Donnerstag, 29. Juni 2017

DTM: Rasender Verkehr in Nürnbergs City

  • Die Rennen auf dem Norisring sind der Saisonhöhepunkt der DTM
  • Stadtkurs in Nürnberg fordert Mensch und Material auf das Äußerste
  • Wittmann will bei seinem Heimrennen endlich auf das Podest

Die DTM ist zurück am Dutzendteich. Keine Stadtrundfahrt ist derart spektakulär, wie jene durch das „Fränkische Monaco“. Was die Faszination eines Autorennens auf öffentlichen Straßen angeht hat der Norisring in Deutschland ein Alleinstellungsmerkmal. Am kommenden Wochenende gibt sich die Hautevolee des Tourenwagensports erneut die Ehre in Nürnberg. Die Veranstaltung auf dem einzig verbliebenen Stadtkurs in Deutschland ist dank ihrer einzigartigen Atmosphäre seit Jahren ein Highlight im Rennkalender. Nur 2,3 Kilometer Länge, über 250 km/h auf der Geraden, mächtige Bremsmanöver vor den Spitzkehren, millimetergenaue Steuerkunst entlang den alten Mauern hinter der Steintribüne - diese halsbrecherische Herangehensweise reizt die Fahrer immer wieder. Seit der Serien-Premiere im Jahr 1984 zählen die DTM-Piloten auf dem Zeppelinfeld zu den Stammgästen. Lediglich 1985 und 1986 ging die DTM am Norisring, der in diesem Jahr sein 75. Jubiläum feiert, nicht an den Start.
 
Durchaus unterschiedlich sind die Ausgangssituationen der drei Hersteller vor dem Saisonhöhepunkt der DTM in der mittelfränkischen Metropole. Mit René Rast, Jamie Green und Mattias Ekström sind gleich drei Audi-Piloten auf den ersten vier Plätzen der Fahrerwertung zu finden. Rookie Rast führt die Tabelle nach dem ersten Saisondrittel mit 70 Punkten an und er hat gute Erinnerungen an den Norisring. 2012 holte Rast im Porsche Carrera Cup zweimal die Pole-Position, gewann beide Rennen und drehte zweimal die schnellste Runde. „Ich mag Stadtkurse sehr gerne. Der Norisring ist eine große Herausforderung. Er ist wellig, man muss spät bremsen – das kommt mir entgegen.“ Mit einem DTM-Auto betritt Rast in Nürnberg indes Neuland. „Am Anfang ist es sicher ein kleiner Nachteil. Aber ich werde im Training viele Runden fahren und ich hoffe, dass ich mich schnell eingewöhnen kann.“
 
Jamie Green, Dritter im Tableau mit 65 Punkten, siegte bereits vier Mal auf dem Kurs zwischen Dutzendteich und Nürnberger Fußballstadion. „Es gibt DTM-Strecken, die mich fahrerisch mehr reizen. Aber für die Fans ist der Kurs perfekt. Und dass mir der Norisring liegt, habe ich nicht nur bei meinen vier Siegen bewiesen. Ich war dort immer schnell“, so der Brite, der deshalb auch den Spitznamen „Mr. Norisring“ verliehen bekam.
 
Ein sehr gutes Pflaster war der Norisring bislang für Mercedes-AMG Motorsport: Mit 18 Siegen sind die Stuttgarter hier die erfolgreichste Marke auf dem Stadtkurs. Lucas Auer, Gesamtzweiter mit 69 Punkten, hofft nach seiner Nullnummer von Budapest auf ein erfolgreiches Comeback: „Der Norisring war in der Vergangenheit immer eine Mega-Strecke für Mercedes. Aber auch ich verbinde mit dem Stadtkurs viele positive Erinnerungen. Der Norisring ist meine Lieblingsstrecke im DTM-Rennkalender. Es ist ein Straßenkurs mit vielen langen Geraden und es sind auch immer viele Zuschauer da. Darauf freue ich mich unheimlich.“
 
Nachholbedarf hat BMW. Für die Münchner um Titelverteidiger Marco Wittmann wird es Zeit, dass der Knoten platzt. Beim sechsten Saisonlauf in Budapest stand der 27-Jährige zwar als Zweiter in der ersten Startreihe. Im Rennen schied der Fürther aber auf Platz sechs liegend zwei Runden vor Schluss aufgrund eines aufgewirbelten Styropor-Teiles, das den Luftkanal an seinem M4 blockierte, aus. Während Wittmann, der mit 24 Punkten derzeit nur Zwölfter ist, am Hungaroring Pech hatte, gelangen zumindest Timo Glock, Bruno Spengler und Maxime Martin durch glückliche Umstände und/oder eine aggressive Strategie Podiumsplätze. Dennoch ist BMW mit nur 124 Punkten gegenüber Audi (284) und Mercedes-AMG (234) unter Zugzwang.
 
Marco Wittmann gewann bereits auf sechs verschiedenen Rennstrecken in der DTM. Nur vor der eigenen Haustür war ihm bislang nicht mehr als Platz vier als beste Platzierung beschieden. „Zu wissen, dass Fan-Klub, Freunde und Familie vor Ort sind, gibt mir den Extraschub an Motivation. Ich habe mich die letzten Jahre stetig gesteigert am Norisring. Es wird mal Zeit für mehr. Mein persönliches Ziel ist es, diesmal beim Heimrennen zumindest auf dem Podium zu stehen.“
 
Eine kurzfristige wichtige Programmänderung des TV-Partners ARD hat eine neue Startzeit des ersten Laufs am Norisring am Samstag zur Folge. Der ursprünglich für 18:55 Uhr geplante Start wird auf 13:25 Uhr vorverlegt. Das Rennen am Sonntag findet wie geplant um 17:25 Uhr statt.
 
