Donnerstag, 14. Dezember 2017

Interview Maro Engel: „Ich bin jede Nacht schweißgebadet aufgewacht“ (2.Teil)

Von der Kindergartenfreundschaft in die weite Motorsport-Welt: Maro Engel blickt zurück. Wir stellen in einer zweiteiligen Interview-Reihe den Menschen hinter dem Rennfahrer vor. Im zweiten Teil spricht Maro über...
  • seine Herzmuskelentzündung: „Ich bin an die Box zurückgekommen, als ob ich gerade eine Stunde lang am Limit Rennen gefahren wäre.“
  • seine Lehre daraus: „Es ist am wichtigsten, seinen Körper zu kennen und auf ihn zu hören.“
  • sein Training: „Du musst frisch sein. Rennfahren ist ein Konzentrationssport. Das ist das A und O.“
Maro Engel
Foto: Mercedes-Motorsport
Maro, Du bist 2017 nach fünf Jahren Pause in die DTM zurückgekehrt. Was hatte sich in der Zwischenzeit verändert?

Maro Engel: Es war schon eine große Umstellung, aber die neue Fahrzeug-Generation ist geil zu fahren. Sie ist deutlich schneller geworden und es hat sich seit meiner ersten DTM-Zeit von 2008 bis 2011 viel in der DTM getan. Ich habe 2011 als bester Jahreswagen-Fahrer von Mercedes beendet. Allerdings hatte ich in der zweiten Saisonhälfte eine Herzmuskelentzündung. Das war keine einfache Zeit für mich. Die letzten beiden Saisonläufe waren die mit Abstand schlechtesten Rennen meiner DTM-Karriere. Ich habe deutlich mehr geschwitzt und konnte mir nicht erklären, warum die Performance nicht da war.

Du hast deine Herzmuskelentzündung angesprochen. Wie ging es damit weiter?

Maro Engel: Das erste Mal habe ich diese Erschöpfung bei einem Rollout gemerkt. Ich war danach komplett außer Atem. Ich bin an die Box zurückgekommen, als ob ich gerade eine Stunde lang am Limit Rennen gefahren wäre. Von da an dachte ich, dass ich etwas mehr Ruhe brauche, das war instinktiv richtig. Denn es gibt keine Medizin für eine Herzmuskelentzündung, sondern du musst schlafen und dich erholen. Die Rennen konnte ich einigermaßen durchfahren, aber nur, indem ich unter der Woche komplett Ruhe gegeben und geschlafen habe. Am Ende bin ich mit dem Hund spazieren gegangen und als Treppen kamen, war ich ganz außer Atem.

Wie hast du da die letzten zwei Rennen überhaupt durchgestanden?

Maro Engel: Die Herzmuskelentzündung hat mich bei den letzten zwei Rennen richtig stark beeinflusst. Ich war bei den meisten Rennen in den Top-10, aber in Valencia und Hockenheim nur auf den Plätzen 15. und 14. Eine Herzmuskelentzündung bedeutet, dass der Herzmuskel von Bakterien angegriffen ist. Das ist akut gefährlich. Ich wusste es zu diesem Zeitpunkt nur noch nicht, sonst hätte mich kein Arzt der Welt Rennen fahren lassen. Die Diagnose habe ich erst im November nach Saisonende erhalten. Ich war ständig mega außer Atem und habe mich gewundert, warum ich komplett energielos war. Ich habe jeden Tag lang geschlafen, dann Mittagsschlaf gemacht und bin abends früh schlafen gegangen. Nur so habe ich die Rennen überhaupt durchgehalten.

Wie hast Du dir die Herzmuskelentzündung damals zugezogen?

Maro Engel: Das bekommst du, wenn du krank bist und trotzdem trainierst. Ich muss wohl Ende August oder Anfang September eine Erkältung verschleppt und zu früh wieder angefangen haben zu trainieren. Wenn du dann trainierst, können die Bakterien den Herzmuskel angreifen. Das Ergebnis ist, dass du komplett energielos bist. Ich habe zehn Stunden lang geschlafen und bin jede Nacht schweißgebadet aufgewacht. An Sport war während dieser Zeit nicht zu denken. Stattdessen habe ich mich für zwei bis drei Stunden zum Mittagsschlaf hingelegt und bin wieder komplett durchnässt aufgewacht. Mein Ruhepuls war 40 Schläge über dem Normalwert. Ich habe mich hingelegt und gemerkt, wie mein Herz gepocht hat.

Nach der Winterpause konntest du dann ab Januar wieder trainieren. Wie war das für dich?

Maro Engel:
Ich musste quasi bei null wieder anfangen, aber ich war bald wieder fit. Ich war danach noch einige Male im Krankenhaus, weil man dadurch natürlich für das Thema sensibler wird. Aber es hat sich jeweils herausgestellt, dass alles in Ordnung war. Was ich für mich mitgenommen habe, ist, dass es am wichtigsten ist, seinen Körper zu kennen und auf ihn zu hören. Du musst nicht jede Trainingseinheit unbedingt reindrücken, wie sie im Plan steht, nur damit du sie gemacht hast. Wenn du dich komplett fertig machst, hast du am Ende des Tages auch nichts gewonnen. Als Rennfahrer trainierst du, um dich besser und länger konzentrieren zu können. Das kannst du nicht, wenn du am Rennwochenende ankommst und schon komplett fertig bist. Du musst frisch sein. Rennfahren ist ein Konzentrationssport. Das ist das A und O.

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Audi gibt Talenten eine Chance in der Formel E

  • Rookie-Test im Anschluss an Rennen in Marrakesch
  • DTM-Star Nico Müller und Youngster Nyck de Vries im Audi e-tron FE04
DTM-Pilot Nico Müller testet für Audi in der Formel-E
Foto: Audi-Motorsport
Premiere in der Formel E: Beim ersten Rookie-Test der Rennserie fahren Nico Müller und Nyck de Vries erstmals den Audi e-tron FE04. Der Testtag findet am 14. Januar 2018 statt, einen Tag nach dem nächsten Rennen der Formel E in Marrakesch. Mit dem Rookie-Test geben Formel E und FIA den eingeschriebenen Teams die Gelegenheit, Nachwuchspiloten an die Elektroserie heranzuführen.

Die Regeln sind streng: Erlaubt sind nur Fahrer ohne E-Lizenz; sie haben noch kein Formel-E-Rennen absolviert. Für Audi gehen DTM-Pilot Nico Müller (25, Schweiz) und Nyck de Vries (22, Niederlande) an den Start. „Dieser Test mitten in der Saison ist eine einmalige Chance. Nico und Nyck fahren Testkilometer in unserem e-tron FE04 und erhalten einen guten ersten Eindruck vom Auto und den Besonderheiten der Formel E“, sagt Allan McNish, Teamchef von Audi Sport ABT Schaeffler. „Nico gehört ja bereits zur Audi-Familie, und Nycks Karriere haben wir in den vergangenen Jahren aufmerksam verfolgt. Beide haben ihre Wurzeln im Formelsport und kommen bestimmt gut klar.“

Für Nico Müller, der im Audi Sport Team Abt Sportsline in der DTM startet, geht mit dem Test ein Wunsch in Erfüllung. „Ich verfolge die Formel E schon länger als Fan, bisher aber leider nur vor dem Fernseher“, sagt der Schweizer. „Wenn ich bei ABT Sportsline zu Besuch bin, steht da neben meinem DTM-Auto oft der Formel-E-Renner – dann juckt es mich schon ein bisschen. Deshalb freue ich mich jetzt umso mehr auf diese Chance.“

Sein letztes Formel-Rennen absolvierte Müller 2013 in der Formel Renault 3.5, seitdem ist er in Touren- und Sportwagen unterwegs. Nyck de Vries dagegen dürfte der Test leichter fallen: Der Youngster verbrachte seine gesamte bisherige Karriere im Kart- und Formelsport und startete zuletzt in der Formel 2 im Rahmenprogramm der Formel 1. Der Rookie-Test findet am Sonntag, 14. Januar 2018, auf dem Circuit International Automobile Moulay el Hassan in Marrakesch statt. Der amtierende Champion Lucas di Grassi ist als Instruktor vor Ort und versorgt die beiden Neulinge mit wertvollen Tipps.

