Donnerstag, 14. Dezember 2017

Interview Maro Engel: „Ich bin jede Nacht schweißgebadet aufgewacht“ (2.Teil)

Von der Kindergartenfreundschaft in die weite Motorsport-Welt: Maro Engel blickt zurück. Wir stellen in einer zweiteiligen Interview-Reihe den Menschen hinter dem Rennfahrer vor. Im zweiten Teil spricht Maro über...
  • seine Herzmuskelentzündung: „Ich bin an die Box zurückgekommen, als ob ich gerade eine Stunde lang am Limit Rennen gefahren wäre.“
  • seine Lehre daraus: „Es ist am wichtigsten, seinen Körper zu kennen und auf ihn zu hören.“
  • sein Training: „Du musst frisch sein. Rennfahren ist ein Konzentrationssport. Das ist das A und O.“
Maro Engel
Foto: Mercedes-Motorsport
Maro, Du bist 2017 nach fünf Jahren Pause in die DTM zurückgekehrt. Was hatte sich in der Zwischenzeit verändert?

Maro Engel: Es war schon eine große Umstellung, aber die neue Fahrzeug-Generation ist geil zu fahren. Sie ist deutlich schneller geworden und es hat sich seit meiner ersten DTM-Zeit von 2008 bis 2011 viel in der DTM getan. Ich habe 2011 als bester Jahreswagen-Fahrer von Mercedes beendet. Allerdings hatte ich in der zweiten Saisonhälfte eine Herzmuskelentzündung. Das war keine einfache Zeit für mich. Die letzten beiden Saisonläufe waren die mit Abstand schlechtesten Rennen meiner DTM-Karriere. Ich habe deutlich mehr geschwitzt und konnte mir nicht erklären, warum die Performance nicht da war.

Du hast deine Herzmuskelentzündung angesprochen. Wie ging es damit weiter?

Maro Engel: Das erste Mal habe ich diese Erschöpfung bei einem Rollout gemerkt. Ich war danach komplett außer Atem. Ich bin an die Box zurückgekommen, als ob ich gerade eine Stunde lang am Limit Rennen gefahren wäre. Von da an dachte ich, dass ich etwas mehr Ruhe brauche, das war instinktiv richtig. Denn es gibt keine Medizin für eine Herzmuskelentzündung, sondern du musst schlafen und dich erholen. Die Rennen konnte ich einigermaßen durchfahren, aber nur, indem ich unter der Woche komplett Ruhe gegeben und geschlafen habe. Am Ende bin ich mit dem Hund spazieren gegangen und als Treppen kamen, war ich ganz außer Atem.

Wie hast du da die letzten zwei Rennen überhaupt durchgestanden?

Maro Engel: Die Herzmuskelentzündung hat mich bei den letzten zwei Rennen richtig stark beeinflusst. Ich war bei den meisten Rennen in den Top-10, aber in Valencia und Hockenheim nur auf den Plätzen 15. und 14. Eine Herzmuskelentzündung bedeutet, dass der Herzmuskel von Bakterien angegriffen ist. Das ist akut gefährlich. Ich wusste es zu diesem Zeitpunkt nur noch nicht, sonst hätte mich kein Arzt der Welt Rennen fahren lassen. Die Diagnose habe ich erst im November nach Saisonende erhalten. Ich war ständig mega außer Atem und habe mich gewundert, warum ich komplett energielos war. Ich habe jeden Tag lang geschlafen, dann Mittagsschlaf gemacht und bin abends früh schlafen gegangen. Nur so habe ich die Rennen überhaupt durchgehalten.

Wie hast Du dir die Herzmuskelentzündung damals zugezogen?

Maro Engel: Das bekommst du, wenn du krank bist und trotzdem trainierst. Ich muss wohl Ende August oder Anfang September eine Erkältung verschleppt und zu früh wieder angefangen haben zu trainieren. Wenn du dann trainierst, können die Bakterien den Herzmuskel angreifen. Das Ergebnis ist, dass du komplett energielos bist. Ich habe zehn Stunden lang geschlafen und bin jede Nacht schweißgebadet aufgewacht. An Sport war während dieser Zeit nicht zu denken. Stattdessen habe ich mich für zwei bis drei Stunden zum Mittagsschlaf hingelegt und bin wieder komplett durchnässt aufgewacht. Mein Ruhepuls war 40 Schläge über dem Normalwert. Ich habe mich hingelegt und gemerkt, wie mein Herz gepocht hat.

