Mittwoch, 18. Oktober 2017

DTM: Robert Wickens wechselt in die IndyCar Serie

  • Robert Wickens verlässt die DTM und gibt 2018 sein Debüt in der IndyCar Serie
  • Das Saisonfinale 2017 in Hockenheim war Roberts letztes DTM-Rennen
  • Robert startet im nächsten Jahr für Schmidt Peterson Motorsports in der IndyCar Serie
  • Robert Wickens: „Das waren sechs fantastische Jahre in meinem Leben. Es war mir eine Ehre, die Marke zu vertreten.“
  • Ulrich Fritz: „Rob war in den letzten sechs Jahren eine wichtige Säule in unserem Team, hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert und zu einer festen Größe in der DTM entwickelt.“
Robert Wickens verlässt die DTM in Richtung IndyCar Serie
Foto: Jens Hawrda
Abschied zum Saisonabschluss: Robert Wickens absolvierte am vergangenen Sonntag beim Saisonfinale in Hockenheim sein letztes DTM-Rennen. In der kommenden Saison wechselt der Kanadier in die IndyCar Serie, in der er mit Schmidt Peterson Motorsports sein Renndebüt geben wird.
 
Robert: „Das waren wahrscheinlich die besten sechs Jahre meines Lebens“
 
Robert ging von 2012 bis 2017 sechs Jahre lang für Mercedes-AMG Motorsport in der DTM an den Start. „Das waren sechs fantastische Jahre in meinem Leben“, sagte Robert. „Bis zu dieser Saison habe ich es nie wirklich in Betracht gezogen, Mercedes oder die DTM zu verlassen.“
 
Aber nachdem Mercedes-AMG Motorsport zum Ende der Saison 2018 seinen Ausstieg aus der DTM bekannt gegeben hat und das Interesse an Robert aus der IndyCar Serie immer größer wurde, kam die Chance für ihn genau zur richtigen Zeit. „Aber zunächst möchte ich mich bei Mercedes für die letzten sechs Jahre bedanken und ihnen viel Glück für die Zukunft wünschen. Das waren wahrscheinlich die besten sechs Jahre meines Lebens.“
 
Robert schloss in seiner Zeit in der DTM viele Freundschaften fürs Leben und war immer stolz, ein Teil des Teams sein zu dürfen. „ Es ging auf und ab, aber ich habe noch nie zuvor so viel Unterstützung von einem Team erhalten. Es war mir eine Ehre, die Marke zu vertreten und vielleicht war es ja auch nicht das letzte Mal.“
 
Für den Moment freut er sich aber auf seine neuen Aufgaben in der IndyCar Serie. „Mich erwartet eine sehr steile Lernkurve und viele Dinge werden komplett neu für mich sein. Ich bin zum Beispiel noch nie in einem Oval gefahren“, verriet Robert. „Außerdem ist es kein Geheimnis, dass ich in den letzten sechs Jahren, in denen ich in der DTM unterwegs war, keine Formel-Rennwagen gefahren bin. Ich muss mich also sehr rasch wieder einleben, aber ich freue mich auf die neue Herausforderung.“
 
Ulrich Fritz: „Ich bin mir sicher, dass er auch dieser Serie seinen Stempel aufdrücken wird“
In 84 DTM-Rennen erzielte Robert für die Marke mit dem Stern 5 Pole Positions, 5 schnellste Runden, 6 Siege, 15 Podestplätze und 429 Punkte. Sein erfolgreichstes Jahr war die Saison 2016, in der er bis zum vorletzten Rennwochenende in Budapest im Titelkampf mitmischte.
 
„Es ist natürlich sehr schade, dass Rob uns verlässt“, sagte Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef Ulrich Fritz. „Mit ihm verlieren wir nicht nur einen großartigen Fahrer, sondern auch einen tollen Menschen. Rob war in den letzten sechs Jahren eine wichtige Säule in unserem Team, hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert und zu einer festen Größe in der DTM entwickelt. Obwohl sein Weggang natürlich traurig für uns ist, freuen wir uns aber auch für ihn. IndyCar wird sicher eine tolle Erfahrung für Rob sein und ich bin mir sicher, dass er auch dieser Serie seinen Stempel aufdrücken wird.“
 
Erste IndyCar-Erfahrungen bei Tests und Trainings
 
Die IndyCar Serie ist für Robert kein komplettes Neuland. Vor dem Beginn der DTM-Saison 2017 durfte er in Sebring im Rennwagen seines Landsmannes James Hinchcliffe zum ersten Mal ein IndyCar testen. Bei den DTM-Testfahrten auf dem Autodromo Vallelunga revanchierte sich Robert danach für die Testgelegenheit und ließ James einige Runden in einem Mercedes-AMG C 63 DTM drehen (Video ansehen: www.youtube.com/watch?v=2p57St6hVpo).
 
Ende Juni sprang Robert zudem kurzfristig für Schmidt Peterson Motorsports ein und ersetzte im Freitagstraining in Road America Einsatzfahrer Mikhail Aleshin, der Schwierigkeiten bei der Einreise hatte. „Das Training selbst hat Spaß gemacht und die Strecke war richtig gut“, verriet Robert damals. „Ich wollte natürlich das ganze Wochenende fahren, aber der Einsatzfahrer löste seine Probleme und war bis Freitagabend an der Strecke. Damit war meine Pflicht erfüllt, aber es war dennoch ein schöner Freitag.“
 
Formel-Rennwagen sind für Robert nichts Neues: Er begann seine Karriere in diversen Formel-Rennserien, wurde sowohl in der Formel 2 als auch der GP3 Serie Gesamtzweiter und gewann 2011 die Formel Renault 3.5 Meisterschaft. Danach absolvierte er mehrere Formel 1-Testfahrten für Lotus Renault GP und Marussia Virgin Racing. Jetzt kehrt Robert zu seinen Formel-Wurzeln zurück: Sein erstes IndyCar-Rennen bestreitet er am 11. März 2018 beim Saisonauftakt der IndyCar Serie in den Straßen von St. Petersburg.
 

Montag, 16. Oktober 2017

Audi-Pilot René Rast schreibt DTM-Geschichte

  • Im ersten DTM-Jahr auf Anhieb DTM-Champion
  • Ungewöhnliche Karriere im Volkswagen-Konzern
  • Audi Sport Team Rosberg gewinnt Team- und Fahrertitel
Foto: Audi-Motorsport
Audi-Pilot René Rast (30) ist DTM-Champion 2017 und hat damit ein Stück Motorsport-Geschichte geschrieben: Der Deutsche sicherte sich den Titel in seiner ersten DTM-Saison – das war zuletzt dem Italiener Nicola Larini vor 24 Jahren gelungen. Am Samstag hatte sich Audi beim DTM-Finale in Hockenheim bereits vorzeitig die Hersteller- und die Teamwertung gesichert.
 
René Rast ist erst der siebte Pilot in der Geschichte der populären Tourenwagen-Rennserie, der den prestigeträchtigen Titel in seiner Rookie-Saison gewonnen hat. Dabei hatte der Mindener vor der Saison 2017 nur drei DTM-Rennen bestritten: Im Juli 2016 sprang er in Zandvoort beim Audi Sport Team Rosberg sprichwörtlich über Nacht für Adrien Tambay ein. Ohne jegliche Vorbereitung hinterließ Rast einen so guten Eindruck, dass er beim 2016er-Finale in Hockenheim Mattias Ekström vertreten durfte. Als Sechster holte Rast in seinem zweiten DTM-Rennen gleich die ersten Punkte und empfahl sich damit für einen Stammplatz in der Audi-DTM-Mannschaft.

Zwölf Monate später schnappte Rast auf der Zielgeraden ausgerechnet Mattias Ekström den DTM-Titel noch weg. Rast gelang es, einen 21-Punkte-Rückstand auf den Schweden mit einem sechsten Platz am Samstag und einem zweiten Platz am Sonntag noch in einen hauchdünnen Drei-Punkte-Vorsprung zu verwandeln.
 
„René ist eine unglaubliche Saison gefahren“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Wir haben ihn ja nicht ohne Grund in unsere DTM-Mannschaft geholt und gute Leistungen von ihm erwartet. Aber dass er in seinem ersten DTM-Jahr gleich um den Titel kämpft – und diesen am Ende auch noch gewinnt –, damit hat wirklich niemand gerechnet. Auch René selbst nicht. Mitentscheidend war seine Grundschnelligkeit. Er war in diesem Jahr der beste Qualifyer. Auch für das Audi Sport Team Rosberg freue ich mich: Die Mannschaft hat lange und hart dafür gearbeitet, endlich einen DTM-Titel zu gewinnen. Nun sind es mit der Fahrer- und der Teamwertung gleich zwei Titel auf einmal geworden.“
 
René Rasts Rookie-Saison 2017 war eindrucksvoll: Schon beim Auftakt in Hockenheim startete er erstmals aus der ersten Reihe. Zwei Wochen später folgte auf dem Lausitzring das erste Podium seiner jungen DTM-Karriere und am dritten Rennwochenende in Budapest der erste Sieg. Damit übernahm Rast auch erstmals die Tabellenführung, die in der Folge mehrmals zwischen dem Deutschen und Mattias Ekström wechselte. In Moskau und auf dem Red Bull Ring in Spielberg gelangen Rast zwei weitere Siege. Dazu kommen drei Pole-Positions und insgesamt vier schnellste Rennrunden.
 