Dienstag, 12. Dezember 2017

Sportwagen-Weltmeister Timo Bernhard fährt 2018 im ADAC GT Masters

  • Zweifacher Weltmeister und Le-Mans-Sieger startet für eigenes Team
  • Bernhard wird Teamkollege von Kévin Estre
  • KÜS Team75 Bernhard plant Einsatz zweier Porsche 911 GT3 R
Timo Bernhard startet 2018 im ADAC GT-Masters
Foto; ADAC-Motorsport
Prominenter Neuzugang im ADAC GT Masters: Der diesjährige FIA-Langstrecken-Weltmeister und Le-Mans-Sieger Timo Bernhard (Bruchmühlbach-Miesau) debütiert 2018 in der "Liga der Supersportwagen". Der 36-Jährige wird sich einen Porsche 911 GT3 R seines Rennstalls KÜS Team75 Bernhard mit Kévin Estre (29/F) teilen.

Bernhard ist einer der erfolgreichsten deutschen Sportwagen-Piloten und bereits seit 1999 in Porsche-Diensten - womit er der dienstälteste Werksfahrer der Stuttgarter ist. 2015 und 2017 holte er den Fahrertitel in der FIA WEC, zweimal - 2010 und 2017 - gewann er die 24 Stunden von Le Mans. Zudem holte er 2003 den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Daytona, 2008 triumphierte er bei den 12 Stunden von Sebring und stand insgesamt fünf Mal beim ADAC Zurich 24h-Rennen auf dem Nürburgring ganz oben auf dem Podest. Sein gemeinsam mit Vater Rüdiger Bernhard geführter Rennstall KÜS Team75 Bernhard tritt seit 2016 im ADAC GT Masters an und gewann bisher fünf Rennen.

"Ich habe mich bewusst für ein Programm im ADAC GT Masters entschieden", so Bernhard. "Nach zwei WM-Titeln und Le-Mans-Siegen habe ich nach dem Ende des LMP1-Programms von Porsche als Fahrer neue Ziele gesucht, und ich sehe meinen Einsatz als einen Schritt, mit dem ich das Team weiter aufbauen und entwickeln kann. Das ADAC GT Masters ist eine neue Herausforderung, die Serie ist sehr stark besetzt. Kévin als Teamkollegen zu haben ist top."
Kevin Estre wird Teamkollege von Timo Bernhard
Foto: ADAC-Motorsport
Bernhards Teamkollege Estre startete erstmals 2010 im ADAC GT Masters. Seitdem hat er insgesamt sechs Rennen gewonnen. Seine bisher erfolgreichste Saison absolvierte der Franzose 2016, als er Gesamtvierter wurde. Das KÜS Team75 Bernhard plant wie in der Saison 2017 auch im nächsten Jahr den Einsatz zweier Porsche 911 GT3 R. Die Fahrerbesetzung des zweiten "Elfers" steht jedoch noch nicht fest.

Sonntag, 10. Dezember 2017

DTM: Interview mit Maro Engel - „Ich hatte mit der DTM noch nicht abgeschlossen“ (1.Teil)

Von der Kindergartenfreundschaft in die weite Motorsport-Welt: Maro Engel blickt zurück. Wir stellen in einer zweiteiligen Interview-Reihe den Menschen hinter dem Rennfahrer vor. Im ersten Teil spricht Maro über...
  • die ersten Kart-Runden: „Nico und ich sind mit den Minikarts herumgeeiert und hatten viel Spaß dabei.“
  • das Aufwachsen im Fürstentum: „Meine Eltern sind nach Monaco gezogen, als ich drei Jahre alt war.“
  • die Zeit zwischen seinen DTM-Jahren: „Ich habe dem Kundensport-Programm und Mercedes-AMG viel zu verdanken.“

Maro Engel im 2017er Mercedes
Foto: Jens Hawrda
Maro, wie bist du zum Motorsport gekommen?

Maro Engel: Wie die meisten Fans wahrscheinlich schon wissen, bin ich zusammen mit Nico [Rosberg] aufgewachsen. Wir waren zusammen im Kindergarten und da wir die einzigen deutschen Kinder waren, haben wir uns recht schnell sehr gut verstanden. So wurden wir rasch Freunde und haben auch in unserer Freizeit miteinander gespielt. Irgendwann hat Keke [Rosberg] zu meinem Vater gesagt: „ Pass auf, ich schenke Nico zu seinem Geburtstag ein Go-Kart. Hast du nicht Lust, dem Maro auch eins zu schenken? Dann können die Jungs unten auf der Kartstrecke etwas im Kreis fahren und wir genießen den Urlaub.“ Glücklicherweise hat mein Vater darauf geantwortet: „Klar, warum nicht?“ So hat alles angefangen.

Und wie ging es danach mit euch weiter?

Maro Engel: Danach sind wir mit den Minikarts herumgeeiert und hatten viel Spaß dabei. Wir haben das Kart dann nach Hause nach Monaco mitgenommen, wo ich an den Wochenenden zusammen mit Nico trainiert habe. Unsere Eltern haben dann zusammen ein Kartteam gegründet, mit dem wir ab 10 Jahren die ersten Rennen gefahren sind. Dann haben sich Nicos und meine Wege rein sportlich betrachtet getrennt, weil ich in Deutschland Junioren-Kartrennen gefahren bin und er in Italien.

Wie kam es eigentlich dazu, dass du in Monaco aufgewachsen bist?

Maro Engel: Meine Eltern sind nach Monaco gezogen, als ich drei Jahre alt war. Mein Vater war Kleidungsdesigner und hat später auch seine eigenen Marken gegründet. Irgendwann hat er auf einem Event Prinz Albert kennen gelernt und der hat ihn gefragt, warum er seinen Firmensitz nicht nach Monaco verlegt. Meine Mutter und meine Frau führen eine der Marken weiter, mein Vater hat aufgehört, als sich meine Eltern getrennt haben. Er lebt jetzt in Brasilien.

Du hast deine frisch angetraute Ehefrau Steffi angesprochen. Eure Hochzeit war sicherlich eines der Highlights deines Jahres?

Maro Engel: Absolut, unsere Hochzeit war wunderschön, einfach alles war an diesem Tag unglaublich. Wir hatten wie erhofft strahlend blauen Himmel. Für uns war es wirklich traumhaft und noch viel schöner, als wir es uns hätten erträumen können. Es war ein ganz besonderer Tag.

Und so ganz ohne Motorsport ging es auch dabei nicht, richtig?

Maro Engel: Das war ein völlig verrücktes, unglaubliches Erlebnis. Als das Team uns angeboten hat, den Mercedes-AMG C 63 DTM als Hochzeitsauto zu verwenden, waren wir hin und weg. Steffi hat sofort gesagt, dass wir das auf jeden Fall machen müssen, wenn es die Chance dazu gibt. Sie fand die Idee riesig! Es war ein Wahnsinns-Gefühl, zusammen mit meiner Frau im DTM-Auto von der Kirche wegzufahren, die enge Straße entlang durch das kleine Fischerdorf, raus auf die Küstenstraße. Wir beide hatten ein permanentes Grinsen im Gesicht. Der absolute Hammer!
Maro Engel im Jahr 2011 im DTM-Mercedes
Foto: Jens Hawrda
Nach deiner ersten Zeit in der DTM warst du ins Kundensport-Programm von Mercedes-AMG involviert. Was hast du davon mitgenommen?

Maro Engel:
Nach meinen ersten vier DTM-Saisons war es für mich persönlich eine Chance. Ich habe dem Kundensport-Programm und Mercedes-AMG viel zu verdanken. Deshalb fahre ich die großen GT-Rennen auch weiterhin sehr leidenschaftlich mit. Es macht mir richtig viel Spaß. Aber natürlich hatte ich immer im Hinterkopf, dass ich mit der DTM noch nicht abgeschlossen hatte. Ich hatte Bock auf meine Chance und wollte sie nutzen. Ich habe darum gekämpft und mir so die Möglichkeit erarbeitet, in diesem Jahr mit gleichen Voraussetzungen wie meine Teamkollegen an den Start zu gehen.

Samstag, 9. Dezember 2017

DTM: Drei Fragen an Gary Paffett

Gary Paffett
Foto: Jens Hawrda
Gary, wie sieht dein Fazit für die Saison 2017 aus?