Nach der Winterpause konntest du dann ab Januar wieder trainieren. Wie war das für dich?

Maro Engel:
Ich musste quasi bei null wieder anfangen, aber ich war bald wieder fit. Ich war danach noch einige Male im Krankenhaus, weil man dadurch natürlich für das Thema sensibler wird. Aber es hat sich jeweils herausgestellt, dass alles in Ordnung war. Was ich für mich mitgenommen habe, ist, dass es am wichtigsten ist, seinen Körper zu kennen und auf ihn zu hören. Du musst nicht jede Trainingseinheit unbedingt reindrücken, wie sie im Plan steht, nur damit du sie gemacht hast. Wenn du dich komplett fertig machst, hast du am Ende des Tages auch nichts gewonnen. Als Rennfahrer trainierst du, um dich besser und länger konzentrieren zu können. Das kannst du nicht, wenn du am Rennwochenende ankommst und schon komplett fertig bist. Du musst frisch sein. Rennfahren ist ein Konzentrationssport. Das ist das A und O.

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Audi gibt Talenten eine Chance in der Formel E

  • Rookie-Test im Anschluss an Rennen in Marrakesch
  • DTM-Star Nico Müller und Youngster Nyck de Vries im Audi e-tron FE04
DTM-Pilot Nico Müller testet für Audi in der Formel-E
Foto: Audi-Motorsport
Premiere in der Formel E: Beim ersten Rookie-Test der Rennserie fahren Nico Müller und Nyck de Vries erstmals den Audi e-tron FE04. Der Testtag findet am 14. Januar 2018 statt, einen Tag nach dem nächsten Rennen der Formel E in Marrakesch. Mit dem Rookie-Test geben Formel E und FIA den eingeschriebenen Teams die Gelegenheit, Nachwuchspiloten an die Elektroserie heranzuführen.

Die Regeln sind streng: Erlaubt sind nur Fahrer ohne E-Lizenz; sie haben noch kein Formel-E-Rennen absolviert. Für Audi gehen DTM-Pilot Nico Müller (25, Schweiz) und Nyck de Vries (22, Niederlande) an den Start. „Dieser Test mitten in der Saison ist eine einmalige Chance. Nico und Nyck fahren Testkilometer in unserem e-tron FE04 und erhalten einen guten ersten Eindruck vom Auto und den Besonderheiten der Formel E“, sagt Allan McNish, Teamchef von Audi Sport ABT Schaeffler. „Nico gehört ja bereits zur Audi-Familie, und Nycks Karriere haben wir in den vergangenen Jahren aufmerksam verfolgt. Beide haben ihre Wurzeln im Formelsport und kommen bestimmt gut klar.“

Für Nico Müller, der im Audi Sport Team Abt Sportsline in der DTM startet, geht mit dem Test ein Wunsch in Erfüllung. „Ich verfolge die Formel E schon länger als Fan, bisher aber leider nur vor dem Fernseher“, sagt der Schweizer. „Wenn ich bei ABT Sportsline zu Besuch bin, steht da neben meinem DTM-Auto oft der Formel-E-Renner – dann juckt es mich schon ein bisschen. Deshalb freue ich mich jetzt umso mehr auf diese Chance.“

Sein letztes Formel-Rennen absolvierte Müller 2013 in der Formel Renault 3.5, seitdem ist er in Touren- und Sportwagen unterwegs. Nyck de Vries dagegen dürfte der Test leichter fallen: Der Youngster verbrachte seine gesamte bisherige Karriere im Kart- und Formelsport und startete zuletzt in der Formel 2 im Rahmenprogramm der Formel 1. Der Rookie-Test findet am Sonntag, 14. Januar 2018, auf dem Circuit International Automobile Moulay el Hassan in Marrakesch statt. Der amtierende Champion Lucas di Grassi ist als Instruktor vor Ort und versorgt die beiden Neulinge mit wertvollen Tipps.