Rasant ist auch das Rahmenprogramm am Norisring mit der FIA Formel 3 Europameisterschaft, Audi Sport TT Cup und Porsche Carrera Cup. Ein besonderes Highlight sind zudem die Tourenwagen Classics, bei denen 30 historische DTM-Fahrzeuge die alten Zeiten wieder aufleben lassen.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Robert Wickens: „50 Jahre AMG ist eine große Sache und ich freue mich sehr, das auf meinem Auto zu repräsentieren“

Drei Fragen an Robert Wickens:

Robert Wickens startet am Norisring mit neuem Fahrzeugdesign
Bild: Mercedes-Motorsport
Am vergangenen Wochenende hast du zum ersten Mal an einem Freien Training bei den Indycars teilgenommen. Wie kam es dazu?
 
Robert Wickens: Ich hatte mich auf ein entspanntes Wochenende zuhause eingestellt. Dann habe ich am Donnerstagnachmittag einen Anruf von Schmidt Peterson Motorsports erhalten. Mit diesem Team haben wir im April schon den Fahrzeugtausch mit James Hinchcliffe gemacht. Sie fragten mich, ob ich nach Road America kommen und für Mikhail Aleshin einspringen könnte, der Schwierigkeiten bei der Einreise hatte. Zum Glück stimmte Toto zu und schon saß ich in einem Flugzeug nach Wisconsin. Wir kamen nicht vor 10:00 Uhr abends am Donnerstag im Hotel an und das 1. Freie Training war schon sehr früh am Freitagmorgen. Darauf musste ich mich erst einmal einstellen. Das Training selbst hat Spaß gemacht und die Strecke war richtig gut. Es wäre fantastisch, wenn wir dort eines Tages ein DTM-Rennen bestreiten könnten. Ich wollte natürlich das ganze Wochenende fahren, aber der Einsatzfahrer löste seine Probleme und war bis Freitagabend an der Strecke. Damit war meine Pflicht erfüllt, aber es war dennoch ein schöner Freitag.
 
Hast du jetzt Blut geleckt und möchtest Indycar Rennen fahren?
 
Robert Wickens: Ehrlich gesagt nicht. Ich möchte einfach nur Rennautos fahren. Das ist das Wichtigste für mich. Ich habe im Moment kein Verlangen, die DTM zu verlassen. Alles läuft gut und ich bin bei Mercedes richtig happy.
 
Am Norisring erhältst du erneut ein neues Fahrzeugdesign. Findest du es gut, dass du immer wieder ein anders aussehendes Auto fährst? Und was erwartest du an diesem Wochenende?
 
Robert Wickens: Ich glaube, dass ich es bei der VfB Stuttgart Sonderlackierung schon gesagt habe: Wenn ich im Auto sitze, sehe ich den Unterschied nicht. Aber es ist cool, so lange die Fans es mögen. 50 Jahre AMG ist eine große Sache und ich freue mich sehr, das an diesem Wochenende auf meinem Auto repräsentieren zu dürfen. Ansonsten habe ich keine besonderen Erwartungen an das Wochenende. Die DTM ist so eng umkämpft. Ich hatte in der Vergangenheit das Glück, viele gute Ergebnisse auf dem Norisring gehabt zu haben. Aber das bedeutet nicht, dass es wieder so sein wird. Wir müssen sehr hart arbeiten. Die Strecke hat Mercedes in den vergangenen Jahren gelegen, aber wir wissen nicht, ob wir noch immer einen Vorteil haben. Mein Team hat bislang in diesem Jahr großartige Arbeit geleistet, obwohl es bei unseren Ergebnissen etwas auf und ab gegangen ist. Es wäre großartig, wenn wir dieses Wochenende viele Punkte mitnehmen könnten.

DTM Norisring mit geändertem Zeitplan

Foto: Jens Hawrda
Wegen einer ARD-Sondersendung zum Gedenken an Altkanzler Helmut Kohl beginnt das erste der beiden DTM-Rennen auf dem Norisring am Samstag (1. Juli) bereits um 13.25 Uhr. Wegen der früheren Startzeit werden am Samstag auch das Freie Training (8.45 Uhr) und das Qualifying (10.20 Uhr) vorgezogen. Der Zeitplan am Sonntag (2. Juli) bleibt unverändert. Das zweite DTM-Rennen startet um 17.20 Uhr, das Qualifying beginnt um 14 Uhr.

Mercedes will den Grundstein für eine neue Erfolgsserie auf dem Norisring legen

Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer sind heiß auf das Saisonhighlight in den Straßen von Nürnberg
  • Der zweimalige Norisring-Sieger Robert Wickens startet in Nürnberg anlässlich des 50. Geburtstags von Mercedes-AMG mit einem speziellen AMG-Design
  • Der Norisring war bislang ein gutes Pflaster für Mercedes-AMG Motorsport: Mit 18 Siegen ist sie die erfolgreichste Marke auf dem Stadtkurs
  • Ulrich Fritz: „Nachdem unsere langjährige Siegsträhne auf dem Norisring im vergangenen Jahr ja leider - sagen wir mal etwas unrühmlich -  gestoppt wurde, wollen wir am Wochenende den Grundstein für eine neue legen.“
Blick in die Box von Lucas Auer (Mercedes)
Foto: Jens Hawrda
Stimmen der Mercedes-Piloten vor dem DTM-Rennen auf dem Norisring:
Lucas Auer (22 Jahre, Österreich):
„Der Norisring war in der Vergangenheit immer eine Mega-Strecke für Mercedes. Aber auch ich verbinde mit dem Stadtkurs viele positive Erinnerungen. Der Norisring ist meine Lieblingsstrecke im DTM-Rennkalender. Es ist ein Straßenkurs mit vielen langen Geraden und es sind auch immer viele Zuschauer da. Ich bin mir sicher, dass wir den Fans an diesem Wochenende wieder eine Mega-Show bieten werden. Wie in jedem Jahr wird es auch diesmal am Norisring wieder rund gehen. Das Rennwochenende ist jedes Jahr ein absolutes Highlight. Darauf freue ich mich unheimlich.“