Gary Paffett: In diesem Jahr ging es auf und ab. Am Ende der Saison vergisst du gerne einmal, was am Anfang alles passiert ist. Wenn ich zurückblicke, war der Saisonbeginn unglaublich. Das Auto war großartig und wir waren als Team stark. Es sah richtig gut für die Saison aus. Leider konnten wir diese Performance nicht über das gesamte Jahr aufrechterhalten. Aus meiner Sicht war es ein ordentliches Jahr. Ich habe in vielen Rennen gepunktet - in mehr als alle anderen Mercedes-Fahrer. Es gab nicht so viele Highlights, also Siege oder Podestplätze, wie ich es mir gewünscht hätte, aber es war eine konstant starke Saison. Die größte Leistung war sicher, dass Rob und ich den dritten Platz in der Teamwertung eingefahren haben, das war sehr gut für die Mannschaft. Alles in allem war es eine ordentliche Saison, aber nicht ganz so spektakulär wie ich es gerne gehabt hätte. Der Norisring war natürlich ziemlich spektakulär auf negative Art und Weise, aber zum Glück sind alle weitestgehend unverletzt davon gekommen.

Du hast in dieser Saison die meisten Punkteplatzierungen aller sechs Mercedes-Fahrer erzielt. Ärgert es dich trotzdem, dass kein Sieg dabei gewesen ist?

Gary Paffett: Es ist frustrierend. Ich habe jetzt schon seit mehr als vier Jahren kein Rennen mehr gewonnen. Aber unsere Konstanz stimmt mich zufrieden. Das muss unser Ziel sein. Man muss sich Siege hart erarbeiten, aber manchmal gibt es auch einen Zufallstreffer. Einige der Siege in diesem Jahr wurden durch eine glückliche Fügung wie das Safety Car oder die Strategie beeinflusst. Wir hatten kein Rennen, bei dem wir nur durch Glück ein tolles Ergebnis eingefahren haben. Wir haben uns unsere Punkte hart erarbeitet und gezeigt, dass wir das Auto kontinuierlich dahin bringen konnten, um eine gute Punkteausbeute einzufahren. Ich hatte das Gefühl, dass wir in diesem Jahr dann gute Wochenenden hatten, wenn das Auto nicht so konkurrenzfähig war wie die anderen. Ich bin in Spielberg und Hockenheim jeweils einmal Vierter geworden, was mit unserem Auto ein unglaubliches Ergebnis war. An den Wochenenden, an denen unser Auto richtig stark war, erwischten wir leider nicht so ein gutes Wochenende wie meine Teamkollegen. Deshalb haben sie Rennen gewonnen und ich nicht. Das war bezeichnend für mein Jahr. Es hat mich aber wahrscheinlich mehr zufriedengestellt, dass ich in so vielen Rennen in die Punkteränge gefahren bin. Denn das zeigt, dass mein Team und ich konstant eine sehr starke Performance aus dem Auto herausholen konnten.

Mattias Ekström und du gehören zu den DTM-Urgesteinen. Er hat den Titel beim Finale in Hockenheim hauchdünn verpasst. Du hast selbst schon eine ähnliche Situation erlebt. Wie schwierig ist es, danach zurückzuschlagen?

Gary Paffett:
Ich weiß nicht, wie sich Eki fühlt, aber meine Situation war damals etwas anders. Ich hatte zur Saisonmitte einen großen Vorsprung in der Meisterschaft und habe diesen im Verlauf der zweiten Hälfte verloren. Ich ging noch als Führender in das letzte Rennen und verlor dann die Meisterschaft. Das war richtig hart und ich brauchte eine ganze Weile, um das zu verarbeiten. Ich hatte den Titel zur Saisonmitte in der Hand, aber unser Auto konnte in der zweiten Hälfte nicht mit BMW mithalten. Sie haben mir kontinuierlich Punkte abgenommen. Bei Eki war es ein wenig anders. Es ging zwischen den Audi-Fahrern hin und her. Ich glaube also nicht, dass er den Titel so in der Hand hatte wie ich 2012. Aber wenn man beim letzten Rennen um die Meisterschaft kämpft und sie dann nicht gewinnt, ist das immer schwer zu verkraften. Er wird sicher enttäuscht darüber sein. Das dauert dann ein paar Wochen, bis man es weggesteckt hat.

Freitag, 8. Dezember 2017

Most komplettiert den ADAC GT Masters-Kalender 2018

  • ADAC GT Masters startet erstmals in Tschechien
  • "Liga der Supersportwagen" mit sieben Rennwochenenden
  • Vorsaisontest Ende März erneut in Oschersleben
Foto: Jens Hawrda
Premiere in Tschechien: Im kommenden Jahr wird das ADAC GT Masters erstmals im Autodrom Most starten. Der Traditionskurs nahe der deutsch-tschechischen Grenze komplettiert den Kalender des ADAC GT Masters 2018, dort werden vom 27. bis 29. April 2018 die Saisonrennen drei und vier ausgetragen. SPORT1 überträgt auch 2018 alle Rennen live und in voller Länge im Free-TV.

Das ADAC GT Masters startet erneut mit dem Vorsaisontest in der Motorsport Arena Oschersleben (26.-28. März) in die neue Saison. Das erste Rennwochenende findet zweieinhalb Wochen später (13. bis 15. April) an selber Stelle statt. Bereits seit 2008 wird in der Magdeburger Börde der Auftakt ausgetragen. 14 Tage danach gastiert die "Liga der Supersportwagen" im Autodrom Most, das als 13. Rennstrecke in der Serienhistorie Austragungsort eines Rennwochenendes ist. Der 4,212 Kilometer lange Kurs liegt nur wenige Kilometer hinter der deutsch-tschechischen Grenze und rund 80 Kilometer nordwestlich von Prag. In den vergangenen Jahren wurde die Boxenanlage der Rennstrecke renoviert, zudem erhielt der Kurs eine neue Asphaltdecke. Neben dem ADAC GT Masters wird auch die ADAC TCR Germany in Most antreten.

ADAC GT Masters-Kalender 2018

13.04.-15.04.2018 Motorsport Arena Oschersleben
27.04.-29.04.2018 Autodrom Most (CZ)
08.06.-10.06.2018 Red Bull Ring (A)
03.08.-05.08.2018 Nürburgring
17.08.-19.08.2018 Circuit Zandvoort (NL)
07.09.-09.09.2018 Sachsenring
21.09.-23.09.2018 Hockenheimring
 

Donnerstag, 7. Dezember 2017

DTM startet ab 2018 live beim TV-Sender SAT.1

  • Live-Übertragung aller 20 Rennen bei „ran racing“
  • Umfassende Vor- und Nachberichterstattung
  • „Ein starkes Zeichen für die Serie.“
Foto: Jens Hawrda
Die DTM hat einen neuen TV-Partner: SAT.1 wird ab 2018 die Rennen der populären Tourenwagenserie exklusiv in Deutschland live übertragen. Damit können die Fans die DTM auch weiterhin in einem sportaffinen Free-TV-Sender verfolgen. Die Rennen werden unter der bekannten Sportdachmarke „ran“ ausgestrahlt. „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit einem derart großen TV-Partner“, sagt Achim Kostron, Geschäftsführer der DTM-Dachorganisation ITR GmbH. „Das ist ein starkes Zeichen für die Serie.“
 
Alexander Rösner, als „ran“-Sportchef plattformübergreifend für alle Sportinhalte verantwortlich: „Die DTM garantiert Top-Motorsport, spektakuläre Action und spannende Duelle der großen deutschen Automarken. Wir werden diese renommierte Rennserie mit ‚ran racing’ modern und crossmedial auf unseren Plattformen in Szene setzen. Die Zuschauer können sich auf eine ebenso ausführliche wie kompetente Berichterstattung von den Rennstrecken freuen – natürlich in gewohnt hoher ‚ran’-Qualität.“ Achim Kostron ergänzt: „SAT.1 ist ein perfekter TV-Sender für die DTM und die dort engagierten Premiumhersteller Audi, BMW und Mercedes. Gemeinsam wollen wir ein innovatives und attraktives TV-Konzept aufsetzen.“
 
SAT.1 ist der größte Sender der ProSiebenSat.1 Group mit Sitz in München. Die Gruppe zählt zu den erfolgreichsten unabhängigen Medienunternehmen in Europa. Der Konzern vernetzt sein reichweitenstarkes TV-Geschäft erfolgreich mit seiner Digitalsparte – entsprechend sollen DTM-Inhalte über ein breites Portfolio von Sendern und digitalen Plattformen verbreitet werden. Der Vertrag zwischen ITR und 7Sports, der Sportbusiness-Unit der ProSiebenSat.1 Group, läuft über zwei Jahre.
 
