habe einen Fehler gemacht. Aber ich habe nie mein Selbstvertrauen verloren. In einigen Jahren war es ein wenig rätselhaft, warum die Ergebnisse und unsere Leistung nicht gestimmt haben. Aber ich habe nie das Vertrauen in das Team verloren, sie arbeiten alle richtig hart und in der Vergangenheit spielte uns das Reglement auch nicht immer in die Karten. In diesem Jahr ist es mit dem neuen Regelwerk zwischen allen Herstellern viel ausgeglichener. Ich glaube nicht, dass ein Auto noch einen großen Vorteil gegenüber allen anderen hat. Dafür sind die Autos praktisch viel zu gleich. Aber unsere Ingenieure leisten einfach großartige Arbeit und unsere Mechaniker sind ebenso großartig beim Zusammenbau der Autos. 

DTM am Norisring wirft seine Schatten voraus

  • FIA Formel 3-EM und FHR 100 Meilen Trophy rasen am Dutzendteich
  • Spektakuläre Stunts des Red Bull Skydive Teams
  • Ausstellung der Norisring Classics mit maximal 75 Fahrzeugen
Der kurze Stadtkurs am Norisring bietet immer spannende Rennaction
Foto: Jens Hawrda
Es wird kurzweilig am Norisring. Das Rennwochenende im „Fränkischen Monaco“ (22. bis 24. Juni) wirft seine Schatten voraus. Gleich mehrere Highlights werden zwischen Grundig-Kehre und Dutzendteich für Abwechslung sorgen. Neben den beiden DTM-Läufen gibt es auf dem Zeppelinfeld ein vielfältiges sportliches Rahmenprogramm mit der FIA Formel-3-Europameisterschaft, der 100 Meilen Trophy, den Norisring Classics und dem Red Bull Skydive Team. Mit weiteren Programmpunkten ist zu rechnen.

Neu im Umfeld der DTM ist die FHR 100 Meilen Trophy, die 2017 ihre erste Saison bestritt. Diese neue Rennserie umfasst GT- und Rennsportwagen der Baujahre 1966 bis 1988. Im interessanten Starterfeld finden sich Fahrzeuge von Porsche, Mercedes, BMW, Reynard, Lola, Chevron, de Tomaso, Plymouth oder Ford Mustang.


Einzigartige Atmosphäre am einzigen Stadtkurs Deutschlands

Ohnehin macht die Atmosphäre die Veranstaltung in der mittelfränkischen Metropole zu etwas Besonderem. Der Norisring ist der einzig verbleibende Stadtkurs in Deutschland, die Zuschauer können von der großen Steintribüne nahezu die komplette Strecke einsehen. Dass die Rennen in der Regel im Hochsommer ausgetragen werden, trägt zur prächtigen Stimmung bei.

Die FIA Formel-3-Europameisterschaft ist die führende Nachwuchsserie in Europa. Wer hier brilliert, hat gute Aussichten auf ein Cockpit in der DTM oder der Formel 1. Jüngstes Beispiel ist BMW-Pilot Joel Eriksson. Der schwedische Rookie überzeugt in dieser Saison nach dem Gewinn des Vizeeuropameistertitels auch in der Tourenwagenserie. In dieser Saison startet u.a. Mick Schumacher, Sohn des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher, in der Formel 3.

Die Norisring Classics beinhalten eine Ausstellung von insgesamt maximal 75 Fahrzeugen (25 pro DTM-Hersteller) inklusive einer zehnminütigen Demonstrationsfahrt jeweils am Samstag und Sonntag.

Während der Startfeldpräsentation kommt das Red Bull Skydive Team zum Einsatz. Die außergewöhnlich begabten Luftakrobaten sorgen in ihren Wingsuits für Nervenkitzel mit einstudierten Choreographien und spektakulären Stunts. Die Luft ist ihr Zuhause.


Pre-Event am kommenden Samstag in Nürnberg

Zur Einstimmung auf das traditionsreiche DTM-Wochenende am Norisring lädt der Motorsport Club Nürnberg e.V. (MCN) am 26. Mai ab 11:00 Uhr zu einer Pressekonferenz mit anschließender Autogrammstunde nach Nürnberg. Im Restaurant Provenza stehen Ihnen Ihnen Lokalmatador Marco Wittmann (BMW), Lucas Auer (Mercedes-AMG) und Nico Müller (Audi) für Fragen zur Verfügung. DTM-Showcars aller drei Hersteller werden auf dem Lorenzer Platz platziert, wo für Fans von 12:00 bis 14:00 Uhr die Möglichkeit für Fotos mit den Fahrern und ihren Autos besteht.