„Mein Ziel war es, bester Rookie zu werden“, sagt René Rast. „Ich wollte lernen, regelmäßig Punkte sammeln, immer gut durchkommen. Wer hätte vor der Saison damit gerechnet, dass ich auf Anhieb um den Titel kämpfen würde? Deshalb konnte ich beim Finale eigentlich nicht mehr verlieren. Ich bin das Wochenende ohne Druck angegangen und nun überglücklich, dass es geklappt hat. Mein Dank gilt Audi, die mir das fantastische Auto und die Chance gegeben haben, mit 30 Jahren noch in die DTM einzusteigen. Dem Team Rosberg, in dem ich mich vom ersten Tag an wohlgefühlt habe. Und auch meinem Teamkollegen Jamie Green. Er ist einer der Schnellsten in der DTM und hatte wieder einmal unheimlich großes Pech.“
 
René Rasts ungewöhnliche Karriere führte ihn innerhalb des Volkswagen-Konzerns vom Polo Cup bis nach Le Mans und nun in die DTM. Gleich dreimal gewann er dabei den Porsche Supercup, der im Rahmen der Formel 1 ausgetragen wird. Seit dem Jahr 2011 ist er im Zeichen der Vier Ringe aktiv. Am Steuer des GT3-Sportwagens Audi R8 LMS gilt er als Maßstab und Garant für Erfolge. Seine Siege bei den 24-Stunden-Rennen in Daytona, Spa und auf dem Nürburgring unterstreichen dies ebenso wie ein Titelgewinn im ADAC GT Masters und nun der DTM-Titel.
 
Geboren wurde René Rast am 26. Oktober 1986 in Minden. Mit seiner Partnerin Diana und seinem kurz vor Weihnachten 2016 geborenen Sohn Liam lebt der Deutsche in Bregenz auf der österreichischen Seite des Bodensees.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Rookie Rast rast zum DTM-Titel

  • Platz zwei reicht Rast zum größten Erfolg seiner Karriere
  • Vorjahresmeister Wittmann siegt im letzten Rennen 2017
  • 152.000 Zuschauer besuchen Finale in Hockenheim
Rookie Renè Rast holt den Titel
Foto: dtm.com
Ein Rookie rockt die DTM und holt den Titel: René Rast ist der Mann der Stunde und neuer DTM-Champion. Der Audi-Pilot fuhr beim DTM-Saisonfinale auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg als Zweiter über die Ziellinie und sicherte sich in seiner ersten vollen Saison in der DTM auf Anhieb den 15 Kilogramm schweren Meisterpokal. Bis zur letzten Runde wusste der 30-Jährige nicht, ob er es geschafft hatte – erst in der Auslaufrunde kam der erlösende Funkspruch von Teamchef Arno Zensen, der ihn über den seinen Erfolg informierte. Danach ließ Rast seinen Gefühlen freien Lauf und streckte seine geballten Fäuste immer wieder vor Freude in die Luft. „Ich kann das noch gar nicht in Worte fassen“, sagte Rast im Ziel. „Das ist alles noch so weit weg. Ein unglaublich emotionaler Moment und der beste Tag in meinem Leben.“ Mit einem Sieg beendete der enttrohnte Champion Marco Wittmann die DTM-Saison. Der BMW-Pilot sicherte bei Finale seinen ersten Saisonsieg, den neunten seiner DTM-Karriere. „Jeder Fahrer wünscht sich einen Sieg für das letzte Rennen“, sagte der Fürther. Das Podium komplettierte als Dritter Mike Rockenfeller, der ebenfalls noch rechnerische Titelchancen hatte. Gary Paffett im Mercedes-AMG C 63 DTM belegte Rang vier.

Der Weg zum Titel war für Rast steinig und schwer: Er verpatzte den Start, verlor in der ersten Runde drei Positionen und fiel auf Platz fünf zurück. Das erste Mal Champions-Luft schnuppern durfte Rast dann in Runde fünf, als er Robert Wickens für Platz fünf überholte. Seine direkten Konkurrenten im Titelkampf, Mattias Ekström und Jamie Green, lagen zu dem Zeitpunkt außerhalb der Punkteränge. Beide waren aufgrund von Strafen aus dem Samstagrennen mit einem Nachteil ins Finale gegangen: Green war um zehn, Ekström um fünf Starplätze zurückversetzt worden. Zwar konnten sich Green und Ekström bis zum Rennende auf die Positionen fünf und acht vorarbeiten, um Rast den Titel streitig zu machen reichte das aber nicht. Auch Mike Rockenfeller tat alles um im Titelrennen zu bleiben, aber der 33-Jährige hätte siegen müssen. Mit den 18 Punkten für Platz zwei summierte sich das Konto von Rast auf 179 Punkte. Dahinter folgen Ekström (176 Punkte), Green (173 Punkte) und Rockenfeller (167 Punkte).


DTM-Finale ein Fest für die Fans

Der Auftritt der SUPER GT-Fahrzeuge aus Japan, die gemeinsam mit den DTM-Boliden von Audi, BMW und Mercedes-AMG am Samstag und am Sonntag Demonstrationsrunden fuhren, hinterließ einen bleibenden Eindruck von der Zukunft. Der Lexus LC500 und der Nissan Nismo GT-R boten den Fans am Hockenheimring zusammen DTM-Rennfahrzeugen spektakuläre Bilder und einen tollen Sound. „Damit haben wir die Kooperation erlebbar gemacht. Es sind faszinierende Rennwagen. Der Sound der Vierzylinder-Motoren ist klasse. Ich war anfangs skeptisch, aber jetzt wissen wir: Die DTM-Autos der Zukunft werden einen tollen Racing-Sound haben“, sagte Gerhard Berger.

Nicht nur aus sportlicher Sicht bot das DTM-Finale alles, was das Herz der Motorsportfans höherschlagen lässt. Ein Höhepunkt war auch das Konzert der Fantastischen Vier am Samstagabend, die mit ihren Hits aus mehr als 25 Jahren Band-Geschichte die DTM-Fans begeisterten. Daneben besuchten zahlreiche Stars und Sternchen das Rennwochenende in Hockenheim, darunter Sebastian Vettel (vierfacher Formel-1-Weltmeister), Moritz Bleibtreu (Schauspieler), Lena Gercke (Model und Moderatorin), Fabian Hambüchen (Weltmeister und Olympiasieger im Kunstturnen), JP Kraemer (Moderator und Produzent), Franziska Knuppe (Model), Oliver Pocher (Comedian) und Alex Zanardi (Rennfahrer und mehrfacher Weltmeister und Paralympics-Sieger im Handbike).

Samstag, 14. Oktober 2017

Green siegt am Samstag – Titelentscheidung im letzten Rennen

  • Audi-Piloten machen Fahrertitel am Sonntag unter sich aus
  • Parforce-Ritt von Rockenfeller endet auf Platz zwei
  • Nervensache: Tabellenführer Ekström ohne Punkte
Endlich der verdiente Sieg für Jamie Green
Foto: dtm.com
Strahlender Sonnenschein, volle Tribünen, packende Zweikämpfe und glückliche Sieger: Das DTM-Rennen am Samstag auf dem Hockenheimring war Rennsport pur. Jubeln durfte nach 36 Runden Audi-Pilot Jamie Green, der damit zum dritten Mal in dieser Saison ganz oben auf dem Siegerehrungspodest stand. Hinter ihm überquerte sein Markenkollege Mike Rockenfeller als Zweiter die Ziellinie und machte den Doppelerfolg für Audi perfekt. Platz drei ging an BMW-Pilot Timo Glock, der von der Pole-Position ins Rennen gestartet war.

„Ich bin wirklich glücklich, das Rennen gewonnen zu haben“, sagte Green, der das Rennen von Platz zwei aufgenommen hatte. „Vor allem der Zweikampf mit Timo hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das war gutes Racing und immer fair.“ Polesitter Glock, der sich nach wenigen Runden zunächst Green, in der letzten Runde dann Rockenfeller geschlagen geben musste, war am Ende mit Platz drei dennoch zufrieden. „Wir wussten, dass Audi über die Distanz sehr stark sein würde“, so Glock. „Ich habe mich dann darauf konzentriert, nach der Pole-Position einen guten Start hinzulegen und mich etwas abzusetzen. Als Jamie dann aufkam konnte ich nicht gegenhalten.“ Rockenfeller profitierte von einem späten Boxenstopp in Runde 23. Nach seinem Stopp überholte Rockenfeller einen Konkurrenten nach dem anderen und arbeitete sich bis auf Platz drei vor. In der letzten Rennrunde kassierte ‚Rocky’ dann auch noch Glock und kam auf Platz zwei ins Ziel. „Das war ein Rennen, das mir sehr viel Spaß gemacht hat. Ich habe mich von Platz sieben aus nach vorne gekämpft und habe die Positionen auf der Strecke gutgemacht. Mit den frischen Reifen war es kein Problem“, so der DTM-Champion von 2013.