Gary Paffett (36 Jahre, England):
„Ich freue mich auf den Norisring. Es ist einer der Höhepunkte der Saison und ich habe dort schon ein paar Mal gewonnen. Für die meisten Fahrer ist es eines ihrer Lieblings-Wochenenden des Jahres und Mercedes hat dort ebenfalls schon sehr gute Rennen gehabt. Jetzt möchte ich meine Serie an Punkteergebnissen fortsetzen und hoffentlich zwei weitere starke Resultate einfahren. Ich werde versuchen, auf das Podium zu fahren und mich dadurch in der Meisterschaft etwas weiter nach vorne zu schieben.“


Paul Di Resta (31 Jahre, Schottland):
„Auf den Norisring freue ich mich immer. In diesem Jahr wird es interessant sein, zu sehen, wie sich die neuen Regeln und die weicheren Reifen auf dieser Strecke auswirken. In der Vergangenheit konnten wir stets sehr optimistisch nach Nürnberg reisen. Nach dem etwas überraschenden Erfolg am letzten Wochenende können wir hoffentlich auch diesmal vorne mitmischen. Es ist ein kritischer Zeitpunkt in der Meisterschaft. Deshalb gilt für mich das Motto: Maximum Attack.“


Robert Wickens (28 Jahre, Kanada):
„Ich hatte ein paar interessante Tage seit Budapest. Jetzt geht es auf den Norisring - eine meiner Lieblingsstrecken neben dem Hungaroring. Ich habe in Nürnberg schon einige gute Ergebnisse erzielt. Hoffentlich kann ich daran anknüpfen und mich nach dem Wochenende in Budapest wieder vorne zurückmelden. Auf dem Norisring muss man die Strecke richtig attackieren. Du kannst so viel Zeit beim Bremsen gutmachen. Es gibt keine richtig normale Kurve auf dem gesamten Kurs. Es ist definitiv eine Fahrerstrecke. Sie ist einzigartig und du musst die richtige Linie finden. Auch musst du deine Bremspunkte ganz genau treffen. Wenn du dich nur um einen Meter vertust, könnte das den Unterschied zwischen P1 und einem Rang außerhalb der Top-10 ausmachen.“


Edoardo Mortara (30 Jahre, Italien):
„Nach Budapest geht es jetzt zum Norisring. Ich freue mich sehr auf das Rennwochenende in Nürnberg. Allerdings weiß ich noch nicht, was wir dort erwarten können. Es könnte in beide Richtungen gehen, aber ich hoffe natürlich, dass wir ein gutes Wochenende erwischen. Mercedes war auf dem Norisring in den vergangenen Jahren immer sehr konkurrenzfähig. Entsprechend bin ich gespannt darauf, zum ersten Mal in einem Mercedes dort zu fahren. Zudem habe ich 2016 das erste Rennen auf dem Norisring gewonnen. Die Zutaten für ein gutes Wochenende sind also alle vorhanden. Deshalb gehe ich es optimistisch an.“


Maro Engel (31 Jahre, Deutschland):
„Das Rennwochenende auf dem Norisring ist ganz klar eines der Saison-Highlights. In der Vergangenheit hatte ich dort viele gute Rennen, unter anderem hätte es beinahe auch schon einmal mit einem Podiumsplatz in einem Jahreswagen geklappt. Das steigert meine Vorfreude auf dieses Wochenende natürlich noch einmal. Generell wollen wir nach dem Wochenende in Ungarn, das für uns nicht ganz so erfolgreich verlaufen ist, wieder in die Spur finden und kräftig Punkte mitnehmen.“

Dienstag, 27. Juni 2017

DTM: Audi mit Vorsprung zum Norisring

  • Spitzenreiter in Fahrer-, Hersteller- und Teamwertung
  • Senkrechtstarter René Rast mit starker Norisring-Bilanz
  • Mattias Ekström verzichtet für DTM auf Rallycross-WM-Lauf
Mike Rockenfeller vor Mattias Ekström (beide Audi)
Foto: Jens Hawrda
Als Spitzenreiter aller drei Wertungen reist Audi am Wochenende zum Saisonhöhepunkt der DTM. Vor dem Rennen auf dem Norisring in Nürnberg liegen drei Audi-Piloten auf den ersten vier Plätzen der Fahrerwertung. Und alle drei lieben den Stadtkurs: René Rast, Jamie Green und Mattias Ekström gehen mit großen Erwartungen an den Start.

DTM-Senkrechtstarter René Rast führt mit seinem Audi RS 5 DTM nach dem ersten Saisondrittel die Tabelle an. Seine Bilanz am Norisring ist stark. Bisheriges Highlight: 2012 holte Rast im Porsche Carrera Cup zweimal die Pole-Position, gewann beide Rennen und drehte zweimal die schnellste Runde. „Ich mag Stadtkurse“, sagt der Pilot vom Audi Sport Team Rosberg, das in der Teamwertung führt. „Der Norisring ist eine große Herausforderung. Er ist wellig, man muss spät bremsen – das kommt mir entgegen.“

Teamkollege Jamie Green trägt den Spitznamen „Mister Norisring“. Bereits vier Mal siegte der Brite auf dem nur 2,3 Kilometer kurzen Stadtkurs zwischen Dutzendteich und Nürnberger Fußballstadion. „Es gibt DTM-Strecken, die mich fahrerisch mehr reizen“, sagt der Brite. „Aber für die Fans ist der Kurs perfekt. Und dass mir der Norisring liegt, habe ich nicht nur bei meinen vier Siegen bewiesen. Ich war dort immer schnell.“

Das gilt auch für Mattias Ekström, der seit 17 Jahren auf dem Norisring startet und dabei stets einer der stärksten Audi-Fahrer war. Sieben Mal stand der Schwede in Nürnberg bisher auf dem Podium, ein Sieg auf dem Norisring fehlt ihm allerdings noch. Am Wochenende hat er zwei weitere Chancen und verzichtet dafür sogar auf einen Start beim Rallycross-WM-Lauf in seiner Heimat. „Ich bin froh, dass mir mein Chef (Dieter Gass) diese Entscheidung abgenommen hat“, sagt Ekström. „Dass ausgerechnet mein Heimrennen in Höljes und eines meiner Lieblingsrennen in der DTM kollidieren, ist extrem schade. Ich wäre gerne beide gefahren, aber das ist leider unmöglich.“