SAT.1 wird die Übertragungen der Rennen am Samstag und Sonntag in ein starkes Programmformat einbetten: 30 Minuten Vorberichterstattung sowie 15 Minuten nach der Zieldurchfahrt bieten Raum für Hintergrundberichte, Analysen und Interviews. Die Qualifyings werden im Live-Streaming auf ran.de sowie in der „ran“-App übertragen.
 
Die Besetzung des „ran“-Teams, das live von der Strecke berichten wird, gibt SAT.1 zu einem späteren Zeitpunkt bekannt. Die DTM-Saison 2018 wird mit dem Event vom 4. bis 6. Mai in Hockenheim eröffnet und umfasst insgesamt zehn Veranstaltungen. Den vollständigen Kalender 2018 wird die ITR in den nächsten Tagen bekannt geben.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Formel E: Audi verzichtet auf Berufung gegen Hongkong-Entscheidung

Daniel Abt
Foto: Audi-Motorsport
Audi hat sich entschieden, keine Berufung gegen die Disqualifikation von Daniel Abt in Hongkong einzulegen. Der Deutsche hatte am Sonntag das Rennen der Formel E gewonnen, wurde aber nachträglich aus der Wertung genommen, weil es Abweichungen bei Teilenummern im technischen Wagenpass gegeben hatte. Damit verliert Abt seinen ersten Formel-E-Sieg.
 
„Wir haben uns die Zeit genommen, um alle Dokumente und Abläufe genau zu prüfen“, sagt Teamchef Allan McNish. „Wir hatten durch den Formfehler im Wagenpass keinerlei Vorteil, alle Teile entsprachen zu jeder Zeit vollständig der Homologation und dem Technischen Reglement. Dennoch akzeptieren wir die Entscheidung der FIA und erkennen die Regularien rund um den technischen Wagenpass an. Unser Team hat einen kleinen Fehler mit großen Folgen gemacht, zu dem wir stehen und der Daniel um seinen hochverdienten Sieg gebracht hat. Dafür können wir uns nur entschuldigen. Ich bin mir sicher, wir sehen ihn schon bald wieder auf dem Podium.“

Dienstag, 5. Dezember 2017

DTM: Interview mit Paul Di Resta (Teil 2)

Mit drei Jahren zum ersten Mal in einem Kart, mit 24 DTM-Champion, mit 25 der Traum von der Formel 1: Paul Di Resta lebt auf der Überholspur. Wir stellen in einer dreiteiligen Interview-Reihe den Menschen hinter dem Rennfahrer vor. Im dritten Teil spricht Paul über...

  • den Traum vom Formel 1-Vertrag: „Um vier Uhr an Heiligabend war es dann soweit - es war ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk.“
  • die Rückkehr in die DTM: „Ich mochte die Leute in der DTM und wollte zurück zu Mercedes. Ich bereue die Entscheidung überhaupt nicht.“
  • den Kampf am Limit: „Eine Qualifying-Runde ist in einem DTM-Auto genauso spannend wie in einem Formel-1-Auto.“
Paul Di Resta
Foto: Jens Hawrda
Paul, gab es in deiner bisherigen Karriere einen Scheideweg, der entscheidend dafür war, was danach kam?

Paul Di Resta: Zum Glück war ich nie in besonders schwierigen Situationen. Es gab Zeiten, gerade in der Anfangsphase meiner DTM-Karriere im Jahr 2008, als die Chance bestand, in die GP2 zu gehen, um dort meine Formel 1-Chancen aufrechtzuerhalten - und ich war dem nicht ganz abgeneigt. Ich war in der DTM glücklich und hatte Spaß, aber mein Traum war ganz klar die Formel 1. Aber ich bin froh, dass ich es damals nicht gemacht habe – denn ich habe es später trotzdem dorthin geschafft. Der zweite wichtige Moment war, als meine Formel-1-Zeit bei Force India zum Ende kam. Da fragte ich mich: Was ist jetzt die beste Option für mich? Aber im Hinterkopf wusste ich ganz genau, was ich wollte: Ich mochte die Leute in der DTM und wollte zurück zu Mercedes. Ja, ich hatte viele Angebote, aber manchmal muss man das machen, was dir dein Herz sagt. Und ich bereue die Entscheidung überhaupt nicht. Auch nicht, nachdem Mercedes am Ende des nächsten Jahres aus der DTM aussteigt. Ja, das ist schade, aber gleichzeitig kann die Reise auch in einem anderen Programm gemeinsam mit Mercedes-Benz weitergehen.

Kannst du dich an den Tag erinnern, als dein Formel-1-Traum in Erfüllung ging?

Paul Di Resta: Ich kann mich an den Tag erinnern, an dem ich den Vertrag unterschrieben habe. Es war eines dieser schmerzhaften Jahre, in denen ich Ersatzfahrer war. Klar, die Absichten waren da, aber so lange du das Papier nicht in der Hand hältst, kann alles passieren. Um vier Uhr an Heiligabend war es dann soweit - es war ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk. Normalerweise gehe ich an Heiligabend nicht aus, aber an dem Tag sind wir mit Freunden und Familie in den Nachtclub meines Vaters gegangen und haben gefeiert.

Waren deine Jahre in der Formel 1 so wie du sie dir erhofft hattest?

Paul Di Resta: Es war schwierig. Force India hatte es als Team nicht einfach, gerade mit Blick auf das Budget, aber auch einige andere Dinge. Aber die Leute im Rennteam sind unglaublich leidenschaftlich. Sie sind der Grund dafür, warum das Team funktioniert. Als Kind bin ich um sechs Uhr früh aufgestanden und habe mir die Rennen angesehen – jetzt bin ich auf einmal selbst um die Welt gereist und Formel-1-Rennen auf diesen Strecken gefahren. Ich lebte meinen Traum. Aber letzten Endes ist eine Qualifying-Runde in einem DTM-Auto genauso spannend wie in einem Formel-1-Auto. Man fährt am absoluten Limit. Natürlich würde ich gerne noch in der Formel 1 fahren, denn das sind die schnellsten Rennautos. Das fasziniert dich als Fahrer. Du gibst diesen Traum nicht auf, aber ich gehöre zu den wenigen Glücklichen, die dieses Ziel in ihrer Karriere erreicht haben. Viele haben das Talent dazu, aber schaffen es gar nicht soweit. Deshalb kann ich zurückblicken und sagen: Ja, ich habe es getan und ich habe es geliebt.

Wie lange hast du gebraucht, um zu verarbeiten, dass deine Formel-1-Karriere zu Ende war?

Paul Di Resta: Es war sehr emotional und hart. Ich habe es vor dem Rennen in Brasilien erfahren. Ich lag gerade auf dem Massagetisch und konnte ein Gespräch im Nebenraum mithören, das ich nicht hätte hören sollen. Deshalb war es ziemlich hart, mich an diesem Abend vom Team zu verabschieden. Ich hatte einfach einen Klops im Hals.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, was du nach deiner Rennkarriere machen möchtest?

Paul Di Resta: Ich glaube, dafür ist es noch etwas zu früh. Aber ich habe schon immer gesagt, dass ich viel zu lange dabei bin, um urplötzlich ganz mit dem Motorsport aufzuhören. Ich möchte auch nach meinem Karriereende noch in irgendeiner Form im Motorsport involviert sein. Ich habe einfach zu viel Erfahrung, um diese nicht in irgendeiner Form einzusetzen oder weiterzugeben. Vielleicht kann ich jungen Fahrern helfen, die gerade erst am Anfang stehen. Das bedeutet nicht unbedingt als Manager, sondern vielleicht auf technischer Seite oder als Berater. Ich interessiere mich ohnehin sehr dafür, wie ein Team funktioniert. Aber ich denke, dass ich locker noch zehn Jahre im Rennsport vor mir habe.