Maxime Martin, aus der ersten Reihe von Platz zwei gestartet, verpasste als Vierter das Podium. Fünfter wurde Mercedes-AMG-Pilot Edoardo Mortara vor Titelaspirant René Rast. Die Punkteränge komplettierten Robert Wickens, Lucas Auer, Gary Paffett und Bruno Spengler.

Eins steht vor dem 18. und letzten Saisonrennen am Sonntag bereits fest: Der DTM-Champion 2017 fährt einen Audi RS 5 DTM. Als Elfter des heutigen Rennens blieb Mattias Ekström ohne Punkte, und sein Vorsprung auf die Verfolger schrumpfte von 21 auf neun Punkte.

Mit Ekström (172 Punkte), Green (163), Rast (159) und Rockenfeller (152) haben nur noch vier Audi-Piloten Chancen auf den begehrten Titel DTM-Champion. Ekström und Green starten allerdings mit Handicaps in das Finale: Nach seiner dritten Verwarnung wird Ekström in der Startaufstellung um fünf Plätze zurückversetzt, während Green bereits die fünfte Verwarnung erhielt und deswegen um zehn Plätze nach hinten versetzt wird.

Entscheidungen fielen bereits in der Hersteller- und Teamwertung: Der Vorsprung von Audi beträgt vor dem letzten Saisonrennen beinahe 200 Punkte. Die Ingolstädter können von Mercedes-AMG und BMW nicht mehr eingeholt werden. In der Teamwertung liegt das Audi Sport Team Rosberg mit Jamie Green und René Rast uneinholbar in Führung.

Dienstag, 10. Oktober 2017

DTM-Finale: Audi mit Vorsprung in Hockenheim

  • Audi vor letzten beiden Rennen Spitzenreiter aller drei Meisterschaften
  • Deutlicher Vorsprung in Hersteller- und Teamwertung
  • Vier Audi-Piloten führen Fahrerwertung an
 
Als Spitzenreiter in Fahrer-, Team- und Hersteller- Wertung geht Audi am Wochenende in die letzten beiden Rennen der DTM-Saison 2017 auf dem Hockenheimring. Entsprechend hoch sind die Erwartungen für Samstag, 14. Oktober, und Sonntag, 15. Oktober. Insgesamt sechs Fahrer können sich am Wochenende noch Hoffnungen auf den Titel machen.
Foto: Audi-Motorsport
An der Spitze der besonders prestigeträchtigen Fahrerwertung liegen vor den letzten beiden Läufen gleich vier Audi-Piloten: Mattias Ekström (172 Punkte), René Rast (151), Jamie Green (137) und Mike Rockenfeller (134). Audi den Fahrertitel streitig machen können Marco Wittmann (BMW/134) und Lucas Auer (Mercedes-Benz/131).
 
„Unser Auto ist in dieser Saison sehr stark. Wir gehen mit einem Vorsprung in allen drei Meisterschaften in das Finale“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Natürlich wollen wir uns die Pokale auf der Zielgeraden nicht nehmen lassen. Gleichzeitig ist uns klar, dass nichts entschieden und in der DTM immer alles möglich ist – vor allem in dieser Saison. Auch deshalb dürfen sich die Fans auf ein tolles Finalwochenende freuen. Hockenheim ist eine Strecke, die für viel Action steht. Überholen ist möglich und der Kurs anspruchsvoll für Bremsen und Reifen. Ich rechne mit einem engen, ausgeglichenen Feld.“
 
Mit den besten Chancen geht Mattias Ekström vom Audi Sport Team Abt Sportsline als Gesamtführender in das Finale. Der 39 Jahre alte Schwede kann sich als einziger Fahrer den Titel bereits am Samstag sichern – auf den Tag genau zehn Jahre nach seinem zweiten Titelgewinn in der DTM. Dazu müsste er seinen Vorsprung von 21 auf mindestens 29 Punkte ausbauen.
 
Nach Klaus Ludwig und Bernd Schneider kann Ekström der dritte Pilot der DTM-Geschichte werden, der sich den Titel mehr als zweimal sichert. „Natürlich habe ich einen Vorsprung“, sagt der DTM-Champion von 2004 und 2007. „Aber entschieden ist bei Weitem noch nichts. Ich muss ein gutes Rennen fahren und gehe das Finale genauso an wie jedes andere Wochenende. Es gibt schließlich noch 56 Punkte zu holen.“
 
Ekström am dichtesten auf den Fersen ist René Rast, der in seiner ersten DTM-Saison den Titel gewinnen kann – das gelang zuletzt Nicola Larini vor 24 Jahren. „Ich kann nur gewinnen und eigentlich nicht mehr verlieren, daher mache ich mir selbst keinen Druck“, sagt der Pilot des Audi Sport Team Rosberg. „Wer hätte vor der Saison damit gerechnet, dass ich beim Finale noch um den Titel kämpfe? Die Chance ist noch da. Ein perfektes Wochenende mit zwei Pole-Positions und zwei Siegen würde schon fast reichen …“
 
René Rasts Teamkollege Jamie Green hat nach seinem Pech von Spielberg 35 Punkte Rückstand auf Ekström und deshalb ebenfalls nichts zu verlieren: „Ich werde so schnell fahren, wie es geht, bis ich am Sonntag die Zielflagge sehe“, lautet die Devise des Briten. Der Tabellenvierte Mike Rockenfeller vom Audi Sport Team Phoenix macht sich mit 38 Punkten Rückstand dagegen selbst kaum noch Hoffnungen auf seinen zweiten DTM-Titel. „Für mich wäre es toll, noch in die Top Drei der Meisterschaft zu fahren“, sagt der DTM-Champion von 2013. „Das wird schwer genug. Ich freue mich auf das Finale und bin gespannt auf ein tolles Abschlusswochenende.“

Donnerstag, 28. September 2017

Lexus und Nismo fahren beim DTM-Finale

  • Demonstrationsrunden der 620-PS-Rennautos aus Japan
  • Berger: „Starkes Zeichen für Kooperation mit SUPER GT-Serie“
  • Neues Technisches Reglement nimmt Formen an
Lexus aus der SUPER GT-Serie
Foto: dtm.com
Auf einen besonderen Leckerbissen können sich die Fans beim DTM-Finale vom 13.-15. Oktober in Hockenheim freuen: Die japanische SUPER GT-Serie entsendet zwei Fahrzeuge, die am Samstag und Sonntag Demonstrationsrunden im Renntempo fahren werden. Der Auftritt von je einem Lexus und einem Nismo gibt den Motorsportfans einen Vorgeschmack auf die Zeit, wenn beide Serien nach identischem Reglement fahren und sich direkt miteinander messen können.
 
„Das ist eine große Ehre für uns. Ich freue mich, dass erstmals SUPER GT-Autos im Rahmen der DTM auftreten“, sagte DTM-Chef Gerhard Berger. „Das ist nicht nur ein besonderes Schmankerl für unsere Fans, es ist auch ein starkes Zeichen für die Zukunft der DTM und ein Signal, wie ernst die Kooperation mit der japanischen GTA-Organisation sowie den drei Herstellern der Serie zu nehmen ist“. In der Serie ist neben Lexus und Nismo, der Rennsportmarke von Nissan, noch Honda vertreten.
 
Die Delegation aus Japan wird angeführt von GTA-Präsident Masaaki Bandoh. „Wir freuen uns auf den Auftritt unserer Autos in Hockenheim. Er ist Beweis der engen Verbundenheit zwischen SUPER GT und DTM. In beiden Serien treten weltweit führende Automobilhersteller an“, sagt Bandoh. Natürlich sollen den Fans in Japan die DTM-Autos keinesfalls vorenthalten bleiben: Es ist geplant, dass die DTM im Gegenzug Autos zum SUPER GT Finale nach Motegi (11./12. November) entsendet.
Nissan Nismo aus der SUPER GT-Serie
Foto: dtm.com
In Hockenheim erhalten die Fans an allen drei Veranstaltungstagen einen Eindruck von den spektakulären, ca. 620 PS starken Boliden. Der Lexus LC500 und der Nissan GT-R sollen freitags 30minütige Testfahrten bestreiten, während sie sich am Samstag und Sonntag jeweils 15 Minuten auf der Strecke im Renntempo präsentieren. Der Auftritt wird in den offiziellen Zeitplan der Veranstaltung integriert. Welche Fahrer die Gastautos fahren werden steht noch nicht fest.
 