„Es war eine sehr schwierige Entscheidung, weil wir noch früh in der Saison sind und Mattias in beiden Meisterschaften Titelchancen hat“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Der Werkseinsatz in der DTM hat für uns aber Priorität. Mattias kann in diesem Jahr seinen dritten DTM-Titel gewinnen und war am Norisring schon immer sehr stark. Im vergangenen Jahr haben wir am Norisring nach einer langen Zeit endlich wieder gewonnen. Darauf wollen wir aufbauen, erwarten aber eine extrem enge Veranstaltung. Technisch geht es in Nürnberg um Bremse, Traktion und Top-Speed – alles Stärken unseres neuen Audi RS 5 DTM.“

Samstag, 24. Juni 2017

Interview mit René Rast: „Uns als Team beflügelt der Erfolg“

  • Erste Pole-Position, erster DTM-Sieg in Budapest
  • DTM-Rookie Führender in der Fahrerwertung nach drei Rennwochenenden
  • Erfolge zusätzliche Motivation für den 30-Jährigen
Renè Rast
Foto: Jens Hawrda
Audi-Pilot René Rast hat einige seiner selbst gesteckten Ziele bereits erreicht: erstes Podiumsergebnis, zweimal schnellste Rennrunde am Lausitzring. Erste Pole-Position und erster DTM-Sieg in Budapest. Außer bei seinem Ausfall im Sonntagsrennen in Hockenheim hat der Rookie jedes Mal Punkte erzielen können. Erfolgsdruck ist für den 30-Jährigen jedoch bisher kein Thema.

Herr Rast, wie fühlt man sich als derzeit Führender in der DTM-Fahrerwertung?

René Rast: „Es ist natürlich ein tolles Gefühl – gar keine Frage. Ich hatte es wirklich nicht erwartet, das ganze Thema war noch so weit weg für mich. Im TV-Interview habe ich dann erfahren, dass ich die Meisterschaft anführe. Mittlerweile habe ich es nach und nach realisiert, es fühlt sich auf jeden Fall gut an.“


Am vergangenen Wochenende haben Sie in Budapest bereits Ihre DTM-Sieg-Premiere gefeiert. Beflügelt es Sie eher oder hemmt Sie nun der Erfolgsdruck?

„Uns als Team beflügelt es eher. Ob in Hockenheim die erste Startreihe oder das Podium am Lausitzring. Je mehr Erfolg wir hatten, desto motivierter wurden wir. Das hat uns allen noch einmal einen Boost gegeben. In Budapest bin ich bei einem Reifentest schon ein paar Runden gefahren und kannte daher die Strecke. Als ich dann im ersten Freien Training nah an den Zeiten meiner Markenkollegen war, wusste ich, dass es richtig gut laufen kann. An einen Sieg habe ich da aber noch nicht gedacht.“


Wird sich etwas an Ihrer Vorbereitung auf die Rennwochenenden ändern? Versuchen Sie nun, noch akribischer zu arbeiten?

„Zurzeit haben wir keinen Grund, die Dinge anders anzugehen als bisher. So, wie wir es gemacht haben, hat es an allen Rennwochenenden gut funktioniert. Von mir aus kann es daher gerne so weitergehen."


Sowohl in den Qualifyings als auch in den bisherigen Rennen zählten Sie immer zu den Fahrern mit den schnellsten Rundenzeiten. Das Setup scheint zu stehen – fehlt jetzt nur noch die Feinabstimmung?

„Das richtige Setup für das jeweils bevorstehende Event zusammenzustellen – das bleibt nach wie vor eine große Herausforderung. Wir können uns daher nicht auf den Erfolgserlebnissen ausruhen, sondern müssen uns für jedes Rennen ganz spezifisch vorbereiten. In Budapest hatten wir das Auto vor allem auf viel Abtrieb abgestimmt, während man beim anstehenden DTM-Event am Norisring eher auf wenig Abtrieb setzt. Jeder Kurs verlangt sein eigenes Setup. Mein Team ist zum Glück in der Lage, schon sehr gut aussortiert an die Rennstrecke zu kommen. Das erleichtert uns die anschließende Feinabstimmung. An den vergangenen drei Rennwochenenden haben wir als Team immer ein gutes Setup gefunden, aber das ist keine Selbstverständlichkeit.“


Welchen Eindruck haben Sie von der Zusammenarbeit mit Ihrem Renningenieur Florian Rinkes?

„Einen besonders guten Eindruck. Wir sind so gesehen beide Rookies, er hat vorher ja noch nicht in der Position gearbeitet. Trotzdem haben wir uns schon sehr gut aufeinander eingespielt. Er macht wirklich einen grandiosen Job und weiß extrem viel über das Auto. Und er hat immer das richtige Gespür. Man kann nur den Hut ziehen vor dieser Leistung, die er zurzeit für uns als Team Rosberg vollbringt.“


Vom 30. Juni bis 2. Juli findet das DTM-Event auf dem Stadtkurs in Nürnberg statt. Welche Erwartungen haben Sie an die Rennen?

„Es ist schwierig vorherzusehen. Natürlich wäre es toll, wenn wir an die Erfolge, die wir jetzt in Budapest hatten, anknüpfen könnten. Wie immer müssen wir abwarten, wie die Trainings laufen und ob wir wieder so konkurrenzfähig sind. In den vergangenen Jahren hat man gesehen, dass Audi in Ungarn häufig stark war und es auf dem Norisring hingegen nicht einfach hatte. Aber ich denke, dass wir wieder ein gutes Auto haben werden. Die Devise wird sicher wieder sein, in die Punkte zu kommen. Dafür müssen wir die Rennen aber erst einmal beenden.“


Sind Sie zuvor noch bei anderen Rennen im Einsatz?