Du hast bereits einen zweiten Job als TV-Experte in der Formel 1. Wie kam es dazu?

Paul Di Resta:
Als Rennfahrer sieht man die andere Seite immer ungefiltert. An einem guten Tag sieht man die viele Unterstützung. Aber an einem schlechten Tag, wenn jemand dich den ganzen Tag löchert, siehst du in den Medien die Bösen, die dunkle Seite. Du willst ihnen keine Gefühle zeigen, weil du glaubst, dass sie das gegen dich verwenden werden. Aber sie wollen einfach nur ehrliche Antworten. Am Ende schreiben sie so oder so etwas über dich. Wenn du aber eine gute Beziehung zu ihnen hast und ihnen gibst, was sie möchten, kann es für beide Seiten von Vorteil sein. Du musst auf das Gesamtbild achten und an die Zukunft denken. Ein gutes Verhältnis zu anderen Menschen kann der Schlüssel dazu sein, wie sie dich als Person wahrnehmen.

Sonntag, 3. Dezember 2017

Enttäuschung für Audi beim Formel-E-Auftakt

  • Sieger Daniel Abt nach angeblichem Formfehler des Teams ausgeschlossen
  • Team Audi Sport ABT Schaeffler kündigt Berufung an
  • Lucas di Grassi beim Saisonauftakt ohne Punkte
Daniel Abt verliert Sieg nach Wertungsausschluss
Foto: Audi-Motorsport
Der turbulente Saisonauftakt der Formel E in Hongkong endete für Audi mit einer Enttäuschung. Am Sonntagabend wurde Daniel Abt der auf der Rennstrecke verdient herausgefahrene erste Sieg in der weltweit ausgetragenen Elektro-Rennserie wegen eines angeblichen Formfehlers aberkannt. Das Team Audi Sport ABT Schaeffler hat gegen den Wertungsausschluss Berufung angekündigt.

Bei der Technischen Abnahme nach dem Rennen hatten die Technischen Kommissare Abweichungen bei Teilenummern im technischen Wagenpass bemängelt. Der Wertungsausschluss erfolgte, auch wenn die Teile absolut baugleich sind und vollständig der Homologation entsprechen.

„Daniel (Abt) ist an beiden Tagen fantastisch gefahren und hat diesen Sieg absolut verdient“, sagt Allan McNish, Teamchef des Teams Audi Sport ABT Schaeffler. „Was uns vorgeworfen wird, ist offenbar ein Formfehler im Wagenpass, der uns keinen Vorteil gebracht hat. Wir wollen uns die Möglichkeit vorbehalten, im Detail zu klären, was geschehen ist. Deshalb haben wir eine Berufung angekündigt.“

Im ersten Rennen am Samstag hatte Daniel Abt nach einer Aufholjagd den fünften Platz belegt. Titelverteidiger Lucas di Grassi blieb an beiden Tagen ohne Punkte – am Samstag nach einem Aufhängungsschaden, am Sonntag wegen eines Problems an der Batterie.

„Positiv ist, dass wir an beiden Tagen eine starke Renn-Performance hatten“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Aber natürlich hatten wir uns den Sonntagabend etwas anders vorgestellt.“ Nach dem Wertungsausschluss von Daniel Abt, erbt Felex Rosenqvist den Sieg, zweiter wird Edoardo Mortara vor Mitch Evans.

Bis drei Runden vor Schluss führte Edoardo Mortara das Rennen souverän an, aber er wollte nicht nur den Sieg, sondern wollte sich auch noch die schnellste Rennrunde holen. Dabei riskierte der Venturi-Pilot Zuviel und drehte sich. Nach dem Rennen rang der enttäuschte Mortara um seine Fassung: «Ich hatte noch genug Energie, deshalb bin ich immer mehr ans Limit gegangen. Wir hatten die Chance auf den Sieg, ich habe sie aber nicht genutzt, deshalb bin ich sehr enttäuscht. Manchmal haben kleine Fehler große Auswirkungen, heute war so ein Fall»  Er kündigte an: «Beim nächsten Mal bleibe ich ein wenig cooler. Wenigstens haben wir der Konkurrenz gezeigt, dass sie ein starkes Venturi-Team erwarten müssen.»

Ergebnis 2. Rennen in Honkong (Top-Five):

1. Felix Rosenqvist, Mahindra Racing,
2. Edoardo Mortara, Venturi Formula E Team,
3. Mitch Evans, Panasonic Jaguar Racing,
4. Jean-Eric Vergne, TECHEETAH,
5. Sam Bird, DS Virgin Racing.

Stand Fahrerwertung nach zwei Rennen (Top-Five):

1. Felix Rosenqvist, Mahindra Racing,
2. Edoardo Mortara, Venturi Formula E Team,
3. Mitch Evans, Panasonic Jaguar Racing,
4. Jean-Eric Vergne, TECHEETAH,
5. Sam Bird, DS Virgin Racing.

Stand Teamwertung nach zwei Rennen (Top-Five):

1. Mahindra Racing, 44pts
2. DS Virgin Racing, 41pts
3. Techeetah, 33pts
4. Venturi Formula E, 30pts
5. Panasonic Jaguar Racing, 27pts

DTM: Interview mit Paul Di Resta (Teil 1)

Mit drei Jahren zum ersten Mal in einem Kart, mit 24 DTM-Champion, mit 25 der Traum von der Formel 1: Paul Di Resta lebt auf der Überholspur. Wir stellen in einer dreiteiligen Interview-Reihe den Menschen hinter dem Rennfahrer vor. Im zweiten Teil spricht Paul über...

  • seine Frau Laura: „Sie passt auf die Kinder auf, während ich in einer Traumwelt lebe und Autorennen fahre.“
  • seine Kinder: „Vater zu werden ist das beste Gefühl überhaupt.“
  • seinen Bruder: „Er ist mein bester Freund und es ist schön, wenn dein Bruder deinen Helm lackiert und damit seiner Leidenschaft nachgehen kann.“
Paul Di Resta
Foto: Jens Hawrda
Paul, wann hast du deine Frau Laura kennengelernt?

Paul Di Resta: Kurz bevor ich 18 geworden bin. Wir waren beide noch sehr jung und wohnten in der gleichen Gegend. Sie begann gerade an der Universität zu studieren, während ich mich durch die Nachwuchsserien arbeitete. Sie war also von Anfang an mit dabei und hat mich bei allem begleitet, was ich erreicht habe. Sie war ein wahnsinnig wichtiger Teil davon. Zu Beginn war sie kein großer Motorsportfan, aber sie ist mit der Zeit zu einem geworden. Sie unterstützte mich von Anfang an, hat niemals in Frage gestellt, was ich tue. Sie macht sich keine Sorgen und weiß, dass ich mein Bestes gebe, damit alles so sicher wie möglich ist.

Wie wichtig ist es, dass sie dich schon kannte, bevor du Erfolg hattest?

Paul Di Resta: Es heißt immer: „Happy Wife, Happy Life.” Mein Leben hatte mit ihr einen Anker und wir können es beide gemeinsam genießen. Wie oft darf man schon die Welt umreisen und gleichzeitig seinen Job ausüben? Wir hatten in meiner Formel-1-Zeit drei schöne Jahre, in denen wir unterschiedliche Kulturen kennenlernen durften. Das fehlte mir sehr, nachdem ich nicht mehr in der Formel 1 gefahren bin. Aber diese Reise mit jemandem zu teilen, ist etwas ganz Besonderes, das nicht viele Leute erleben dürfen. Schon gar nicht, wenn man sich bereits so früh kennengelernt hat. Wir sind gemeinsam durch dick und dünn gegangen.

Wie hat sich dein Leben als Vater verändert?