Die DTM-Dachorganisation ITR und die GTA als Betreiber der in Japan beliebten SUPER GT-Serie kooperieren seit Jahren. Die technischen Reglements der beiden Serien sind bereits heute in vielen Bereichen deckungsgleich. Bauteile aus dem kostensparenden Gleichteilekonzept sind auch in den japanischen Autos verbaut. Ziel ist es, dass ab 2019, wenn das neue DTM-Reglement in Kraft tritt, die Fahrzeuge beider Serien nach dem gemeinsam erarbeiteten, sogenannten „Class One“ -Reglement gebaut sein werden.
 
„Die Arbeit am neuen Reglement läuft auf Hochtouren“, berichtet Berger, der begeistert ist von der unkomplizierten und konstruktiven Zusammenarbeit mit der GTA und den japanischen Herstellern der SUPER GT. Nach dem angekündigten Ausstieg von Mercedes zum Saisonende 2018 hatten Audi und BMW jüngst ein Bekenntnis zur DTM mit Class One-Reglement abgegeben und die Entwicklung neuer Motoren angekündigt.
 
Basis des 2019 in Kraft tretenden Reglements ist das DTM-Regelwerk von ITR und dem Deutschen Motor Sport Bund (DMSB). Das Class One-Reglement wird gemeinsam mit den japanischen Partnern erarbeitet. und hat vier Fokusfelder: Kosteneffizienz, spektakulärer Motorsport, Sicherheit sowie moderne Motoren.
 
Kosteneffizienz
 
Die notwendigen Kosten für einen wettbewerbsfähigen Einsatz der Fahrzeuge sollen sich auf einem Niveau bewegen, das es ermöglicht, die Einsatzkosten über Sponsoring zu refinanzieren. So sollen beide Serien ab 2019 nicht nur für Hersteller, sondern auch werksunterstützte Privatteams interessant sein. Berger: „Wir wollen die Balance finden zwischen technisch anspruchsvollen Autos, mit denen Hersteller ihre Kompetenz beweisen, und Rennfahrzeugen, die ohne Heerscharen von Ingenieuren eingesetzt werden können.“
 
Spektakulärer Motorsport
 
DTM und SGT bieten schon heute Profirennsport auf höchstem Niveau. Dies soll auch in Zukunft die oberste Maxime sein. Die Autos der nächsten Generation werden dabei mindestens so spektakulär aussehen wie die aktuellen Fahrzeuge. Das Serienpendant des Rennautos gibt weiterhin klar erkennbar die Karosserielinie vor, während speziell die Anzahl der crashgefährdeten oder für den Fan nicht sichtbaren Aerodynamik-Anbauteile reduziert wird. Berger: „Wir wollen leistungsstarke Rennwagen, die den Fahrer fordern.“
 
Sicherheit
 
Bereits die heutigen DTM- und SGT Autos zählen zu den sichersten Renntourenwagen im Motorsport. Das hat der schwere Unfall von Gary Paffett und Mike Rockenfeller beim Rennen am Norisring gezeigt, der glimpflich ausging. Die von ITR und DMSB und GTA selbst auferlegten Sicherheitsanforderungen sollen dennoch weiter erhöht werden. Das Kohlefaser-Monocoque, das den Fahrer umschließt, bleibt bestehen, die Crash-Strukturen an Front, Heck und Seiten werden noch höheren Anforderungen unterzogen.
 
Moderne Motoren
 
High Performance trotz Downsizing: Herzstück der DTM und SGT Autos des Jahrgangs 2019 wird ein Vierzylinder-Turbomotor mit zwei Litern Hubraum sein. Für einige Bauteile des modernen Aggregats, das jeder Hersteller selbst entwickelt, werden Abmessungen und Materialien vorgeschrieben, um die Entwicklungskosten zu reduzieren und für ausgewogenen Leistung im Bereich von mehr als 600 PS zu sorgen. Die SUPER GT-Fahrzeuge verfügen bereits über Vierzylinder-Turbomotoren, während in der DTM derzeit noch V8-Motoren zum Einsatz kommen, die konzeptionell auf das Jahr 2000 zurückgehen. Die japanischen Autos beweisen bereits: Auch Vierzylinder-Motoren haben einen spektakulären Sound.
 
Ein Augenmerk wird bei den modernen Motoren auch auf den Umgang mit Emissionen gerichtet. Bei Rennmotoren, die ausschließlich auf Hochleistung ausgelegt sind, gilt die Abgasreinigung heute noch als Herausforderung. Während bei internationalen Rennserien keine Katalysatoren zum Einsatz kommen gehören diese bereits seit dem Jahr 2000 zur DTM. Müssen die Katalysatoren heute noch aus Sicherheitsgründen an die Belastungen der V8-Hochleistungsmotoren angepasst werden, so soll mit den Katalysatoren der Abgassysteme der modernen Motoren eine deutliche Verbesserung in der Abgasreinigung erreicht werden
 
Mit der neuen Motorengeneration ab 2019 soll ein neues Kapitel aufgeschlagen werden. So werden Fahrzeugkonzept und Motoren für 2019 auch für die Adaption eines Hybridsystem ausgelegt. Es gilt glaubhafte Lösungen zu finden, so dass weder teure und technisch hochkomplexe Systeme zum Einsatz kommen, noch Systeme, die aufgrund ihres hohen Batteriegewichts keinen Mehrwert bringen und die Rennfahrzeuge langsamer machen. 

Dienstag, 26. September 2017

Lamborghini-Fahrer Ineichen/Engelhart holen letzten Saisonsieg

  • Deutsch-Schweizer Duo gewinnt spektakuläres Finalrennen in Hockenheim
  • Champion Gounon und Keilwitz werden vor Audi-Duo Schmidt/Haase Zweite
  • Callaway Competition sichert sich auch Team-Wertung
Der letzter Saisonsieg geht an das Lamborghini-Duo: Engelhart (l.) / Ineichen
Foto: ADAC-Motorsport / Gruppe C GmbH
Mit einem der spektakulärsten Rennen der Saison verabschiedet sich das ADAC GT Masters in Hockenheim in die Winterpause. Rolf Ineichen (39/CH) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser Racing Team) holten mit ihrem Lamborghini Huracán den Sieg im 14. Rennen des Jahres. Der neue Champion Jules Gounon (22/F) und Daniel Keilwitz (28/Villingen) sicherten mit Rang zwei Callaway Competition auch den Gewinn der Team-Wertung, der zweite Platz sicherte Keilwitz noch Rang zwei in der Fahrerwertung. Platz drei holten die Audi-Fahrer Jeffrey Schmidt (23/CH) und Christopher Haase (29/Kulmbach, beide Montaplast by Land-Motorsport). "Ich kann es kaum fassen", so Sieger Ineichen im Ziel. "Das war das schwierigste Rennen meiner Karriere. Wir haben gekämpft bis zur letzten Minute."

Spannender Vierkampf um den Sieg

Die erste Hälfte des Finalrennens stand ganz im Zeichen von Pole-Setter Philipp Eng (27/A, BMW Team Schnitzer) im BMW, der bis zum Fahrerwechsel das Feld anführte, doch danach wurde es an der Spitze turbulent. Nachdem Rolf Ineichen den auf Platz zwei liegenden Lamborghini von Partner Christian Engelhart übernommen hatte, machte der Schweizer Druck auf den führenden BMW, der nun von Nick Catsburg (29/NL) gefahren wurde. Mehrmals versuchte er am M6 GT3 vorbeizukommen. Dahinter schlossen schließlich Porsche-Pilot Robert Renauer (32/Jedenhofen, Precote Herberth Motorsport) und der frischgebackene Champion Jules Gounon zum Führungsduo auf. Renauer überholte kurze Zeit später Ineichen und griff in den Schlussrunden den führenden BMW an. Mehrmals wechselte zwischen dem BMW und dem Porsche die Führung, ehe es in der Schlussrunde ausgangs der Spitzkehre eine Berührung zwischen den beiden Fahrzeugen gab: Während Catsburg weiterfuhr und als Erster die Zielflagge sah, fiel Renauer nach einem Dreher zurück. Doch unmittelbar nach der Zieldurchfahrt wurde Catsburg aufgrund der Kollision mit Renauer nachträglich mit einer 30-Sekunden-Zeitstrafe belegt, das BMW-Duo wurde auf Rang 13 gewertet. Somit kamen Engelhart und Ineichen, der in der Schlussphase den Corvette-Piloten und neuen Champion Gounon hinter sich halten konnte, zu ihrem zweiten Saisonsieg. Ineichen feierte zudem den Laufsieg in der Trophy-Wertung für nicht-professionelle Fahrer. Für das GRT Grasser Racing Team war es der insgesamt dritte Erfolg der Saison.

Keilwitz erkämpft sich Vizetitel

Gounon und Partner Daniel Keilwitz fuhren nach dem Sieg am Samstag als Zweite und Sieger der Junior-Wertung erneut auf das Podest. Beide zeigten eine starke Aufholjagd vom 14. Startplatz. Keilwitz hatte die Corvette bis zum Fahrwechsel bereits auf den vierten Rang nach vorn gefahren. Dank des zweiten Rangs entschied Callaway Competition neben dem Fahrertitel und der Junior-Wertung auch die Team-Wertung für sich. Keilwitz, der wegen eines Beinbruchs sechs Rennen verpasste, wurde noch Gesamtzweiter hinter Teamkollege Gounon.
 