„Am Donnerstag geht es für mich nach Paul Ricard zu einem weiteren GT-Einsatz. Mit WRT werde ich dort im Blancpain GT Series Endurance Cup starten und mich damit auf das 24-Stunden-Rennen in Spa vorbereiten. Aber spätestens ab Sonntagabend heißt es wieder volle Konzentration auf die DTM am Norisring.“

Freitag, 23. Juni 2017

DTM: Ekström startet auf Norisring

  • Terminkollision zwischen DTM und Rallycross-Weltmeisterschaft
  • Amtierender Rallycross-Weltmeister verzichtet auf WM-Lauf in Schweden
Jetzt ist es entschieden, Mattias Ekström startet beim DTM-Rennen am Norisring
Foto: Audi-Motorsport
 Gute Nachricht für alle DTM-Fans: Mattias Ekström geht mit seinem Red Bull Audi RS 5 DTM beim DTM-Saisonhöhepunkt auf dem Norisring am ersten Wochenende im Juli an den Start. Den Rallycross-WM-Lauf in Höljes (Schweden) lässt Ekström aus.
 
„Es war eine sehr schwierige Entscheidung, weil wir noch früh in der Saison sind und Mattias in beiden Meisterschaften Titelchancen hat“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Der Werkeinsatz in der DTM hat für uns aber Priorität. Mattias kann in diesem Jahr seinen dritten DTM-Titel gewinnen und war am Norisring schon immer sehr stark. Außerdem ist es unser Heimspiel und wir brauchen Mattias dort.“
 
In Höljes vertritt Ekströms Landsmann P-G Andersson den Schweden beim Team EKS. „Ich bin froh, dass mir mein Chef (Dieter Gass) diese Entscheidung abgenommen hat“, sagt Ekström. „Dass ausgerechnet mein Heimrennen in Höljes und eines meiner Lieblingsrennen in der DTM kollidieren, ist extrem schade. Ich wäre gerne beides gefahren, aber das ist logistisch eben leider unmöglich.“

Donnerstag, 22. Juni 2017

DTM: Zwischenstand Fahrer,-Team und Markenwertrung

Foto: Jens Hawrda

Fahrerwertung (Top-Five):

  1. Renè Rast           70 Pkt.
  2. Lucas Auer          69 Pkt.
  3. Jamie Green        65 Pkt.
  4. Mattias Ekström   62 Pkt.
  5. Gary Paffett         54 Pkt.

Teamwertung (Top-Five):

  1. Audi Sport Team Rosberg                              135 Pkt.
  2. Mercedes-AMG Motorsport Mercedes me       96 Pkt.
  3. Audi Sport Team Abt Sportsline                       95 Pkt.
  4. Mercedes-AMG Motorsport BWT                     90 Pkt. 
  5. Audi Sport Team Phoenix                                54 Pkt.

Markenwertung:

  1. Audi             284 Pkt.
  2. Mercedes    234 Pkt.
  3. BMW           124 Pkt.

Mittwoch, 21. Juni 2017

DTM: Drei Fragen an Paul Di Resta

Paul Di Resta
Foto: Jens Hawrda
Budapest war ein großartiges Wochenende für dich. Wie groß war die Erleichterung?
 
Paul Di Resta: Die Erleichterung war groß und der Sieg kam zu einem entscheidenden Zeitpunkt in der Saison. Zur Saisonmitte kristallisieren sich langsam die Titelkandidaten heraus. Nach diesem Wochenende bin ich ihnen nun etwas näher gekommen. Es ist gut, zu diesem kritischen Zeitpunkt etwas Schwung für den Norisring aufzunehmen. Dort möchte ich ein weiteres starkes Wochenende zeigen. Noch ist nicht klar, ob mit Mattias Ekström dort einer der möglichen Titelanwärter fehlt. Persönlich würde ich kein Rennen auslassen. Wenn man sich in einer Rennserie engagiert, sollte man auch alle Rennwochenenden bestreiten. Ich glaube aber, dass er am Norisring fahren wird. Mein Gefühl sagt mir, dass Audi derzeit noch keinen klaren Titelkandidaten hat. Aber mich betrifft das nicht. Wir möchten sie so oder so in einem fairen Duell schlagen.
 
Bist du überrascht, dass nach sechs Rennen so viele Fahrer in der Gesamtwertung so eng zusammenliegen?
 
Paul Di Resta: Es geht sehr eng zu. Genau so haben wir es uns gewünscht. Das neue Reifen-Reglement spielt hier eine wichtige Rolle. Du kannst ganz andere Strategien fahren und dein Startplatz ist nicht gleichbedeutend mit deinem Rennergebnis. Wenn du aggressiv herangehst, zahlt es sich manchmal auch aus – so wie am Samstag in Budapest. Oder auch am Lausitzring, als einige Audi-Fahrer in der ersten Runde gestoppt haben. Die Fahrer und Teams treffen mutige Entscheidungen, aber am wichtigsten ist es, so viele Punkte wie möglich mitzunehmen, wenn du ein starkes Paket hast. Nach einem schwierigen Wochenende auf dem Lausitzring war es für mich wichtig, in Budapest zurückzuschlagen. Denn in Hockenheim habe ich im zweiten Rennen durch Pech einen Podestplatz verloren. Diesmal war das Glück aber wieder auf meiner Seite. So läuft es eben im Motorsport. Die Leute erinnern sich nicht an deinen Saisonstart, sondern nur daran, wie du das Jahr beendest.
 
Ab wann werden wir sehen, welche Fahrer in diesem Jahr um die Meisterschaft kämpfen? Könnte das auch erst beim Saisonfinale in Hockenheim der Fall sein?
 
Paul Di Resta: So wie es im Moment läuft, würde ich sagen, dass in Hockenheim sicher eine Reihe an Fahrern noch Titelchancen haben werden. Der kritische Punkt in der Meisterschaft ist für mich das vorletzte Rennwochenende in Spielberg. Auf dieser Strecke weiß man nie, was passiert. Ich freue mich auf den Titelkampf. Als Fahrer magst du solche Herausforderungen. Natürlich würdest du am liebsten allen auf und davon fahren. Aber ich erinnere mich daran, dass ich in meinem Meisterjahr 2010 auch nicht den besten Saisonstart hatte. Umso stärker war jedoch der Saisonabschluss für mich. Wir wissen, dass wir ein starkes Auto haben. Wir müssen aber auch noch viel darüber lernen.