Paul Di Resta: Vater zu werden ist das beste Gefühl überhaupt. Motorsport ist natürlich immer noch ein großer Teil meines Lebens, es ist mein Hobby, meine Leidenschaft, dem habe ich mich verschrieben. Aber mein Kind am Morgen lächeln zu sehen oder von ihm geküsst oder umarmt zu werden – das ist einmalig. Es hat mich als Menschen verändert. Ich weiß Dinge jetzt viel mehr zu schätzen. Die Leute sagen immer: „Wenn du Kinder hast, veränderst du dich zum Besseren.“ Es ist fantastisch, schon jetzt die verschiedenen Persönlichkeiten zu beobachten. Sie nehmen unsere guten und schlechten Eigenschaften an. Es ist unglaublich und ich hoffe, dass meine Kinder mir so eng verbunden bleiben wie ich meinen Eltern. Es beeinflusst meine Ziele nicht, denn ich weiß, dass Laura und die Kinder mich darin unterstützen. Eigentlich ist Laura der Star in der Familie, sie hält alles am Laufen, wenn ich unterwegs bin. Sie passt auf die Kinder auf, während ich in einer Traumwelt lebe und Autorennen fahre. Aber das mache ich, um für sie sorgen zu können – und das weiß sie.

Was würdest du sagen, wenn deine Kinder Rennfahrer werden wollten?

Paul Di Resta: Ehrlich gesagt, würde es mein Leben einfacher machen, da dann mein Dad beschäftigt wäre. Ich bin mit der Einstellung aufgewachsen: Was immer du machen willst, wir werden einen Weg finden, um es umzusetzen. Wenn sie zu 100% davon überzeugt sind, dass sie Rennen fahren wollen, dann wäre ich voll dabei. Es gehört zum Erwachsenwerden dazu, deinen Kindern zu helfen. Und es hält die Familie auch zusammen.

Apropos Familienbande: Dein Bruder designt deine Helme. Wie wichtig ist das für dich?

Paul Di Resta:
Ich stehe meinem Bruder sehr nahe. Er ist mein bester Freund. Er ist künstlerisch veranlagt und es ist schön, wenn dein Bruder deinen Helm lackiert und damit seiner Leidenschaft nachgehen kann. Es gefällt ihm und ist ein wichtiger Teil von ihm. Ich sage ihm immer grob, was ich mir vorstelle, und der Rest ist dann seine Spielweise, um sich auszutoben. Und es ist kostenlos – ich muss ihn nicht bezahlen! (lacht) Ich bin nun mal Schotte, da denkt man an sowas...

Samstag, 2. Dezember 2017

Formel E: Sieg für Sam Bird, Nick Heidfeld wird Dritter

Das erste Rennen der Forme-E-Saisin 2017/2018 hat Sam Bird gewonnen. Der Brite siegte trotz einer Strafe vor Pole-Sitter Jean-Eric Vergne (Techeetah) und Nick Heidfeld (Mahindra). Vierter wurde Nelson Piquet jr. im Jaguar vor Audi-Pilot Daniel Abt.

Sam Bird - Virgin Racing, siegt im ersten Saisonrennen
Foto: Forme-E Media, Sam Bloxham
Das Rennen war von Beginn an sehr spannend. Mit einem Blitzstart setzte sich Oliver Turvey sofort auf Platz manövrierte, auch Auch Maro Engel gewann vier Plätze.  An der Spitze behauptete sich der Poleman Eric Vergne. Bereits in Runde 1 kam es zu einer Massenkarambolage in der Schikane. Nelson Piquet ließ Andre Lotterer auf der Außenbahn keinen Platz, weshalb der Deutsche in der Schikane stehen bleiben musste. Die Folge: Alle Autos hinter ihm konnten nicht mehr vorbeifahren. Die Rennleitung entschied sich, das Rennen zu unterbrechen. Der Restart erfolgte nach einer Pause hinter dem Safety-Car.

Vergne und Bird konnten sich vom Rest des Feldes sofort deutlich absetzten. Dann griff Buemi di Grassi an wobei sich beide berührten und di Grassi sich seine Hinterradaufhängung beschädigte. Er musste deutlich zu früh an die Box, was sein Rennen zerstörte, am Ende wurde di Grassi sogar überrundet. Beim Boxenstopp leistede sich Bird dann einen Fehler, weshalb ihn die Rennleitung mit einer Durchfahrtsstrafe belegte. Trotzdem konnte Bird seine Führungsposition halten und siegte ungefährdet. 

In den letzten Runden ging es im Feld noch mal heiß her. Beim Kampf um Platz zwei biss sich Heidfeld quasi das halbe Rennen lang die Zähne an Vergne aus. Er startete einige Manöver, die Vergne jedoch mit aller Härte abwehrte. Nach dem Rennen beschwerte sich Heidfeld dann auch über die große Härte von Vergne im Zweikampf. Nichtsdestotrotz holte Heidfeld sein bereits achtes Formel-E-Podium - allesamt dritte Plätze.

Der nächste Formel-E-Lauf startet bereits am Sonntagmorgen um 8 Uhr deutscher Zeit.

Ergebnis 1. Rennen Hongkong (Top-Five):

1 - Sam Bird, DS Virgin Racing,
2 - Jean-Eric Vergne, TECHEETAH,
3 - Nick Heidfeld, Mahindra Racing,
4 - Nelson Piquet Jr, Panasonic Jaguar Racing,
5 - Daniel Abt, Audi Sport ABT Schaeffler.

Schwieriger Saisonstart für Audi in der Formel E

  • Daniel Abt nach toller Aufholjagd Fünfter
  • Champion Lucas di Grassi ohne Punkte
Daniel Abt: Platz 5 nach toller Aufholjagd
Foto: Audi-Motorsport
Daniel Abt belegte beim Saisonauftakt der Formel E in Hongkong im ersten Rennen den fünften Platz. Titelverteidiger Lucas di Grassi blieb nach einer Kollision mit Sébastien Buemi am Samstag ohne Punkte.

Die neuen Audi e-tron FE04 des Teams Audi Sport ABT Schaeffler hinterließen von Anfang an einen starken Eindruck, doch das Glück war am Samstag nicht auf der Seite der beiden Audi-Piloten. Eine Rote Flagge in ihrer Qualifying-Gruppe sorgte dafür, dass sich Daniel Abt und Lucas di Grassi mit den Startplätzen vier und sechs zufriedengeben mussten.

Daniel Abt fuhr im turbulenten Rennen auf Podiumskurs, ehe er beim Boxenstopp viel Zeit verlor und auf den neunten Platz zurückfiel. „Das war extrem schade“, trauerte Audi-Motorsportchef Dieter Gass einer vergebenen Chance nach. Abt konnte sich anschließend noch auf Platz fünf vorarbeiten. „Positiv ist, dass wir ein richtig schnelles Auto haben“, sagte der neue Audi-Werksfahrer. „Aber natürlich bin ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Es ist ärgerlich, dass das zweite Auto nicht sofort startete – aus welchen Gründen auch immer. Aber mein 25. Geburtstag ist ja erst morgen, im zweiten Rennen greifen wir wieder an.“
Daniel Abt (rechts) und Lucas di Grassi vor dem Start
Foto: Audi-Motorsport
Lucas di Grassi lieferte sich in der Anfangsphase ein hartes Duell um den sechsten Platz mit seinem Erzrivalen Sébastien Buemi. Nach einer Attacke des Schweizers kam es zu einer Berührung, bei der die rechte Hinterradaufhängung beschädigt wurde. In der Folge musste di Grassi vorzeitig auf das zweite Auto umsteigen. Der amtierende Champion kam mit einer Runde Rückstand als 18. ins Ziel. „Null Punkte sind hart, denn das Auto war im Rennen richtig schnell“, sagte di Grassi. „Manchmal gibt es solche Tage.“

„Bei Lucas haben wir eine Fortsetzung des Duells mit Buemi aus der letzten Saison gesehen“, sagte Teamchef Allan McNish. „Nach der Berührung musste er extrem früh an die Box und hatte so keine Chance mehr. Für Daniel tut es mir unheimlich leid. Er ist ein richtig starkes Rennen gefahren, doch dann startete sein Auto nicht, wofür er nichts konnte, aber auch wir waren machtlos. Danach war er wieder unheimlich schnell. Er hat 20 Sekunden verloren, am Ende fehlten ihm 17 Sekunden zu einem möglichen Sieg.“

Formel E: Aktuelles und Buntes aus Hongkong

  • Mehr als 40.000 Zuschauer an der Rennstrecke erwarte
  • Tai-Chi-Training für Daniel Abt und Lucas di Grassi
  • Audi Hongkong präsentiert neues Audi RS 5 Coupé
Audi-Box im Fahrerlager von Hongkong
Foto: Audi-Motorsport
Für das Team Audi Sport ABT Schaeffler wird es an diesem Wochenende ernst: In Hongkong beginnt die neue Formel-E-Saison.