Mittwoch, 23. Mai 2018

Stimmen der BMW-Piloten zum Rennen am Sonntag in der Lausitz

Marco Wittmann
Foto: BMW-Motorsport
Marco Wittmann (Rennergebnis: 2. Platz):
"Ich bin sehr zufrieden. Wir hatten ein tolles Renntempo, ich konnte Philipp früh angreifen und ihn überholen. Danach konnte ich die selben Zeiten fahren wie  Pascal. Wir hatten eigentlich geplant, in derselben Runde wie er zu stoppen, aber ich entschied mich einfach, es anders zu machen. Ich blieb eine Runde länger draußen und hoffte, vor ihm zu bleiben. Das habe ich tatsächlich geschafft. Nach dem Boxenstopp merkte ich sofort, dass ich wieder angreifen konnte. Ich kam mit jeder Runde näher an Gary, aber es gab einfach nicht genug Runden im Rennen. Trotzdem fühlt sich dieser zweite Platz ein bisschen wie ein Sieg an. "

Augusto Farfus (Rennergebnis: 16. Platz):
"Leider hatten wir an diesem Wochenende nicht den richtigen Grip und haben nicht das richtige Gleichgewicht gefunden. Es war nur ein langer Kampf. Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen und uns für das Rennen in Ungarn verbessern. "

Timo Glock (Rennergebnis: 5. Platz):
"Das war heute ein harter Kampf vom zehnten auf den fünften Platz. Ich denke, das war das Beste, was ich tun konnte. Jeder hinter uns war auf einer aggressiven Strategie. Das bedeutete, dass sie mich überholen konnten, so dass ich sehr früh DRS verlor. Wenn ich es so sehe, bin ich mit dem fünften Platz zufrieden. Ich freue mich für Marco. Wir haben heute eine großartige Teamleistung hingelegt. Wenn wir frei fahren könnten, wären wir in Sachen Geschwindigkeit ganz oben. "

Philipp Eng
Foto: BMW-Motorsport
Philipp Eng (Rennergebnis: 7. Platz):
"Die Erwartungen ändern sich, wenn Sie von der Pole Position starten. Das war wirklich ein schwieriges Rennen. Ich habe am Anfang alles richtig gemacht. Nach dem Start wollte ich etwas wegziehen. Ich schaffte das auch, aber die Dinge wurden schwierig, sobald die anderen im DRS-Fenster waren. Im Allgemeinen hatte ich ein sehr erfolgreiches Wochenende. Alles in allem, der dritte Platz gestern und die Pole Position und der siebte Platz heute waren großartig. "

Bruno Spengler (Rennergebnis: 15.Platz):
"Wir haben heute ein paar Punkte verloren. Unsere Strategie war einfach nicht richtig und wir machten unseren Boxenstopp zu spät. Das war nervig. Jetzt konzentrieren wir uns auf Budapest. Ich möchte dort in die Punkte zurückkehren. "

Joel Eriksson (Rennergebnis: 9. Platz):
"Mein Tempo während des Rennens war wirklich gut. Ich habe gut angefangen und die erste Runde war hervorragend. Leider habe ich ein paar Plätze verloren, während die Jungs vor mir kämpften. Ich wurde auch ein paar Mal von der Strecke gedrängt. Ich hätte es besser machen können. Wir müssen nach vorn sehen."

DTM: Stimmen der Audi-Piloten zum Rennwochenende am Lausitzring

Jamie Green
Foto: Jens Hawrda
Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM #53) Ausfall / Platz 6
„Mein Wochenende war ähnlich enttäuschend wie das in Hockenheim: Ich war im Qualifying nicht schnell genug. Diesbezüglich haben wir also keine Fortschritte gemacht. Wenigstens hatte ich am Sonntag ein gutes Rennen, das mich von Startplatz 16 auf Rang sechs nach vorn gebracht hat. Das war eine gute Leistung, aber wir haben alle insgesamt viel zu tun.“
 
Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM #99) Platz 11 / Platz 8
„Im Qualifying haben wir beide Male das Maximum herausgeholt, in den beiden Rennen nicht. Die Rennergebnisse waren enttäuschend mit Platz elf und Platz acht. Ich hoffe, dass wir das Auto bis Budapest etwas besser verstehen.“
 
Robin Frijns (Aral Ultimate Audi RS 5 DTM #4) Platz 13 / Platz 10
„Für Audi insgesamt und auch für uns war es ein ziemlich heftiges Wochenende. Ich habe zwar meinen ersten Punkt in der DTM geholt, aber ich möchte um Podiums und Top-Fünf-Platzierungen kämpfen. Es bleibt also noch eine Menge Arbeit.“
Loic Duval
Foto: Jens Hawrda
Loïc Duval (Audi Sport RS 5 DTM #28) Platz 15 / Platz 13
„Ein frustrierendes Wochenende! Die Berührung mit René (Rast) am Samstag war unglücklich. Im Qualifying am Sonntag hatte ich keine freie Runde. Startplatz zehn wäre möglich gewesen, und dann hätte mein Rennen ganz anders ausgesehen. Leider ist auch unsere Strategie nicht aufgegangen, spät zu stoppen, denn ich konnte nicht überholen.“
 
Nico Müller (Castrol EDGE Audi RS 5 DTM #51) Ausfall / Platz 17
„Am Samstag ausgefallen, am Sonntag 17., keine Punkte: Das ist frustrierend. Besonders enttäuschend war für mich das Rennen am Sonntag. Ich hatte zwar früh durch eine Berührung eine kleine Beschädigung am Auto, war aber einfach viel zu langsam.“
 
René Rast (Audi Sport RS 5 DTM #33) Ausfall / kein Start
„Das war ein schwarzes Wochenende! Im Qualifying am Samstag nur Platz 15, und das Rennen war durch den Unfall für mich relativ schnell vorbei. Dass mir die Ärzte für Sonntag kein Go! gegeben haben, war bestimmt richtig. Immerhin hat Jamie (Green) mit Platz sechs noch ein paar Punkte geholt.“