Dienstag, 20. Juni 2017

Stimmen der Audi-Piloten nach dem Rennen in Budapest

Auf dem Hungaroring feierte René Rast vor 39.500 Zuschauern (am Wochenende) seinen ersten DTM-Sieg. Mattias Ekström komplettierte mit Platz zwei am Sonntag den starken Auftritt des neuen Audi RS 5 DTM beim ersten Auslandseinsatz. Die Stimmen aus dem Audi-Lager.
Renè Rast
Foto: Jens Hawrda
René Rast (AUTO BILD MOTORSPORT Audi RS 5 DTM #33) Platz 6 / Platz 1
„Es war fast ein perfektes Wochenende. ‚Fast’, weil ich zweimal auf der Pole-Position stand, aber ‚nur’ einmal auf dem Podium. Am Samstag wäre sicherlich mehr drin gewesen. Aber man hat es nicht in der Hand, wann das Safety-Car herauskommt. Sonst hätten wir am Samstag ein ähnliches Ergebnis erzielen können wie am Sonntag. Aber ich bin natürlich megahappy über meinen ersten Sieg. Ich habe mir vor dem Wochenende nicht ausgemalt, hier als Meisterschaftsführender abzureisen.“


Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM #53) Disqualifiziert (Platz 7) / Platz 5
„Das Wochenende war schwierig. Der siebte Platz am Samstag war okay. Wir hatten die Strategie etwas falsch gewählt und waren von der frühen Safety-Car-Phase betroffen. Nach dem Rennen wurde ich disqualifiziert. Wir müssen jetzt abwarten, ob ich die Punkte zurückbekomme. Am Ende des Qualifyings am Sonntag bekam ich keine gute Runde zusammen, dadurch wurde das Rennen schwierig. Ich konnte zwei Autos überholen und hatte ein gutes Rennen, aber einen schlechten Boxenstopp. Es war ein Wochenende mit Höhen und Tiefen.“

Mattias Ekström
Foto: Jens Hawrda
Mattias Ekström (Red Bull Audi RS 5 DTM #5) Platz 5 / Platz 2
„Ich bin mit der Leistung im Qualifying und meinem Renntempo zufrieden. Am Samstag war der Start ganz gut, leider war er am Sonntag nicht so optimal. Insgesamt haben wir jedoch einen großen Schritt nach vorn gemacht und ich bin mit diesem Wochenende sehr happy.“

Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM #99) Platz 4 / Platz 10
„Das Wochenende war nicht so toll wie erwartet. Ich glaube, wir hätten locker zwei Top-Fünf-Ergebnisse einfahren können, denn das Qualifying war ganz gut. Das Sonntagsrennen hat viele Punkte gekostet, wir hatten ein Problem vor dem Start und dann ist auch zu allem Übel der Stopp schiefgegangen. Wir waren sechsmal in den Punkten, aber die Saison ist noch lang. Wir werden sicherlich auch wieder Rennen gewinnen und sind dann auch wieder vorn.“

Nico Müller
Foto: Jens Hawrda
Nico Müller (Playboy Audi RS 5 DTM #51) Platz 10 / Platz 4
„Nach einem tollen Start am Sonntag war eigentlich das Podium das Ziel. Aber Mattias (Ekström) hat seine Karten gut gespielt und unsere Strategie hat nicht ganz funktioniert. Deshalb ging es von Platz zwei wieder zurück auf Platz vier. Der BMW, der sich noch vorgeschlichen hat, wurmt mich ein wenig. Ein Podium wäre sicherlich schön gewesen, aber die Punkte für den vierten Platz nehmen wir gern mit. Der Sonntag war ein guter Tag, der Samstag etwas weniger.“
Loìc Duval
Foto: Jens Hawrda
Loïc Duval (Castrol EDGE Audi RS 5 DTM #77) Platz 14 / Platz 16
„Das Wochenende startete ganz gut, am Samstag lagen wir innerhalb des Leistungsfensters. Der siebte Platz im Qualifying war vielversprechend. Das Rennen verlief jedoch durch das Safety-Car nicht wie gewünscht und wir fielen zurück. Ich lag in der letzten Runde in den Punkten, hatte dann beim Überholen einen leichten Kontakt mit Marco Wittmann, bekam einen Reifenschaden und fiel aus den Punkterängen. Am Sonntag kämpften wir wieder mit der Performance, das Qualifying war nicht gut. Im Rennen konnte ich nicht viel machen. Es war ein gemischtes Wochenende, aber ich glaube, meine Lernkurve in der DTM zeigt nach oben. Ich freue mich auf das nächste Rennen.“

Montag, 19. Juni 2017

Audi-Pilot René Rast holt sich die DTM-Führung

  • Pole, Sieg und Tabellenspitze für DTM-Neuling auf dem Hungaroring
  • Routinier Mattias Ekström macht Doppelsieg für Audi perfekt
  • Audi vor Heimrennen auf dem Norisring Spitzenreiter aller drei Wertungen
Audi-Pilot René Rast ist der Mann der Stunde in der DTM: Der Neuling feierte auf dem Hungaroring seinen ersten Sieg in der DTM und schnappte sich mit einem Mega-Wochenende sogar die Führung in der Fahrerwertung. Auch in der Hersteller- und der Teamwertung hat Audi vor dem Heimrennen auf dem Norisring am 1./2. Juli die Nase vorn.
Renè Rast übernimmt die Führung in der DTM-Fahrerwertung
Foto: Jens Hawrda
Nach seiner ersten DTM-Pole-Position am Samstag holte sich der 30-Jährige auch am Sonntag mit einer perfekten Runde die drei Zusatzpunkte für den besten Startplatz. Und dieses Mal lief auch im Rennen alles nach Plan: Vom Start weg übernahm der Deutsche aus dem Audi Sport Team Rosberg die Führung und baute diese kontinuierlich aus. Nach seinem Boxenstopp in Runde elf fiel Rast zunächst hinter seinen Markenkollegen Mattias Ekström aus dem Audi Sport Team Abt Sportsline zurück, der bereits in der dritten Runde die Reifen gewechselt hatte. In der Schlussphase konnte Rast dann den Vorteil der frischeren Reifen nutzen und Ekström überholen. Damit gelang Rast in seinem neunten DTM-Rennen bereits der erste Sieg.

