Samstag, 20. Januar 2018

DTM: Interview mit Lucas Auer

„Meine Liebe zum Rennsport ist die Größte von allen“

Schnell auf der Strecke, sympathisch daneben: So kennt die DTM-Welt den Tiroler Naturburschen Lucas Auer. Wir stellen in einer zweiteiligen Interview-Reihe den Menschen hinter dem Rennfahrer vor. Im ersten Teil spricht Lucas über...
  • sein erstes Mal im Kart: „Mit vier Jahren saß ich zum ersten Mal in einem Kart und habe mich auf Anhieb in die Motorsport-Welt verliebt.“
  • seine Schulzeit: „Ich war nicht unbedingt der ehrgeizigste Schüler.“
  • seine Freunde: „Das ist wichtig, wenn es mal nicht so gut läuft. Dann ist es cool, wenn du Freunde hast, mit denen du eine Gaudi machen kannst.“
Lucas Auer
Foto: Jens Hawrda
Lucas, wie hast du deine Liebe zum Rennsport entdeckt?

Lucas Auer: Ich bin in Kufstein aufgewachsen, wo ich auch heute noch lebe. Das ist mein Lebensmittelpunkt, wo sich meine Freunde und Familie befinden. Dort hatte ich eine wohlbehütete Kindheit, in der ich schon sehr früh mit dem Rennfahren begonnen habe. Ich habe schon immer viel Spaß mit Freunden gehabt und extrem viel Sport getrieben - Fußball, Baseball, Skifahren, einfach alles. Mit vier Jahren saß ich zum ersten Mal in einem Kart und habe mich auf Anhieb in die Motorsport-Welt verliebt.

Wie bist du zum Kartfahren gekommen?

Lucas Auer: Ich kann mich leider nicht mehr selbst daran erinnern. Aber ich weiß aus Erzählungen, dass mein Papa und mein Bruder an einer Tankstelle vorbeigefahren sind. Dabei haben sie Rennkarts entdeckt und gleich angehalten. Dort hieß es: „Wir haben auch ein Mini-Kart - da kann der Bub sich gerne reinsetzen.“ Das war schon lustig. Ich glaube, sie wollten mich einfach nur da drin sitzen sehen... [lacht] Ab diesem Moment war ich verliebt.

Ab wann wurde aus dem Kartfahren dann mehr als nur ein Hobby?

Lucas Auer: Es war lange Zeit nur ein Hobby. Wir haben geschaut, wo ich bei uns in der Nähe überhaupt fahren konnte, aber ich war noch zu jung, um eine Rennlizenz zu machen. Mit fünf Jahren habe ich ab und zu getestet. Mit Sechs bin ich mein erstes Rennen in der Tiroler Meisterschaft gefahren. Das war cool. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich Sechster von acht Startern geworden bin. Da hatte ich noch ein bisschen Probleme. [lacht] Mit Sieben bin ich dann Zweiter geworden und ein Jahr später habe ich die Meisterschaft gewonnen. Das war damals zwar schon etwas Aufwand, aber alles noch in Tirol, also machbar. Später hat mich jemand beim Fahren entdeckt, der ein eigenes Team hatte und meinte: „Der Junge muss nach Deutschland!“ Ab dem Moment war es schon mehr Aufwand für uns. Es musste ja immer jemand mitfahren, weil ich noch nicht alt genug war. Aber bis zum Alter von 14 Jahren war es sicherlich noch ein Hobby. Dann wurde es international und damit auch gleich viel professioneller. Da war uns klar: Jetzt wird es wirklich ernst.

Wie verlief deine Schulzeit während deinen Anfängen im Kartsport?

Lucas Auer: Kartfahren war schon brutal, du fährst 15-18 Rennen im Jahr, musst dich ohne Ende vorbereiten. Ich hatte aber das Glück, dass ich eine super Lehrerin hatte. Hinzukam, dass ich auch nicht unbedingt der ehrgeizigste Schüler war. [lacht] Aber sie zeigte viel Verständnis und so konnten wir alles easy managen.

Du hast ganz viele Freunde aus deiner Heimat Kufstein, die ganz normale Jungs sind. Wie wichtig ist dieser bodenständige Background für dich?

Lucas Auer: Wichtig, aber das sind halt einfach meine Freunde. Auch wenn man sich mal länger nicht sieht, lacht man direkt. Man vertraut sich, kann sich über Dinge unterhalten und muss sich keine Sorgen machen, dass es gleich jeder weiß. Wir sind eine Gruppe und halten zusammen. Da gehöre ich hin. Das ist schon wichtig, speziell, wenn es mal nicht so gut läuft. Dann ist es cool, wenn du Freunde hast, mit denen du eine Gaudi machen kannst. Dann sind Kart, DTM und alles andere komplett egal.

Der Kartsport hat dir viel abverlangt. Hast du in deiner Kindheit etwas verpasst?