Bereits zum zweiten Mal ist Hongkong Schauplatz des Formel-E-Auftakts. Die Organisatoren rechnen in diesem Jahr an beiden Renntagen mit insgesamt mehr als 40.000 Zuschauern und planen langfristig mit der Elektro-Rennserie. „Wir wollen unseren Event zum Monaco der Formel E machen“, sagt Organisationschef Alan Fang.

Auch das Pressezentrum in Hongkong platzt aus allen Nähten: Mehr als 500 Medienvertreter haben sich für den Saisonauftakt der Formel E akkreditiert. Kaum ein Fahrerlager der Welt liefert bei Nacht so spektakuläre Bilder wie jenes im Hafen von Hongkong. In diesem Jahr dürfen sich die Fotografen auf noch bessere Motive freuen: Parallel zum Formel-E-Rennen feiert an der Skyline der asiatischen Metropole eine neue Variante der berühmten Multimedia-Lichtshow „A Symphony of Lights“ ihre Premiere.

Mit dem chinesischen Volkssport Tai-Chi stimmten sich Daniel Abt und Lucas di Grassi auf den Saisonauftakt der Formel E ein: Der einzige Tai-Chi-Lehrer Hongkongs weihte die beiden Audi-Piloten in die Geheimnisse der Kampfkunst ein, die von Millionen Chinesen und auch weltweit vor allem zur Entspannung und Meditation ausgeübt wird.

Der lokale Audi-Importeur nutzte den Formel-E-Saisonstart zur Hongkong-Premiere des neuen Audi RS 5 Coupé (Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 8,7; CO2-Emission kombiniert in g/km: 197). Stargäste der Audi Sport-Party im China Merchant Warf Pier waren am Freitagabend auch die beiden Audi-Formel-E-Piloten Daniel Abt und Lucas di Grassi.

Für Wolfgang Ullrich ist der Hongkong E-Prix ein besonderer Event: Für den langjährigen Audi-Motorsportchef sind es die letzten beiden Rennen vor Beginn des Ruhestandes. Bereits im Januar hatte Ullrich sein Amt an Nachfolger Dieter Gass übergeben.

Audi-Motorsportchef Dieter Gass
Foto: Audi-Motorsport
Zu Besuch bei der Formel E in Hongkong ist auch Ernst Moser. Der Teamchef des Audi Sport Team Phoenix aus der DTM legte ein Geschäftsmeeting in Asien extra so, dass er den Saisonauftakt der Elektro-Rennserie verfolgen kann.

Die Audi e-tron FE04 sind in Hongkong erstmals in ihrem endgültigen Design zu sehen. Nach der Präsentation in Neuburg und den Testfahrten in Valencia gab es noch einige Detailänderungen. Dazu zählt das Felgendesign der Elektro-Rennwagen: Daniel Abt fährt ab sofort mit roten, Titelverteidiger Lucas di Grassi mit grünen Streifen. Die unterschiedliche Farbgebung soll es den Zuschauern erleichtern, die Autos zu unterscheiden.

Schon vor seinem 25. Geburtstag am Sonntag bekam Daniel Abt im Fahrerlager von Hongkong Geschenke seiner Fans überreicht, unter anderem einen selbst gebackenen Kuchen. Am Donnerstag besuchte der neue Audi-Werksfahrer die Zentrale der LGT-Bank in Hongkong. Abt ist Markenbotschafter der Liechtensteiner Privatbank, schrieb bei seinem Besuch fleißig Autogramme für die Mitarbeiter und stand für jede Menge Selfies zur Verfügung.
Allan McNish, Lucas di Grassi, Wolfgang Ullrich, Lothar Korn, Daniel Abt, Dieter Gass (v.l.)
Foto: Audi-Motorsport
Auch in der Saison 2017/2018 erhalten in jedem Formel-E-Rennen drei Fahrer einmalig 100 kJ zusätzliche Energie per Knopfdruck. Über fanboost.fiaformulae.com und Twitter können die Fans für ihre Lieblingsfahrer abstimmen. Am Freitag behauptete Daniel Abt beim Fanboost-Voting den zweiten Platz. TV-Sender Eurosport überträgt alle Formel-E-Rennen in den meisten europäischen Ländern live. Co-Kommentatorin der deutschen Eurosport-Übertragung ist an diesem Wochenende Rahel Frey, die viel Asien-Erfahrung im Audi R8 LMS Cup gesammelt hat. Sendebeginn ist am Samstag und am Sonntag jeweils um 7.45 Uhr MEZ.

Freitag, 1. Dezember 2017

Porsche Carrera Cup startet ab 2018 beim ADAC GT Masters

  • Markenpokal wird fester Bestandteil des ADAC GT Masters
  • ADAC TCR Germany und ADAC Formel 4 auch 2018 am Start
Foto: Porsche-Motorsport
Der Porsche Carrera Cup Deutschland startet ab 2018 im Rahmen des ADAC GT Masters. Deutschlands schnellster Markenpokal wird an sechs Rennwochenenden der „Liga der Supersportwagen“ antreten und jeweils zwei Läufe austragen. Saisonstart ist vom 13. bis 15. April 2018 in der Motorsport Arena Oschersleben.

Der Porsche Carrera Cup Deutschland war bereits in den vergangenen Jahren sporadisch Gastserie im Rahmen des ADAC GT Masters. Ab der kommenden Saison wird Deutschlands ältester Markenpokal, der seit 1990 ausgetragen wird, fester Bestandteil der Veranstaltungsplattform ADAC GT Masters und 2018 bei allen deutschen Läufen sowie auf dem Red Bull Ring (A) und in Zandvoort (NL) antreten. Der Porsche Carrera Cup hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder als ein vielversprechendes Sprungbrett erwiesen: Zahlreiche spätere ADAC GT Masters-Piloten wie die ehemaligen Champions Sebastian Asch, René Rast oder Connor De Phillippi sammelten dort erste Erfahrungen im GT-Sportwagen.

„Wir freuen uns sehr, dass der Porsche Carrera Cup Deutschland ab der kommenden Saison beim ADAC GT Masters startet“, so ADAC Motorsportchef Thomas Voss. „Dadurch werden die Events des ADAC GT Masters noch attraktiver. Den Fans bieten die Rennen des Porsche Carrera Cup immer beste Unterhaltung.“

„Das ADAC GT Masters bietet eine ideale Plattform für den Porsche Carrera Cup Deutschland“, sagt Oliver Köppen, Projektleiter Porsche Carrera Cup Deutschland. „Dies haben wir 2017 bei unseren beiden gemeinsamen Rennwochenenden erneut festgestellt. Daher ist es toll, dass wir die Zusammenarbeit nun für 2018 ausbauen. Der Kalender ist mit seinen anspruchsvollen Rennstrecken im In- und Ausland sehr attraktiv. Unsere Teams und Fahrer werden sich auf hochinteressante Events freuen können.“

Die ADAC TCR Germany bleibt auch 2018 fester Bestandteil des Rahmenprogramms des ADAC GT Masters. Sie startet bei allen sieben Saisonläufen. Die ADAC Formel 4 tritt zusätzlich bei den vier Rennwochenenden in Deutschland sowie auf dem Red Bull Ring in Österreich an. Bei vier Veranstaltungen im kommenden Jahr startet auch der Renault Clio Cup Central Europe, beim Finale in Hockenheim ist zudem der Formel Renault 2.0 Eurocup dabei.

Elektrisiert: Audi feiert Formel-E-Premiere

  • Saisonstart der Elektro-Rennserie in Hongkong mit erstem Audi-Werksteam
  • Renndebüt des neuen Audi e-tron FE04

Zum ersten Mal startet Audi am Wochenende (2./3. Dezember) als Werksteam mit einem vollelektrischen Rennauto im Motorsport. Die beiden Rennen in Hongkong bilden den Auftakt zur neuen Saison der Formel E, in der sich Audi als erster deutscher Automobilhersteller engagiert. Für das Team Audi Sport ABT Schaeffler sitzen Daniel Abt und Champion Lucas di Grassi am Steuer der Audi e-tron FE04.