„Es ist ein unglaubliches Gefühl, am Hungaroring gewonnen zu haben“, sagte René Rast nach seinem Premierensieg. „Zweimal auf der Pole, der erste Sieg und auch noch die Meisterschaftsführung – ich kann das noch gar nicht alles in Worte fassen. In einer Rookie-Saison kann man nicht erwarten, nach drei Rennwochenenden die Meisterschaft anzuführen und schon das erste Rennen gewonnen zu haben. Ich bin einfach glücklich, ein so gutes Team hinter mir zu haben.“

Mattias Ekström verbesserte sich mit seinem zweiten Platz auf den vierten Tabellenrang. Der Schwede hatte sich vorgenommen, vor allem an seiner Qualifying-Leistung zu arbeiten, und holte sich an beiden Tagen je einen Zusatzpunkt für Startplatz drei. Insgesamt sammelte Ekström in Ungarn 30 Punkte und fuhr am Sonntag auch die schnellste Rennrunde.

Ekströms Teamkollege Nico Müller startete wie am Vortag von Position vier und kam auch als Vierter ins Ziel. Der junge Schweizer fuhr fast das ganze Rennen dicht hinter BMW-Pilot Maxime Martin, konnte diesen aber nicht überholen.

Eine kämpferische Leistung zeigte Jamie Green, der durch einen langsamen Boxenstopp zeitweise bis auf Rang neun zurückfiel. Der Brite machte anschließend mehrere Plätze gut. Den BMW des amtierenden DTM-Champions Marco Wittmann überholte er unter dem Jubel des ungarischen Publikums sogar außen herum. Green beendete das Rennen auf Rang fünf und liegt nach sechs Rennen lediglich fünf Punkte hinter seinem Teamkollegen René Rast und vier Punkte hinter Lucas Auer (Mercedes-Benz) auf dem dritten Tabellenrang.

Pechvogel des Tages war Mike Rockenfeller. Kurz vor dem Start des Rennens wurde an seinem Audi RS 5 DTM eine undichte Bremsleitung festgestellt, sodass Rockenfeller statt vom fünften Startplatz vom Ende des Feldes ins Rennen gehen musste. Mit einem Blitzstart, einem frühen Stopp und schnellen Rundenzeiten konnte sich Rockenfeller vom 18. noch auf den zehnten Platz nach vorn kämpfen und einen Punkt für das Audi Sport Team Phoenix holen. Teamkollege Loïc Duval wurde kurz vor Rennende von BMW-Pilot Tom Blomqvist touchiert und durch den folgenden Dreher auf Rang 16 zurückgeworfen.

Audi holte am Sonntag 70 der 107 möglichen Punkte und ist nun klarer Spitzenreiter der Herstellerwertung. In der Teamwertung baute das Audi Sport Team Rosberg seinen Vorsprung auf 39 Punkte aus. Zur Freude von Audi-Motorsportchef Dieter Gass kommt Audi damit als Führender aller drei Wertungen zum „Heimspiel“ nach Nürnberg. „Das heutige Rennen war natürlich fantastisch für uns“, sagte Gass. „Nach dem für uns extrem enttäuschenden Samstag war es wichtig, heute zurückzuschlagen, einen Doppelsieg einzufahren und auch noch die Plätze vier und fünf zu holen. Ich freue mich unheimlich für René Rast: Er liefert eine wahnsinnige Premierensaison in der DTM ab."

Sonntag, 18. Juni 2017

Erster DTM-Sieg für René Rast

  • René Rast holt am Hungaroring zwei Poles, einen Sieg und die Tabellenführung
  • Maxime Martin stürmt von der letzten Reihe auf das Podium
  • 39.500 Zuschauer besuchten das DTM-Wochenende in Ungarn
Erster DTM-Sieg für Renè Rast
Foto: dtm.com
Grenzenloser Jubel bei René Rast: Der Audi-Pilot sicherte beim sechsten DTM-Saisonrennen auf dem Hungaroring seinen ersten Sieg in der populären Tourenwagenserie. „Mega! Das ist unglaublich, ich kann es nicht fassen“, brüllte Rast nach der Zieldurchfahrt über den Funk. Der 30-Jährige Rast gewann das Rennen in Ungarn nach 35 Runden vor seinem Markenkollegen Mattias Ekström, der das Rennen über weite Strecken angeführt hatte. Dritter im Sonntagsrennen wurde Maxime Martin im BMW M4 DTM, der vom Ende des Feldes in das Rennen gestartet war. Bester Mercedes-Fahrer im heutigen Rennen war Paul Di Resta auf Platz sechs.

Zum entscheidenden Manöver setzte Rast erst vier Runden vor Schluss an, als er sich eiskalt an dem bis dato Führenden Ekström vorbeischob. Zuvor hatte sich der Audi-Pilot im Qualifying für das Sonntagsrennen seine zweite Pole-Position gesichert. In Summe benötigte Rast nur neun Rennen bis zu seinem ersten DTM-Triumph. „Auf diesem Moment habe ich ewig hingearbeitet“, freute sich ein überglücklicher Rast. „Mattias hatte eine andere Strategie, hat sich aber fair verteidigt. Es ist zu früh, jetzt schon über den Titel nachzudenken, aber die Tabellenführung ist natürlich schon etwas Besonderes. Das hätte ich vor der Saison nicht zu träumen gewagt.“