Dienstag, 12. Dezember 2017

Sportwagen-Weltmeister Timo Bernhard fährt 2018 im ADAC GT Masters

  • Zweifacher Weltmeister und Le-Mans-Sieger startet für eigenes Team
  • Bernhard wird Teamkollege von Kévin Estre
  • KÜS Team75 Bernhard plant Einsatz zweier Porsche 911 GT3 R
Timo Bernhard startet 2018 im ADAC GT-Masters
Foto; ADAC-Motorsport
Prominenter Neuzugang im ADAC GT Masters: Der diesjährige FIA-Langstrecken-Weltmeister und Le-Mans-Sieger Timo Bernhard (Bruchmühlbach-Miesau) debütiert 2018 in der "Liga der Supersportwagen". Der 36-Jährige wird sich einen Porsche 911 GT3 R seines Rennstalls KÜS Team75 Bernhard mit Kévin Estre (29/F) teilen.

Bernhard ist einer der erfolgreichsten deutschen Sportwagen-Piloten und bereits seit 1999 in Porsche-Diensten - womit er der dienstälteste Werksfahrer der Stuttgarter ist. 2015 und 2017 holte er den Fahrertitel in der FIA WEC, zweimal - 2010 und 2017 - gewann er die 24 Stunden von Le Mans. Zudem holte er 2003 den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Daytona, 2008 triumphierte er bei den 12 Stunden von Sebring und stand insgesamt fünf Mal beim ADAC Zurich 24h-Rennen auf dem Nürburgring ganz oben auf dem Podest. Sein gemeinsam mit Vater Rüdiger Bernhard geführter Rennstall KÜS Team75 Bernhard tritt seit 2016 im ADAC GT Masters an und gewann bisher fünf Rennen.

"Ich habe mich bewusst für ein Programm im ADAC GT Masters entschieden", so Bernhard. "Nach zwei WM-Titeln und Le-Mans-Siegen habe ich nach dem Ende des LMP1-Programms von Porsche als Fahrer neue Ziele gesucht, und ich sehe meinen Einsatz als einen Schritt, mit dem ich das Team weiter aufbauen und entwickeln kann. Das ADAC GT Masters ist eine neue Herausforderung, die Serie ist sehr stark besetzt. Kévin als Teamkollegen zu haben ist top."
Kevin Estre wird Teamkollege von Timo Bernhard
Foto: ADAC-Motorsport
Bernhards Teamkollege Estre startete erstmals 2010 im ADAC GT Masters. Seitdem hat er insgesamt sechs Rennen gewonnen. Seine bisher erfolgreichste Saison absolvierte der Franzose 2016, als er Gesamtvierter wurde. Das KÜS Team75 Bernhard plant wie in der Saison 2017 auch im nächsten Jahr den Einsatz zweier Porsche 911 GT3 R. Die Fahrerbesetzung des zweiten "Elfers" steht jedoch noch nicht fest.

Sonntag, 10. Dezember 2017

DTM: Interview mit Maro Engel - „Ich hatte mit der DTM noch nicht abgeschlossen“ (1.Teil)

Von der Kindergartenfreundschaft in die weite Motorsport-Welt: Maro Engel blickt zurück. Wir stellen in einer zweiteiligen Interview-Reihe den Menschen hinter dem Rennfahrer vor. Im ersten Teil spricht Maro über...
  • die ersten Kart-Runden: „Nico und ich sind mit den Minikarts herumgeeiert und hatten viel Spaß dabei.“
  • das Aufwachsen im Fürstentum: „Meine Eltern sind nach Monaco gezogen, als ich drei Jahre alt war.“
  • die Zeit zwischen seinen DTM-Jahren: „Ich habe dem Kundensport-Programm und Mercedes-AMG viel zu verdanken.“

Maro Engel im 2017er Mercedes
Foto: Jens Hawrda
Maro, wie bist du zum Motorsport gekommen?