Platz drei ging schließlich an den Audi von Jeffrey Schmidt und Christopher Haase vor den lange um den Sieg kämpfenden Porsche-Fahrern Robert Renauer und Sven Müller (25/Bingen, beide Precote Herberth Motorsport) auf Position vier. Mike David Ortmann (17/Ahrensfelde) und Frank Stippler (42/Bad Münstereifel, beide BWT Mücke Motorsport) im Audi gelang mit Rang fünf die beste Platzierung der Saison. Nachdem sie in der Anfangsphase des Rennens von einem Audi umgedreht wurden, kamen Ezequiel Perez Companc (23/RA) und Mirko Bortolotti (27/I) im zweiten Lamborghini des GRT Grasser Racing Team noch auf Platz sechs.
 
Rang sieben ging an Mathieu Jaminet (22/F) und Michael Ammermüller (31/Rotthalmünster, beide KÜS Team75 Bernhard) im Porsche 911, danach sahen die letztjährigen Champions Connor De Phillippi (24/USA) und Christopher Mies (28/Heiligenhaus, beide Montaplast by Land-Motorsport) mit ihrem Audi die Zielflagge. Die Top Ten komplettierten Luca Stolz (22/Brachbach) und Luca Ludwig (28/Bornheim, beide Team Zakspeed) im besten Mercedes-AMG sowie Dennis Marschall (21/Eggenstein-Leopoldshafen) und Patric Niederhauser (25/CH, beide Aust Motorsport) in einem weiteren Audi R8.

Stimmen der Sieger

Christian Engelhart (GRT Grasser Racing Team, Lamborghini Huracán GT3):
"Ein fantastisches Rennen. Wir kamen optimal vorbereitet nach Hockenheim und hatten von der ersten Session an ein perfektes Auto. Ich habe im Qualifying eine perfekte Runde erwischt. Im Rennen bin ich bis zum Fahrwechsel an Philipp Eng drangeblieben. Dann haben wir durch einen früheren Boxenstopp versucht, am BMW vorbeizukommen. Fast hätte es auch geklappt. Nick Catsburg hatte in der zweiten Rennhälfte nicht die Pace, weshalb er die Verfolge aufgehalten hat. Dass Rolf in der turbulenten Schlussphase so bedacht gefahren ist und wir jetzt uns über den Sieg freuen können, ist gigantisch."
 
Rolf Ineichen (GRT Grasser Racing Team, Lamborghini Huracán GT3):
"Ich bin super happy. Es tut mir ein bisschen leid für Robert Renauer, der ein tolles Rennen gefahren ist und den Sieg auch verdient gehabt hätte. Ich habe am Anfang vielleicht etwas zu viel gepusht, als ich versucht habe, am BMW vorbeizukommen. Dadurch haben am Ende die Hinterreifen extrem abgebaut. Es war nicht einfach die Corvette hinter mir zu halten, vor allem vor der Spitzkehre
."

Sonntag, 24. September 2017

René Rast gewinnt turbulentes Sonntagsrennen

  • Jamie Green tragischer Held in einer dramatischen Schlussphase
  • Audi feiert erneut einen Dreifach-Erfolg
  • 35.500 Zuschauer besuchen DTM-Wochenende in Spielberg
Renè Rast
Foto: Jens Hawrda
René Rast hat das DTM-Sonntagsrennen auf dem Red Bull Ring in Spielberg gewonnen. In einer dramatischen Schlussphase überquerte der Mindener nach 39 Runden vor seinen Audi-Markenkollegen Mike Rockenfeller und Nico Müller die Ziellinie. Für Rast ist es der dritte Sieg im 19. DTM-Rennen. Bereits am Samstag feierten die Ingolstädter in der Steiermark einen Dreifach-Erfolg. Tragische Figur in einem abwechslungsreichen Rennen war Jamie Green. In Führung liegend fiel der Brite zwei Runden vor Schluss mit Getriebeproblemen bis auf Platz 14 zurück. In der DTM-Fahrerwertung führt vor dem großen Finale in Hockenheim weiterhin Mattias Ekström. Der Audi-Pilot wurde hinter Mercedes-AMG-Pilot Gary Paffett Fünfter. Als Sechster sah Marco Wittmann im BMW M4 DTM die Zielflagge.

Jamie Green musste eine bittere Pille schlucken: Von der Pole-Position gestartet fuhr der Brite ein souveränes Rennen, führt den 16. Saisonlauf bis Runde 38 an. Mit den 25 Punkten für den Sieg hätte Green in der DTM-Fahrerwertung den Abstand auf Ekström deutlich verkürzt. Doch ein Getriebeproblem an seinem Audi RS 5 DTM verhinderte den Sieg. „Das war wirklich sehr schade. Heute war einfach nicht mein Tag“, sagte er nach dem Rennen. Platz eins erbte Markenkollege Rast, der damit in der Fahrerwertung auf Platz zwei vorrückt. „Wir haben das Rennen kontrolliert, aber das Safetycar hat alles durcheinandergewirbelt. Der Titelkampf ist jetzt offen wie nie, aber da kann noch einiges passieren. In Hockenheim wissen wir mehr“, sagte Rast.

Die Safetycar-Phase war nach einer Kollision zwischen Auer und Spengler nötig geworden, als sich der Österreicher nicht schnell genug aus dem Grünstreifen befreien konnte. Nach Platz acht am Samstag blieb der Österreicher bei seinem Heimspiel diesmal ohne Punkte. Beim Restart in Runde 31 konnte die Spitze ihre Positionen behaupten, großer Verlierer des Indycar-Starts war allerdings Marco Wittmann. Der Fürther fiel von Position vier auf sieben zurück. Am Ende wurde Wittmann Sechster. Profiteur war hingegen Gary Paffett. Der Brite war vor dem Restart Siebter und sah als Vierter die Zielflagge.

Die Tabellensituation ist vor den letzten beiden Saisonrennen auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg weiterhin spannend: Bei noch 56 zu vergebenden Punkten haben rechnerisch noch sechs Piloten Chancen auf den Titel, allen voran der Führende Ekström. Der Schwede hat 172 Punkte auf seinem Konto und liegt damit 21 Zähler vor Rast (151). Green (137), Rockenfeller, Wittmann (beide 134) und Auer (131) haben ebenfalls noch Chancen auf die DTM-Krone. Die Titelentscheidung fällt vom 13. bis 15. Oktober 2017 in Hockenheim in den Saisonrennen 17 und 18.

DTM: Wieder Pole für Jamie Green

Erneute Pole für Jamie Green (Audi)
Foto: Jens Hawrda
Nach seiner Pole-Position für das Samstagsrennen holt sich Jamie Green auch die Pole für das zweite Rennen des Wochenendes am Sonntag. Mit einer Rundenzeit von 1:21,955 Minuten qualifizierte sich Green für die Pole-Position – die 13. in seiner DTM-Karriere. Pole am Samstag und am Sonntag: Das gelangen vor ihm lediglich Edoardo Mortara (2016, Budapest) und Antonio Félix da Costa (2016, Finale Hockenheim).

Neben ihm in der ersten Startreihe steht im 16. Saisonrennen sein Markenkollege René Rast, der sich gestern nach einem Dreher im Rennen um wichtige Punkte für die Fahrerwertung brachte. Startplatz drei sicherte sich im 20-minütigen Qualifying Marco Wittmann im BMW M4 DTM. Mattias Ekström, Sieger am Samstag und Tabellenführer, wurde Achter. Im Rennen wird der Weg nach vorne für den Schweden schwer werden: Mit Gary Paffett und Timo Glock stehen ein Mercedes-AMG und ein BMW auf den Startpositionen sechs und sieben direkt vor ihm – die zwei BMW von Tom Blomqvist und Bruno Spengler dahinter. Als Letzter startet Lucas Auer im Mercedes-AMG C 63 DTM in sein Heimrennen. Der Rückstand des Österreichers auf die schnellste Zeit von Green beträgt allerdings lediglich 0,727 Sekunden.