Lucas Auer: Ich habe bisher alles sehr positiv beschrieben, weil es meine Liebe ist. Aber es ist definitiv so: Wenn sie das nicht gewesen wäre, wäre es hart geworden. Egal in welcher Hinsicht. Es geht viel Zeit verloren. Für mich war es aber nicht schlimm, weil ich die Zeit auf der Rennstrecke verbracht habe. Natürlich verpasst man Dinge. Aber dessen war ich mir bewusst.

Blieb trotzdem noch Zeit für Mädels?

Lucas Auer: Ja, das schon. Das ist durchaus interessant. Denn mit 14 oder 15 siehst du dann auch, ob du es wirklich willst. Dann kommst du in die Zeit, in der du eine Freundin hast, vielleicht mal ausgehen willst, dann siehst du gleich, was dir wirklich wichtig ist. Das war schon schwierig, aber für mich kein Problem, weil meine Liebe zum Rennsport die Größte von allen war.

Fanden dich die Mädels auch mal nur toll, weil du Rennfahrer warst?

Lucas Auer: Ich weiß nicht, warum, aber dieses Gefühl hatte ich nie. Sicher bekommt jeder mal was aus der Presse mit oder sieht dich im Fernsehen. Das zieht schon was nach sich. Aber ich hatte nie das Gefühl, dass ich deswegen eine Extra-Behandlung erhalten hätte...


Freitag, 19. Januar 2018

Fußballprofi Max Kruse mit Rennstall in der ADAC TCR Germany

  • Max Kruse Racing setzt Volkswagen Golf GTI TCR in der ADAC TCR Germany ein
  • Benjamin Leuchter fährt für das neu formierte Team des Bremer Fußballprofis
Max Kruse, Benjamin Leuchter und Teammanager Patrick Bernhard (v.l.)
Foto: ADAC-Motorsport
Starker Neuzugang für die ADAC TCR Germany: Fußballprofi Max Kruse (29) setzt in  der Tourenwagen-Serie des ADAC einen eigenen Rennstall ein. Max Kruse Racing setzt auf einen  Volkswagen Golf GTI TCR, der bei den insgesamt 14 Rennen von Benjamin Leuchter (30)  gefahren wird.
 
Bei Volkswagen Motorsport in Hannover nahmen der Stürmer des SV Werder  Bremen und der Profi-Rennfahrer am Montag einen 350 PS starken Golf GTI TCR des  Modelljahres 2018 in Empfang. Die dritte Saison der ADAC TCR Germany startet im Rahmen  des ADAC GT Masters vom 13. bis 15. April 2018 in der Motorsport Arena Oschersleben bei  Magdeburg. SPORT1 überträgt auch 2018 die Rennen der ADAC TCR Germany im Fernsehen.  Fahrer Benjamin Leuchter ist ein guter Bekannter in der ADAC TCR Germany. Bereits 2016  startete er in der Serie und beendete die Saison als Fünfter.
 
„Max Kruse Racing führt Fußball und Motorsport zusammen“, erklärt der Duisburger. „In beiden Sportarten führen die gleichen Handlungsmuster zum Erfolg. Man muss jeweils strikt an sich arbeiten.“ Neben den Einsätzen in der ADAC TCR Germany will sich Max Kruse Racing zukünftig auch in  der Fahrsicherheit im Straßenverkehr und in der Nachwuchsförderung engagieren.

Mittwoch, 17. Januar 2018

Audi-Pilot Nico Müller Schnellster beim Rookie-Test der Formel E

Nico Müller - Schnellster beim Rookie-Test in Marrakesch
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Audi-Werksfahrer Nico Müller hat bei seinem ersten Einsatz in der Formel E für Aufsehen gesorgt: Einen Tag nach dem E-Prix in Marrakesch (Marokko) unterbot der Schweizer beim Rookie-Test der Elektro-Rennserie den bestehenden Streckenrekord auf dem Stadtkurs. Mit seiner Tagesbestzeit von 1.19,651 Minuten war er mit dem Audi e-tron FE04 fast eine Sekunde schneller als der Rest des Feldes. Mit 98 absolvierten Runden war der DTM-Pilot auch der fleißigste aller 20 Formel-E-Neulinge. Der Niederländer Nyck de Vries konnte technisch bedingt nur insgesamt 17 Runden drehen, kam aber trotzdem mit einer starken Leistung unter die besten zehn.

Dienstag, 16. Januar 2018

Ergebnisse Formel E Marrakesch

Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel

Ergebnis Rennen Marrakesch (Top-Five):

1. Felix Rosenqvist,
2. Sebastian Buemi,
3. Sam Bird,
4. Neldon Piquet jr.,
5. Jean-Eric Vergne.


Meisterschaftsstand nach 3 Rennen (Top-Five):

1.  Felix Rosenqvist,  54 Pkt.
2. Sam Bird,               50 Pkt.
3. Jean-Eric Vergne,  43 Pkt.
4. Nelson Piquet jr.,   25 Pkt.
5. Edoardo Mortara,   24 Pkt.