Maro Engel: Wie die meisten Fans wahrscheinlich schon wissen, bin ich zusammen mit Nico [Rosberg] aufgewachsen. Wir waren zusammen im Kindergarten und da wir die einzigen deutschen Kinder waren, haben wir uns recht schnell sehr gut verstanden. So wurden wir rasch Freunde und haben auch in unserer Freizeit miteinander gespielt. Irgendwann hat Keke [Rosberg] zu meinem Vater gesagt: „ Pass auf, ich schenke Nico zu seinem Geburtstag ein Go-Kart. Hast du nicht Lust, dem Maro auch eins zu schenken? Dann können die Jungs unten auf der Kartstrecke etwas im Kreis fahren und wir genießen den Urlaub.“ Glücklicherweise hat mein Vater darauf geantwortet: „Klar, warum nicht?“ So hat alles angefangen.

Und wie ging es danach mit euch weiter?

Maro Engel: Danach sind wir mit den Minikarts herumgeeiert und hatten viel Spaß dabei. Wir haben das Kart dann nach Hause nach Monaco mitgenommen, wo ich an den Wochenenden zusammen mit Nico trainiert habe. Unsere Eltern haben dann zusammen ein Kartteam gegründet, mit dem wir ab 10 Jahren die ersten Rennen gefahren sind. Dann haben sich Nicos und meine Wege rein sportlich betrachtet getrennt, weil ich in Deutschland Junioren-Kartrennen gefahren bin und er in Italien.

Wie kam es eigentlich dazu, dass du in Monaco aufgewachsen bist?

Maro Engel: Meine Eltern sind nach Monaco gezogen, als ich drei Jahre alt war. Mein Vater war Kleidungsdesigner und hat später auch seine eigenen Marken gegründet. Irgendwann hat er auf einem Event Prinz Albert kennen gelernt und der hat ihn gefragt, warum er seinen Firmensitz nicht nach Monaco verlegt. Meine Mutter und meine Frau führen eine der Marken weiter, mein Vater hat aufgehört, als sich meine Eltern getrennt haben. Er lebt jetzt in Brasilien.

Du hast deine frisch angetraute Ehefrau Steffi angesprochen. Eure Hochzeit war sicherlich eines der Highlights deines Jahres?

Maro Engel: Absolut, unsere Hochzeit war wunderschön, einfach alles war an diesem Tag unglaublich. Wir hatten wie erhofft strahlend blauen Himmel. Für uns war es wirklich traumhaft und noch viel schöner, als wir es uns hätten erträumen können. Es war ein ganz besonderer Tag.

Und so ganz ohne Motorsport ging es auch dabei nicht, richtig?

Maro Engel: Das war ein völlig verrücktes, unglaubliches Erlebnis. Als das Team uns angeboten hat, den Mercedes-AMG C 63 DTM als Hochzeitsauto zu verwenden, waren wir hin und weg. Steffi hat sofort gesagt, dass wir das auf jeden Fall machen müssen, wenn es die Chance dazu gibt. Sie fand die Idee riesig! Es war ein Wahnsinns-Gefühl, zusammen mit meiner Frau im DTM-Auto von der Kirche wegzufahren, die enge Straße entlang durch das kleine Fischerdorf, raus auf die Küstenstraße. Wir beide hatten ein permanentes Grinsen im Gesicht. Der absolute Hammer!
Maro Engel im Jahr 2011 im DTM-Mercedes
Foto: Jens Hawrda
Nach deiner ersten Zeit in der DTM warst du ins Kundensport-Programm von Mercedes-AMG involviert. Was hast du davon mitgenommen?

Maro Engel:
Nach meinen ersten vier DTM-Saisons war es für mich persönlich eine Chance. Ich habe dem Kundensport-Programm und Mercedes-AMG viel zu verdanken. Deshalb fahre ich die großen GT-Rennen auch weiterhin sehr leidenschaftlich mit. Es macht mir richtig viel Spaß. Aber natürlich hatte ich immer im Hinterkopf, dass ich mit der DTM noch nicht abgeschlossen hatte. Ich hatte Bock auf meine Chance und wollte sie nutzen. Ich habe darum gekämpft und mir so die Möglichkeit erarbeitet, in diesem Jahr mit gleichen Voraussetzungen wie meine Teamkollegen an den Start zu gehen.

Samstag, 9. Dezember 2017

DTM: Drei Fragen an Gary Paffett

Gary Paffett
Foto: Jens Hawrda
Gary, wie sieht dein Fazit für die Saison 2017 aus?