Stimmen der drei bestplatzierten Fahrer

Jamie Green
(Platz eins, Audi): „Das ist sehr selten in der DTM, dass derselbe Fahrer an einem Wochenende zweimal die Pole-Position holt. 2015 habe ich am Lausitzring schon zwei Rennen an einem Wochenende gewonnen. Ich will jedes Rennen gewinnen. Am Ende ist die DTM aber auch ein Teamsport. Audi ist sehr motiviert, in Bezug auf den Titel in der Fahrerwertung. Das ist unser gemeinsames Ziel.“

René Rast
(Platz zwei, Audi): „Gestern hatte ich mir mit einem kleinen Fehler in der ersten Runde das Auto zerstört. Mit dem zweiten Reifensatz ging dann nicht mehr viel. Heute hatte ich mit beiden Sätzen einen sauberen Run. Jamie war einen Tick schneller als ich. Mit der Teamleistung können wir zufrieden sein. Es kann noch alles passieren in den letzten drei Rennen. Ein schlechtes Qualifying und du bist ruckzuck aus den Punkten raus. Es sind noch 81 Punkte zu vergeben. Auch für mich ist noch alles möglich, auch wenn es sehr schwer wird.“

Marco Wittmann
(Platz drei, BMW): „Spielberg liegt mir, hier war ich schon immer schnell. Das hat sich heute wieder bestätigt. Es wird wieder ein schweres Rennen für uns werden, da die Audis über die Distanz etwas stärker sind. Aber, wir versuchen unser Bestes. Mit Platz drei kann ich voll zufrieden. Das Pünktchen nehme ich gerne mit.“

DTM: Drittes Freies Training geht an Ekström

Foto: Jens Hawrda
Nach seinem Sieg vom Vortag holt sich Mattias Ekström (Audi) auch due Bestzeit am Sonntag beim dritten Freien Training in Spielberg. Insgesamt lief es für Audi aber auch wieder hervorragend, denn alle sechs Audi-Fahrer platzierten sich den Top neun. Der Tabellenführer Ekström fuhr am Red Bull Ring mit einer Rundenzeit von 1:22,059 Minuten auf Platz eins. Es folgten die Markenkollegen Mike Rockenfeller (1:22,101) und Jamie Green (1:22,284), der in den ersten beiden Freien Trainings jeweils der Schnellste gewesen war. „Das war das Beste, was ich kann. Das Auto war sehr gut. Es war sehr frisch heute Morgen, die Autos hatten viel Grip. Aber im Qualifying werden die Temperaturen wärmer sein. Mal gucken, ob es dann auch zu einem Spitzenplatz reicht“, sagte Ekström.

Bester Mercedes-AMG-Fahrer war Gary Paffett auf Rang vier in 1:22,287 Minuten. Lokalmatador Lucas Auer belegte Rang sechs (1:22,374). „Das Freie Training ist wie immer irrelevant und wenig aussagekräftig. Mein Ziel im Qualifying muss die Top Ten sein“, sagte der Österreicher. Erneut abgeschlagen waren die BMWs. Marco Wittmann war in 1:22,923 Minuten als Elfter noch der Beste. Letzter wurde Edoardo Mortara. Der Mercedes-AMG-Pilot konnte aufgrund eines Kraftstoffdruckproblems nur fünf Runden absolvieren.

Samstag, 23. September 2017

Josh Files erneut Meister der ADAC TCR Germany

  • Der Brite wird Zehnter und ist im letzten Saisonrennen nicht mehr einzuholen
  • Proczyk holt den ersten Sieg für Opel - Rennen nach Unfall vorzeitig abgebrochen
  • Mike Halder wird Zweiter und festigt den zweiten Platz in der Meisterschaft
Josh Files erneut Meister der TCR Germany
Foto: Jens Hawrda
Josh Files (26, Großbritannien, Target Competition) hat seinen Titel in der ADAC TCR Germany erfolgreich verteidigt. Der Brite belegte im Honda Civic TCR beim vorletzten Rennen der Tourenwagenserie des ADAC in Hockenheim den zehnten Rang und ist damit in der Tabelle von Titelkontrahent Mike Halder (21, Meßkirch, Wolf-Power Racing) im Finalrennen am Sonntag (15.15 Uhr) nicht mehr einzuholen. Das 13. Rennen gewann Harald Proczyk (41, Österreich, HP Racing), der dem Opel Astra TCR den ersten Sieg in der ADAC TCR Germany bescherte. Hinter Mike Halder im Seat Leon TCR fuhr Steve Kirsch (38, Chemnitz, Honda Team ADAC Sachsen) im Honda als Dritter aufs Podium. Der Lauf wurde nach einem Unfall von Jasmin Preisig (25, Schweiz, Lubner Motorsport) vorzeitig abgebrochen. Die Schweizerin klagte nach dem Unfall über Rückenschmerzen und wurde für weitere medizinische Untersuchungen ins Krankenhaus eingeliefert.

"Die Hauptsache ist, dass es Jasmin gut geht! Darüber bin ich sehr froh", sagte Champion Josh Files: "Doppel-Champion zu sein, ist ein sensationelles Gefühl. Die Bindung zum Team ist noch enger als im vergangenen Jahr, die Gegner waren noch stärker und alles noch intensiver. Ich war echt nervös vor dem Start, aber zum Glück hat alles geklappt. Jetzt freue ich mich auf einen tollen Fight morgen!"

Vierter wurde Sheldon van der Linde (18, Südafrika, AC Mayen e.V. im ADAC), der bester Audi RS3 LMS wurde und seine Chance auf die Vizemeisterschaft wahrte. VW Golf GTI-Fahrer Luca Engstler (17, Wiggensbach, Liqui Moly Team Engstler) belegte den fünften Rang, der Sieger der Honda Rookie Challenge war damit erneut bester Nachwuchsfahrer im Feld. Die Plätze sechs bis zehn belegten die Audi-Fahrer Niels Langeveld (29, Niederlande, Racing One) und Antti Buri (28, Finnland, LMS Racing) sowie Kris Richard (22, Schweiz, Target Competition) im Honda, Sandro Kaibach (20, Bad Waldsee, Aust Motorsport) im Audi und Josh Files. Derweil fuhr Luigi Ferrara (35, Italien, V-Action Racing Team) beim Debüt des Alfa Romeo Giulietta TCR als 17. auf Anhieb in die Punkte.

Proczyk, der für das Finale von Seat auf Opel umgestiegen ist, erwischte keinen idealen Start, er verteidigte seine Führung auf den ersten Metern dennoch und fuhr anschließend schnell ein Polster auf die Verfolger heraus. Dahinter lieferten sich van der Linde, Halder und Kirsch intensive Duelle um die Podiumsplätze - das wiederum spielte Proczyk in die Karten, der so bereits mit Ende der ersten Runde einen Vorsprung von 1,7 Sekunden herausgefahren hatte.

Halder entschied die Verfolgerduelle für sich und festigte Platz zwei. Dahinter folgten Kirsch und van der Linde. Josh Files hielt sich auch bei einigen Zweikämpfen schadlos und pendelte immer wieder zwischen den Plätzen neun bis elf. Nach dem Ausscheiden von Jason Wolfe (22, USA, Liqui Moly Team Engstler) und dem Unfall von Jasmin Preisig kam das Safety Car bei noch knapp 17 Minuten Restdauer auf die Strecke. Anschließend wurde das Rennen abgebrochen.

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany


Harald Proczyk
(Sieger, HP Racing): "Der Sieg hat einen faden Beigeschmack. Es ist nie schön, wenn man einen Unfall miterlebt. Zum Glück geht es Jasmin den Umständen entsprechend gut."

Mike Halder (Zweiter, Wolf-Power Racing): "Der Sieg wäre heute schwer gewesen, Hari war sehr schnell. Meine erste Runde war gut, ich konnte das Tempo als Zweiter ganz gut bestimmen. Morgen will ich den zweiten Platz in der Gesamtwertung heimbringen, irgendwie fehlt mir noch immer der eine Sieg. Vielleicht klappt es ja morgen!"

Steve Kirsch (Dritter, Honda Team ADAC Sachsen): "Morgen wird es schwieriger vom achten Platz. Das Rennen war etwas zu kurz für uns, aber die Gesundheit steht immer im Vordergrund. Wenn ich morgen nochmals aufs Podium fahre, dann ist es ein gelungener Abschluss."

Luca Engstler (Fünfter und bester Rookie, Liqui Moly Team Engstler): "Ich hatte die Chance, aufs Podium zu kommen - aber im Duell mit Steve Kirsch ist dann van der Linde vorbeigekommen. Er ist halt ein Top-Fahrer, der braucht keine zwei Chancen."

Ekström feiert in Spielberg seinen ersten Saisonsieg

  • Audi gelingt Dreifach-Erfolg im Samstagsrennen
  • Ekström baut Führung in der Meisterschaft aus
  • Kreis der Titelkandidaten weiterhin groß
Dreifachsieg für Audi
Foto: dtm.com
Einen Schritt in Richtung Titelgewinn hat im DTM-Samstagsrennen auf dem Red Bull Ring Audi-Pilot Mattias Ekström gemacht: Der Schwede holte im 15. Rennen der Saison seinen ersten Saisonsieg und baute damit seine Führung in der Fahrerwertung auf 28 Punkte aus. „Wir haben lange genug für den ersten Sieg gekämpft und dreimal war ich als Zweiter nah dran. Bei dem tollen Wetter kann man den Sieg richtig genießen“, sagte Ekström nach dem Rennen. Freude auch bei seinem Arbeitsgeber Audi; Die Ingolstädter belegten mit Jamie Green auf Position zwei und Nico Müller auf Rang drei bei der Siegerehrung alle drei Stufen des Podests. Vierter vor traumhafter Kulisse in der Steiermark wurde Mercedes-AMG-Pilot Robert Wickens. Platz fünf sicherte sich Titelverteidiger Marco Wittmann im BMW M4 DTM.