Meisterschaftsstand Teamwertung nach 3 Rennen (Top-Five):

1. Mahindra Racing               75 Pkt.
2. DS Virgin Racing               58 Pkt.
3. Techetah                           43 Pkt.
4. Panasonic Jaguar Racing 40 Pkt.
5. Venturi                               30 Pkt.

Sonntag, 14. Januar 2018

Formel E: Harter Tag für Audi in Marrakesch

  • Team Audi Sport ABT Schaeffler bei der Formel E in Marrakesch ohne Fortune
  • Daniel Abt holt nach Durchfahrtstrafe noch einen Punkt
  • Titelverteidiger Lucas di Grassi vorzeitig ausgeschieden
Daniel Abt, Audi e-tron FE04 #66 (Audi Sport ABT Schaeffler)
Foto: Audi-Motorsport
Beim dritten Lauf der Elektro-Rennserie Formel E in Marrakesch (Marokko) blieb für das Team Audi Sport ABT Schaeffler nach einem starken Beginn nur ein Punkt auf der Habenseite. Daniel Abt beendete das Rennen nach einer Durchfahrtstrafe und einer für ihn ungünstigen Gelbphase auf Platz zehn. Titelverteidiger Lucas di Grassi musste seinen Audi e-tron FE04 nach nur sieben Runden mit einem technischen Problem in der Box abstellen.
„Das war heute nicht unser Tag und nicht das Ergebnis, das möglich gewesen wäre“, sagte Teamchef Allan McNish. „Wir hatten schnelle Autos, aber das Rennen von Lucas war nach einem technischen Problem, das wir noch analysieren müssen, viel zu früh zu Ende. Fast zeitgleich hatte Daniel eine Kollision mit Alex Lynn, die aus meiner Sicht ein Rennunfall war. Trotzdem bekam er eine Drive-Through. Er war auch danach stark unterwegs, doch die Gelbphase hat ihn 35 Sekunden gekostet und um alle Chancen gebracht.“

Was in Marrakesch für das Team Audi Sport ABT Schaeffler möglich gewesen wäre, zeigten die beiden freien Trainingssitzungen am Vormittag: Im ersten Training fuhr Lucas di Grassi Bestzeit, im zweiten Training lagen mit Daniel Abt und Lucas di Grassi beide Audi e-tron FE04 an der Spitze des Feldes. Auch das Qualifying begann vielversprechend: Obwohl Lucas di Grassi in der ungünstigen ersten Gruppe auf die Strecke gehen musste, schaffte er mit Platz zwei die Qualifikation für die „Super Pole“ der schnellsten fünf. Doch ab diesem Moment war das Team Audi Sport ABT Schaeffler in Nordafrika vom Glück verlassen.

Daniel Abt war im Qualifying auf Bestzeitkurs, als er seine Runde wegen des Unfalls eines anderen Fahrers abbrechen musste. Der Deutsche durfte seine Runde zwar wiederholen, hatte dann aber nur noch eine statt zwei Aufwärmrunden und musste sich so mit Startplatz acht begnügen. Lucas di Grassi begann seine Super-Pole-Runde mit einem starken ersten Sektor, wurde dann aber durch ein technisches Problem eingebremst.
Formel E in Marrakesch
Foto: Audi-Motorsport
Im anfangs turbulenten Rennen lag Lucas di Grassi unmittelbar hinter dem späteren Sieger Felix Rosenqvist auf Position vier, als das Auto verlangsamte und er aufgeben musste. „Unser Auto ist schnell, aber natürlich ist es frustrierend, zwei Rennen in Folge Probleme mit der Zuverlässigkeit zu haben“, sagte Lucas di Grassi. „Wir haben erneut gezeigt, welches Potenzial wir haben, aber ich habe keine Punkte geholt. Da müssen wir besser werden. Doch ich habe volles Vertrauen in Audi, dass die Probleme gelöst werden.“

Daniel Abt war von Startplatz acht bereits auf Platz vier nach vorn gefahren, als gegen ihn die Durchfahrtstrafe verhängt wurde, die ihn auf Platz 14 zurückwarf. „Der heutige Tag hätte richtig gut werden können“, sagte Abt. „Vom Speed her hätten wir dieses Rennen gewinnen müssen. Bei der Kollision mit Alex Lynn war ich machtlos: Ich war beim Anbremsen von Turn 1 neben ihm, als er rüberzog. Auch nach der Drive-Through war ich richtig schnell. Doch kaum war ich in der Box, kam die Gelbphase. Einfach unglaublich!“

„Das heutige Rennergebnis ist besonders schade, weil wir hier in Marrakesch eine wirklich gute Performance in den Autos hatten“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Aber es bringt nichts, einem verlorenen guten Ergebnis nachzuweinen, sondern nach vorne zu blicken und in Chile ein gutes Resultat zu erzielen.“

Am 3. Februar gastiert die Formel E erstmals in Santiago de Chile. Zuvor steht am Sonntag (14. Januar) noch der Young Driver Test in Marrakesch auf dem Programm. Für das Team Audi Sport ABT Schaeffler sind Nico Müller und Nyck de Vries im Einsatz.