Der aktuelle Formel-E Champion Lucas di Grassi
Foto: Audi-Motorsport 
„Die vergangenen Wochen waren für die ganze Mannschaft intensiv und aufregend “, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. Auf dem Programm standen die akribische Vorbereitung der vier Rennautos, Computersimulationen der verschiedensten Strategien und Situationen, Feinschliff bei allen Abläufen, die perfekte Vorbereitung der gesamten Ausrüstung, um nur einige Punkte der abgearbeiteten Liste zu nennen. „Jetzt freuen sich alle, dass es endlich an die Rennstrecke und wieder um Punkte und Pokale geht.“

Zum ersten Mal beginnt eine Formel-E-Saison mit zwei Läufen an einem Wochenende, einem sogenannten „Double-Header“: Die Fans erleben Samstag und Sonntag zwei nahezu identische Veranstaltungstage mit Training, Qualifying und Rennen. Inklusive der Zusatzpunkte für Pole-Position und schnellste Rennrunde werden insgesamt 58 Zähler vergeben. „Wir wollen von der ersten Minute an perfekt aufgestellt sein und einen guten Start in die neue Saison erwischen“, sagt Lucas di Grassi. Der Champion freut sich auf Hongkong: „Die Stadt ist großartig, die Fans enthusiastisch – das ganze Event ist ein fantastisches Spektakel.“

Die 1,860 Kilometer lange Rennstrecke führt direkt an der Hafenfront und dem berühmten Riesenrad vorbei. Der temporäre Kurs führt über sonst öffentliche Straßen und hat eine sehr lange Gerade, die eine gute Überholmöglichkeit bietet. Im Anschluss folgt ein technisch anspruchsvoller Part mit vielen engen Kurven. Eine zusätzliche Herausforderung ist die Oberfläche der Strecke: Sie ändert sich im Verlauf von Asphalt zu Beton. Am Samstag werden 43, am Sonntag 45 Runden gefahren.

Fahrer Daniel Abt kann den Start kaum erwarten: „Wir haben in den vergangenen Wochen hart gearbeitet – bei Testfahrten auf der Strecke, im Simulator und bei der Vorbereitung mit den Ingenieuren. Natürlich wissen wir erst in Hongkong, wo wir im Vergleich zur Konkurrenz stehen. Aber wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“ Während sein Teamkollege als amtierender Meister mit der Startnummer eins ins Rennen geht, bleibt Abt bei seiner bewährten Nummer 66. Zusätzliche Motivation für ein gutes Ergebnis: Am Sonntag feiert er seinen 25. Geburtstag.

Bei dem Formel-E-Debüt im Vorjahr erlebte das deutsche Team ein chaotisches Rennen: Sowohl das Rennauto von Daniel Abt als auch das von Lucas di Grassi wurden bereits in der ersten Runde beschädigt. Während Abt sein Auto abstellen musste, kämpfte sich di Grassi vom Ende des Feldes bis auf den zweiten Platz. Möglich war die Aufholjagd dank einer mutigen Strategie seines Teams und ausgefeiltem Energiemanagement.

Montag, 27. November 2017

Fragen an Edoardo Mortara

Edoardo Mortara
(Foto: Mercedes-Motorsport)
Edoardo, oder sollen wir dich nun nur noch ‚Mister Macau’ nennen? Du hast mit diesem Erfolg nun schon zum siebten Mal den Macau Grand Prix gewonnen, davon 2011, 2012, 2013 und 2017 mit einem GT3-Fahrzeug. War es trotzdem noch etwas Besonderes für dich?

Edoardo Mortara: Es ist immer etwas Besonderes, hier zu gewinnen. Ich will die Erfolge auch gar nicht groß miteinander vergleichen, jeder war unglaublich schön. Dieses Jahr war es auch wieder sehr speziell. Ich habe zum ersten Mal für Mercedes-AMG in Macau gewonnen, was mich riesig freut. Nach einer relativ schwierigen Saison in der DTM habe ich mich umso mehr auf Macau gefreut, da ich hier schon viele Erfolge gefeiert habe. Dass es am Ende für den Welt Cup-Titel gereicht hat, ist einfach fantastisch.

Wieder einmal wurde der Stadtkurs von Macau seinem Ruf gerecht. Ein massiver Unfall im Qualifikationsrennen stellte den Grand Prix, ähnlich zum Vorjahr, auf den Kopf...

Edoardo Mortara: Das Rennen in Macau ist immer spektakulär. Am Samstag im Qualifikationsrennen hatten wir etwas Glück, dass wir vorneweg fuhren und nicht in den Unfall verwickelt wurden. Dass hier oft Unfälle passieren, ist fast unvermeidbar. Der kleinste Fehler wird bestraft. Aber die Streckenführung durch die Stadt mit den engen Passagen und dem Highspeed auf den Geraden ist unglaublich und macht mir sehr viel Spaß, gerade auch mit dem Mercedes-AMG GT3. Hier muss ich mich beim gesamten Team bedanken, denn das Setup war über das gesamte Wochenende einfach nur perfekt. Trotzdem war es nicht leicht, im Hauptrennen waren die Bedingungen sehr wechselhaft mit einer abtrocknenden Strecke und trotzdem musste man von der ersten Sekunde an attackieren. In der ersten Kurve nach dem Start wäre ich beinahe abgeflogen, weil ich so gepusht habe und mich von meinen Verfolgern schnell absetzen wollte. Aber schlussendlich haben wir gewonnen und ich bin super zufrieden.

Dementsprechend habt ihr auch gefeiert oder? Und was steht für dich im Jahr 2017 noch auf dem Plan?

Edoardo Mortara: Zunächst waren wir auf der offiziellen Preisverleihung und sind danach in einen Club weitergezogen. Dort gab es eine große Abschlussparty für das gesamte Team. Das haben sich alle wirklich extrem verdient nach dieser anstrengenden Woche. Wir haben bis in die Morgenstunden gefeiert. Aber was soll ich dazu groß sagen: was in Macau passiert, bleibt in Macau – außer die Trophäe, die bekommt natürlich einen Ehrenplatz bei mir zuhause. In zwei Wochen (2./3. Dezember) fahre ich noch mein Debüt in der FIA Formula E, worauf ich mich sehr freue. Es ist der Saisonauftakt in Hong Kong mit zwei Rennen. Das wird sehr spannend.

Sonntag, 26. November 2017

Edoardo Mortara: „Dass es am Ende für den Welt Cup-Titel gereicht hat, ist einfach fantastisch

Der FIA GT World Cup-Titel ist zurück in Affalterbach: Im Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 48 sicherte sich Edoardo Mortara (ITA) in einem packenden Rennen den Sieg bei der diesjährigen Ausgabe des legendären Motorsport-Events in Macau. Ebenfalls auf das Siegerpodium fuhr Maro Engel (GER), der den dritten Platz auf dem 6,1 Kilometer langen Stadtkurs belegte. In der dritten Auflage des FIA GT World Cup in Macau geht der Titel bereits zum zweiten Mal nach 2015 nach Affalterbach.
Foto: Mercedes-Motorsport
Die Grundlage für den Erfolg legten die Teams mit den Fahrzeugen aus Affalterbach durch ein geschlossenes Qualifying-Ergebnis am Freitag: Die vier Mercedes-AMG GT3 belegten sämtliche Bestzeiten, so dass sie am Samstag aus den ersten beiden Reihen in das Qualifying Race starten konnten. Ein großer Vorteil, denn vor dem Feld konnten sich drei der vier Mercedes-AMG GT3 aus einem massiven Startunfall heraushalten, der 16 Fahrzeuge aus dem Rennen nahm – darunter auch die Startnummer 50 von Daniel Juncadella (ESP). Nach dem Restart mit nur acht Fahrzeugen konnte Mortara den Sieg von vorne souverän nach Hause fahren und sich so die Pole Position für das Hauptrennen sichern. Raffaele Marciello (ITA) im Mercedes-AMG GT3 #888 verbesserte sich vom vierten auf den dritten Platz. Maro Engel sah als Achter die Ziellinie.