Bis vier Runden vor dem Ende des Rennens sah alles nach einem Sieg von Jamie Green aus. Der Brite, von der Pole-Position gestartet, führte das Rennen über weite Strecken an. Erst in Runde 36 konnte Ekström seinen Markenkollegen überholen. „Mattias war ein bisschen schneller als ich“, analysierte der Zweitplatzierte. „Natürlich wollte ich gewinnen. Es hat nicht ganz gereicht, aber ich bin zufrieden.“

Robert Wickens legte den Grundstein für seinen vierten Platz bereits beim Start. Von Platz sieben verbesserte er sich auf vier – und verteidigte die Position bis ins Ziel gegen Marco Wittmann. Bei einer Berührung in der Anfangsphase des Rennens beschädigte sich der Kanadier sein Fahrzeug und hatte zwischenzeitlich Sorge, überhaupt auf einem Punkterang ins Ziel zu kommen. „Das war heute wirklich ein hartes Rennen“, sagte der Mercedes-Pilot. „Nach dem Boxenstopp war der Abstand auf Wittmann etwas größer und ich hatte Luft zum Atmen. Das es am Ende noch zu Platz vier gereicht hat, ist gut.“ Für Marco Wittmann war Platz fünf am Samstag das Maximum. „Ich hatte einen guten Kampf mit Robert und einige Möglichkeiten zu überholen. Am Ende hat es trotzdem nicht geklappt“, sagte Wittmann.
Ekström siegt vor Green und Müller (alle Audi)
Foto: dtm.com
In der Fahrerwertung konnte Ekström mit seinem insgesamt 23. DTM-Sieg die Führung ausbauen. Der Schwede liegt mit 162 Punkten auf Platz eins vor Green (134), der in der Meisterschaft jetzt Zweiter ist. Lucas Auer, der bei seinem Heimspiel lediglich Platz 8 belegte ist mit 131 Punkten Dritter vor Wittmann (125) und René Rast (124). Der Audi-Fahrer drehte sich nach einer Kollision, fiel an das Ende des Feldes zurück und blieb am Ende ohne Punkte. Vor dem Rennen war Rast noch Dritter in der Fahrerwertung. Bei noch 84 zu vergebenen Punkten verbleiben rechnerisch immer noch zehn Fahrer im Titelkampf.

Jules Gounon ist ADAC GT Masters-Champion 2017

  • Corvette-Pilot gewinnt den Titel mit Rennsieg
  • Gounon entscheidet Junior-Wertung ebenfalls für sich
  • Remo Lips verteidigt Titel in der Trophy-Wertung
Jules Gounon gewinn Fahrertitel und Juniorwertung
Foto: ADAC-Motorsport / Gruppe C GmbH
Die Entscheidung ist gefallen. Jules Gounon (22/F, Callaway Competition) heißt der Champion des ADAC GT Masters 2017. Der Corvette-Pilot gewann zusammen mit Daniel Keilwitz (28/Villingen) das erste Rennen beim Saisonfinale in Hockenheim und sicherte sich damit vorzeitig seinen ersten Titel in der "Liga der Supersportwagen". Die Titelverteidiger Connor De Phillippi (24/USA) und Christopher Mies (28/Heiligenhaus, beide Montaplast by Land-Motorsport) fuhren mit ihrem Audi auf Platz zwei vor dem Mercedes-AMG-Duo Luca Stolz (22/Brachbach) und Luca Ludwig (28/Bornheim, beide Team Zakspeed). "Ich bin überglücklich über den Titel", freute sich Gounon. "Unglaublich, dass wir es geschafft haben. Vielen Dank an die ganze Callaway-Mannschaft. Ohne sie wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen."

Gounon/Keilwitz souverän an der Spitze

Pole-Setter Jules Gounon und Partner Daniel Keilwitz zeigten bei ihrem Start-Ziel-Sieg eine souveräne Leistung. Gounon verteidigte mit seiner Corvette beim Start die Führung und fuhr bis zum Fahrerwechsel einen Vorsprung von knapp zwei Sekunden heraus. Sein deutscher Partner fuhr nach der Fahrzeugübernahme den Sieg souverän ins Ziel. Zwischenzeitlich baute er sein Zeitpolster auf bis zu fünf Sekunden aus. Für Gounon war es der dritte Saisonsieg, für Partner Keilwitz, der drei Läufe wegen eines Beinbruchs verpasste, der zweite. Durch den Erfolg sicherte sich Gounon vorzeitig seinen ersten Titel im ADAC GT Masters. Dank eines Punktevorsprungs von 40 Punkten kann der 22-Jährige im Sonntagsrennen nicht mehr eingeholt werden. Für Gounons Team Callaway Competition ist es nach 2013 der zweite Fahrertitel im ADAC GT Masters. Neben dem Gesamttitel kann sich der Franzose auch über den vorzeitigen Gewinn der Junior-Wertung für Piloten unter 25 Jahren freuen.

Spannende Kämpfe auf den Verfolgerpositionen

Das Audi-Duo De Phillippi/Mies verpasste als Zweite am Ende den Sieg nur um 0,834 Sekunden. Die letztjährigen Titelgewinner kämpften sich vom vierten Startplatz auf das Podest. Mies verwies mit einem spektakulären Überholmanöver eingangs des Motodroms die aus der ersten Reihe gestarteten Mercedes-AMG-Fahrer Stolz/Ludwig auf den dritten Rang und wahrte damit seinem Team Montaplast by Land-Motorsport Chancen auf die Titelverteidigung in der Team-Wertung. Dort hat die Mannschaft von Wolfgang Land 15 Punkte Rückstand auf Callaway Competition.

Platz vier holten die Porsche-Piloten Mathieu Jaminet (22/F) und Michael Ammermüller (31/Rotthalmünster, beide KÜS Team75 Bernhard) vor Trophy-Sieger Rolf Ineichen (39/CH) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser Racing Team) im besten Lamborghini Huracán.

Die Positionen sechs bis acht waren fest in Audi-Hand: Filip Salaquarda (33/CZ)/Markus Winkelhock (37/Schorndorf, beide BWT Mücke Motorsport) wurden Sechste vor ihren Markenkollegen Markus Pommer (26/Neckarsulm)/Kelvin van der Linde (21/ZA, beide Aust Motorsport) und Jeffrey Schmidt (23/CH) und Christopher Haase (29/Kulmbach, beide Montaplast by Land-Motorsport).

Nicolai Sylvest (20/DK) und Nikolaj Rogivue (21/CH, beide Team Zakspeed) sammelten als Neunte mit ihrem Mercedes-AMG zwei Meisterschaftszähler, den letzten Punkt ergatterten Sven Barth (36/Illertissen) und Maximilian Hackländer (27/Rüthen, beide RWT Racing). Das Corvette-Duo zeigte von Startplatz 17 aus eine starke Aufholjagd.

Nissan-Pilot Remo Lips (34/CH, MRS GT-Racing) sicherte sich am Samstag vorzeitig den Titel in der Trophy-Wertung für nicht-professionelle Piloten. Der Schweizer schied zwar unverschuldet durch eine Kollision in der ersten Runde, die einen Neustart des Rennens erforderlich machte, aus, da aber Titelrivale Barth nur auf dem zweiten Klassenrang ins Ziel kam, reichte es für Lips zum zweiten Trophy-Titel in Folge.

Stimmen der Sieger

Jules Gounon (Callaway Competition, Corvette C7 GT3-R):
"Es war nicht einfach nach dem vergangenen Lauf auf dem Sachsenring. Nach dem schwierigen Wochenende hatten wir etwas an Selbstvertrauen verloren. Ich habe in meinem Stint versucht, einen Vorsprung herauszufahren, um Daniel die beste Ausgangsposition zu ermöglichen. Als Daniel im Auto war, war ich überhaupt nicht nervös. Er macht einfach keine Fehler. Die Corvette ist fantastisch und das ganze Team hat unglaublich gearbeitet."

Daniel Keilwitz (Callaway Competition, Corvette C7 GT3-R):
"Am Ende musste ich etwas aufpassen, da die Hinterreifen ziemlich runtergefahren waren. Aber das wussten wir schon vorher und haben daher versucht, in der ersten Rennhälfte einen Vorsprung herauszufahren. Es wurde schwierig, die Pace zu halten, aber der Vorsprung hat ausgereicht. Es ist schön für das Team und Jules, den Titel einzufahren. Und für mich ist es schön, mit einem Sieg zurückzukehren."