Gary Paffett: In diesem Jahr ging es auf und ab. Am Ende der Saison vergisst du gerne einmal, was am Anfang alles passiert ist. Wenn ich zurückblicke, war der Saisonbeginn unglaublich. Das Auto war großartig und wir waren als Team stark. Es sah richtig gut für die Saison aus. Leider konnten wir diese Performance nicht über das gesamte Jahr aufrechterhalten. Aus meiner Sicht war es ein ordentliches Jahr. Ich habe in vielen Rennen gepunktet - in mehr als alle anderen Mercedes-Fahrer. Es gab nicht so viele Highlights, also Siege oder Podestplätze, wie ich es mir gewünscht hätte, aber es war eine konstant starke Saison. Die größte Leistung war sicher, dass Rob und ich den dritten Platz in der Teamwertung eingefahren haben, das war sehr gut für die Mannschaft. Alles in allem war es eine ordentliche Saison, aber nicht ganz so spektakulär wie ich es gerne gehabt hätte. Der Norisring war natürlich ziemlich spektakulär auf negative Art und Weise, aber zum Glück sind alle weitestgehend unverletzt davon gekommen.

Du hast in dieser Saison die meisten Punkteplatzierungen aller sechs Mercedes-Fahrer erzielt. Ärgert es dich trotzdem, dass kein Sieg dabei gewesen ist?

Gary Paffett: Es ist frustrierend. Ich habe jetzt schon seit mehr als vier Jahren kein Rennen mehr gewonnen. Aber unsere Konstanz stimmt mich zufrieden. Das muss unser Ziel sein. Man muss sich Siege hart erarbeiten, aber manchmal gibt es auch einen Zufallstreffer. Einige der Siege in diesem Jahr wurden durch eine glückliche Fügung wie das Safety Car oder die Strategie beeinflusst. Wir hatten kein Rennen, bei dem wir nur durch Glück ein tolles Ergebnis eingefahren haben. Wir haben uns unsere Punkte hart erarbeitet und gezeigt, dass wir das Auto kontinuierlich dahin bringen konnten, um eine gute Punkteausbeute einzufahren. Ich hatte das Gefühl, dass wir in diesem Jahr dann gute Wochenenden hatten, wenn das Auto nicht so konkurrenzfähig war wie die anderen. Ich bin in Spielberg und Hockenheim jeweils einmal Vierter geworden, was mit unserem Auto ein unglaubliches Ergebnis war. An den Wochenenden, an denen unser Auto richtig stark war, erwischten wir leider nicht so ein gutes Wochenende wie meine Teamkollegen. Deshalb haben sie Rennen gewonnen und ich nicht. Das war bezeichnend für mein Jahr. Es hat mich aber wahrscheinlich mehr zufriedengestellt, dass ich in so vielen Rennen in die Punkteränge gefahren bin. Denn das zeigt, dass mein Team und ich konstant eine sehr starke Performance aus dem Auto herausholen konnten.

Mattias Ekström und du gehören zu den DTM-Urgesteinen. Er hat den Titel beim Finale in Hockenheim hauchdünn verpasst. Du hast selbst schon eine ähnliche Situation erlebt. Wie schwierig ist es, danach zurückzuschlagen?

Gary Paffett:
Ich weiß nicht, wie sich Eki fühlt, aber meine Situation war damals etwas anders. Ich hatte zur Saisonmitte einen großen Vorsprung in der Meisterschaft und habe diesen im Verlauf der zweiten Hälfte verloren. Ich ging noch als Führender in das letzte Rennen und verlor dann die Meisterschaft. Das war richtig hart und ich brauchte eine ganze Weile, um das zu verarbeiten. Ich hatte den Titel zur Saisonmitte in der Hand, aber unser Auto konnte in der zweiten Hälfte nicht mit BMW mithalten. Sie haben mir kontinuierlich Punkte abgenommen. Bei Eki war es ein wenig anders. Es ging zwischen den Audi-Fahrern hin und her. Ich glaube also nicht, dass er den Titel so in der Hand hatte wie ich 2012. Aber wenn man beim letzten Rennen um die Meisterschaft kämpft und sie dann nicht gewinnt, ist das immer schwer zu verkraften. Er wird sicher enttäuscht darüber sein. Das dauert dann ein paar Wochen, bis man es weggesteckt hat.