Green holt die Pole-Position in Spielberg

Jamie Green holt die Pole fürs Rennen am Samstag
Foto: Jens Hawrda
Nach zwei Bestzeiten in den Freien Trainings sicherte sich Jamie Green im Qualifying für das Samstagsrennen die Pole-Position. Für Green ist es die zwölfte Pole in seiner DTM-Karriere und die erste in diesem Jahr. Auch im letzten Jahr lief es in Spielberg gut für Green. Im Sonntagsrennen stand er ebenfalls auf der Pole und wurde am Ende Dritter.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen mit Nico Müller und Mattias Ekström zwei weitere Audi-Piloten. Marco Wittmann steht als bester BMW-Fahrer in der Startaufstellung auf Platz vier. Robert Wickens beendete das Qualifying als schnellster Mercedes-AMG-Pilot auf Platz sieben. Der Österreicher Lucas Auer – ärgster Verfolger von DTM-Spitzenreiter Ekström – wurde mit 0,558 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Green Zwölfter.

Audi im zweiten Freien Training an der Spitze

Green wieder Schnellster
Foto: Jens Hawrda
Auch im zweiten Freie Training am Samstag in Spielberg zeigt sich Audi wieder stark. Vier Audi-Fahrer lagen auf dem Red Bull Ring vorne. Jamie Green fuhr wieder die schnellste Zeit. Es folgten René Rast, Mattias Ekström und Mike Rockenfeller. „Das Auto ließ sich sehr gut fahren. Ich habe nichts zu meckern. Jetzt gilt es, im Qualifying eine perfekte Runde hinzubekommen“, war der DTM-Tabellenführer Mattias Ekström zufrieden.

Bester Mercedes-AMG-Pilot war Edoardo Mortara auf Platz fünf vor Lokalmatador Lucas Auer. Kein BMW-Fahrer schaffte es unter die ersten Zehn. Titelverteidiger Marco Wittmann war als Elfter der Beste aus der BMW-Mannschaft. Allerdings lag er mit seiner Trainingszeit bereits 0,710 Sekunden hinter Green.

Nach Freitag war Green auch am Samstagmorgen der Schnellste im Feld. „Wir mussten ja aufgrund des Nebels den Start des Freien Trainings zunächst verschieben. Es war kalt. Das Auto hat sich gut angefühlt. Ich war mit der Balbereits ance zufrieden. Jetzt konzentriere ich mich auf das Qualifying,“ sagte Green, der mit 113 Punkten in der DTM-Fahrerwertung auf Platz fünf liegt.

Freitag, 22. September 2017

Finale Hockenheim: Pole für Opel und Honda durch Proczyk und Files

  • Neues Auto - neues Glück: Vizemeister Proczyk fährt im Opel zur Pole
  • Im zweiten Rennen am Sonntag startet Titelverteidiger Josh Files von ganz vorne
  • Mike Halder wird Vierter und verkürzt den Rückstand auf Tabellenführer Files
Neues Auto und Pole: Harald Proczyk
Foto: ADAC-Motorsport-Gruppe C GmbH
Hockenheim. Harald Proczyk (41, Österreich, HP Racing) hat sich im Opel Astra TCR von Lubner Motorsport die Pole Position für das vorletzte Saisonrennen der ADAC TCR Germany auf dem Hockenheimring gesichert. Der Österreicher, der für das Finale von Seat auf Opel umgestiegen ist, setzte im Qualifying in 1:48.366 Minuten die Bestzeit und verwies Sheldon van der Linde (18, Südafrika, AC Mayen e.V. im ADAC) im Audi RS3 LMS und Steve Kirsch (38, Chemnitz, Honda Team ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR auf die Plätze zwei und drei.

Mike Halder (21, Meßkirch, Wolf-Power Racing) wurde im Seat Leon TCR Vierter, damit sicherte sich der ADAC Stiftung Sport-Förderpilot zwei Zähler für die Meisterschaft und verkürzte den Rückstand auf Tabellenführer Josh Files (26, Großbritannien, Target Competition) auf 76 Punkte. Der Brite wurde im Qualifying Zehnter und sicherte sich so die Pole Position für das zweite Rennen am Sonntag. In diesem Rennen startet die Top Ten des Qualifyings in umgekehrter Reihenfolge.

Die Startplätze fünf bis neun für den ersten Lauf am Samstag holten Rookie Luca Engstler (17, Wiggensbach, Liqui Moly Team Engstler) im VW Golf GTI TCR, Honda-Fahrer Kris Richard (22, Schweiz, Target Competition), Sandro Kaibach (20, Bad Waldsee, Aust Motorsport) und Niels Langeveld (29, Niederlande, Racing One) im Audi sowie Moritz Oestreich (25, Fulda, Honda Team ADAC Sachsen) im Honda.

Die beiden Alfa Romeo Giulietta TCR, die an diesem Wochenende ihr Debüt in der ADAC TCR Germany feiern, verpassten das Shoot-out. Luigi Ferrara (35, Italien, V-Action Racing Team) und Cosimo Barberini (26, Italien, V-Action Racing Team) belegten letztlich die Plätze 27 und 31.

Proczyk, der sich seine zweite Pole des Jahres sicherte, war entsprechend zufrieden. "Das ist eine Überraschung, das hätte ich nicht unbedingt geglaubt. Mal sehen, wie es nun im Rennen über längere Distanz geht", sagte der Österreicher: "Es ist sehr theoretisch möglich, in der Gesamtwertung noch nach vorne zu kommen. Aber die Konkurrenten van der Linde und Langeveld machen einen sehr guten Job. Daher wird es eng werden."

Sogar "mehr als zufrieden" war Mike Halder. "So ein gutes Ergebnis hätte ich nicht für möglich gehalten, und so konnten wir Josh noch ein bisschen mehr ärgern", sagte der 21-Jährige, der seinen zweiten Rang in der Meisterschaft in den beiden letzten Rennen des Jahres sichern will: "Ich konzentriere mich nur auf mich und ziehe mein Ding durch. Ich möchte ein gutes Rennen fahren und einen Pokal mit nach Hause nehmen. Einen Sieg wünsche ich mir schon seit langer Zeit, aber vielleicht klappt es ja morgen."

Josh Files wiederum möchte gleich die erste Chance im Rennen am Samstag (12.00 Uhr) für den Gewinn der Meisterschaft nutzen. "Ich habe großen Respekt vor Mike, aber morgen wollen wir den Titel perfekt machen", sagte er.

Weitere Marke in der ADAC TCR Germany: Alfa Romeo startet auf dem Hockenheimring

  • Der 350 PS starke Giulietta TCR erstmals in Deutschland
  • Cosimo Barberini und Luigi Ferrara beim Saisonfinale am Start
  • Alfa Romeo Giulietta TCR bereits aus TCR International bekannt
Zuwachs im ADAV TCR Germany: Alfa Romeo
Foto: ADAC-Motorsport
Weiterer Zuwachs in der Markenfamilie der ADAC TCR Germany: Beim großen Saisonfinale der Tourenwagenserie an diesem Wochenende in Hockenheim (22. bis 24. September) werden erstmals auch zwei Alfa Romeo Giulietta TCR an den Start gehen. Damit dürfen sich Fans der ADAC TCR Germany auf 350 PS starke Tourenwagen von gleich sechs Marken freuen. Neben Alfa Romeo sind auch die bereits bekannten Honda Civic TCR, Audi RS3 LMS, Opel Astra TCR, Seat Leon TCR und VW Golf GTI TCR dabei.

Einer der beiden Alfa Romeo Giulietta TCR wird vom Italiener Cosimo Barberini gesteuert werden, im zweiten sitzt sein Landsmann Luigi Ferrara. Beide starten für das italienische V-Action Racing Team. In der TCR International Series sind die Alfa regelmäßig vorne mit dabei - nun wollen die Italiener ihre Wettbewerbsfähigkeit auch in der ADAC TCR Germany unter Beweis stellen. Fans, die es nicht zum Hockenheimring schaffen, können das Debüt der Italiener im TV bei SPORT1 und SPORT1+ oder online bei den Livestreams auf www.SPORT1.de, www.adac.de/motorsport und www.youtube.com/adac verfolgen.

"Wir wollen mit dem Alfa in neue Sphären vorstoßen - national und international", sagte V-Action-Teamchef Daniele Vernuccio, der das Team gemeinsam mit seinem Sohn Federico leitet: "Wir sind sehr stolz auf die Entwicklung des Wagens, und wollen uns nun auch in neuer Umgebung beweisen."

In der TCR International Series hat der Alfa bereits seine Siegfähigkeit unter Beweis gestellt - gleich im ersten Saisonrennen im April in Georgien feierte Davit Kajaia einen Erfolg mit dem 350 PS starken Italiener. In Bahrain und zuletzt am Salzburgring kamen weitere Siege dazu. Der Alfa Romeo feierte zuletzt auch in der italienischen TCR sein Debüt - in Imola landete der Giulietta TCR Anfang des Monats bei zwei Starts auch zweimal in den Top Ten. Daran will das V-Action Racing Team mit dem Alfa Romeo Giulietta TCR nun auch in der ADAC TCR Germany anknüpfen. Mit Cosimo Barberini, dem aktuellen Trofeo Abarth Champion, arbeitet das Team schon länger zusammen. Luigi Ferrara kennt sich in der TCR bereits aus, in der internationalen Serie startet er seit zwei Jahren für das Team Top Run Motorsport im Subaru WRC STi TCR.