Ekström, der sich den Sieg vor Augen geschlagen geben musste, nahm Platz zwei sportlich: „Ich hatte durch meinen frühen Stopp eine große Chance zu gewinnen. Allerdings habe ich am Ende mit stumpfen Waffen gekämpft. René hat abgewartet und fuhr dann einfach an mir vorbei. Perfekt ist anders, aber das Ergebnis geht schon in Ordnung.“

Eine fulminante Aufholjagd gelang dem Belgier Martin, nachdem er am Samstag vorzeitig ausgeschieden war und zu allem Überfluss wegen einer Kollision auch noch eine Rückversetzung in der Startaufstellung um drei Positionen aufgebrummt bekam. Das Zeittraining für das Sonntagsrennen verlief ebenfalls durchwachsen, so dass am Ende nur der letzte Startplatz zu Buche stand. Der Belgier ließ sich davon nicht beeindrucken, absolvierte seinen Stopp zum Reifenwechsel bereits in der ersten Runde. „Das war eine großartige Aufholjagd“, sagte er nach dem Rennen. „Ich habe von Beginn an Vollgas gegeben, aber mit dem Podium habe ich nicht gerechnet. Am Ende war es eine gute Antwort auf mein Ergebnis gestern.“

In der DTM-Fahrerwertung übernimmt Sieger Rast nach sechs von 18 Saisonrennen mit 70 Punkten die Führung. Lucas Auer, der in Ungarn ohne Punkte blieb, liegt mit einem Zähler Rückstand auf Platz zwei. Die Plätze drei und vier belegen mit Jamie Green (65 Punkte) und Mattias Ekström (62 Punkte) zwei weitere Audi-Piloten.

Nächste Station im DTM-Kalender ist Nürnberg: Vom 30. Juni bis 2. Juli 2017 finden auf dem einzigartigen Stadtkurs die Saisonrennen sieben und acht statt.

DTM: Renè Rast holt auch am Sonntag die Pole

zweite Pole am Wochenende für Renè Rast
Foto: Jens Hawrda
Nachdem er bereits am Samstag die Pole für Audi holte zeigte sich René Rast auch am Sonntag als stärkster DTM-Pilot im Zeittraining und wiederholte seine Leistung vom Vortag.
Im Audi RS 5 DTM fuhr er in 1:34,740 Minuten die Bestzeit im zweiten Qualifying und sicherte sich damit seine zweite Pole-Position in der DTM. Nur 0,063 Sekunden langsamer war Marco Wittmann im BMW M4 DTM, der als Zweiter in die Phalanx der Audi-Piloten einbrach. Vier mal vier Ringe dominierten auf den weiteren Positionen: Mattias Ekström, Nico Müller, Mike Rockenfeller und Jamie Green qualifizierten sich für die Startplätze drei bis sechs.


Den schnellsten Mercedes-AMG C 63 DTM fuhr Lucas Auer auf Position sieben, Timo Glock, Augusto Farfus und Tom Blomqvist fuhren in Farben von BMW geschlossen auf die Plätze acht bis zehn.

Wie eng es auf dem 4,381 Kilometer langen Hungaroring im Qualifying zuging, zeigt ein Blick auf die Zeiten: 17 Piloten blieben innerhalb eines Rückstands von einer Sekunde. Das verspricht Spannung für den sechsten Saisonlauf, der um 15:18 Uhr startet. Das Erste überträgt das sechste DTM-Saisonrennen ab 15 Uhr live aus Ungarn.


Stimmen nach dem Qualifying

Rene Rast
(Audi), Platz eins: „An eine Pole-Position kann man sich nie gewöhnen. Das ist ein Mega-Gefühl. Ich habe die perfekte Runde erwischt, alles hat gut gepasst. Das sind weitere drei Punkte für mich. So kann es von mir aus gerne weitergehen. Jetzt ist es mein Plan mich auch im Rennen zu verbessern. Vollgas von Anfang an. Ich werde versuchen, mir ein Vorsprung herauszufahren.“


Marco Wittmann
(BMW), Platz zwei: „Ich bin sehr zufrieden aus der ersten Reihe starten zu können. Die ersten Rennen inklusive der Qualifyings waren schwierig für mich. Mein Team hat einen guten Job gemacht. Wir haben im Vergleich zu gestern Veränderungen an der Balance und dem Setup vorgenommen. Jetzt ist es an der Zeit, dies auch im Rennen zu zeigen. Ich werde versuchen, so viele Punkte wie möglich zu holen.“


Mattias Ekström
(Audi), Platz drei: „Das war nicht die beste Qualifying-Runde meines Lebens, aber es war eine gute Performance. Ich schaue vorwärts und werde versuchen, auch im Rennen auf das Podium zu fahren.“    

DTM drittes Freies Training - Audi wieder stark

Renè Rast (Audi) Schnellster im dritten Freien Training
Foto: Jens Hawrda
Audi zeigte sich auch im dritten Freien Traing am Sonntag Vormittag wieder stark und dominierte die Trainingseinheit. Am Sonntagmorgen lagen ein Audi-Quartett bestehend aus Rene Rast (1:35,802 Minuten), Jamie Green (1:35,854), Nico Müller (1:35,947) und Mike Rockenfeller (1:36,001) ganz vorn.

Bester Mercedes-AMG-Pilot war Lucas Auer als Fünfter (1:36,412), gefolgt von den Audi-Piloten Mattias Ekström (1:36,438) und Loic Duval (1:36,441). Bester BMW-Pilot war Maxime Martin als Zwölfter.

Renè Rast (Trainingsschnellster):
„Das war nicht so verkehrt, es ist auch wieder ein gutes Teamergebnis. Leider konnten wir die neuen Reifen nicht nutzen, weil da viel Verkehr war und dadurch fehlen uns ein paar Erfahrungswerte. Das ist ein bisschen schade, aber es war insgesamt sehr gut.“

Jamie Green nachträglich disqualifiziert

Disqualifikation für Jamie Green nach Rennen 1 am Hungaroring
Foto: Jens Hawrda
Jamie Green (Audi) ist im Anschluss an das DTM-Rennen am Samstag disqualifiziert worden. Die Sportkommissare gaben damit einem Protest des Teams HWA (St.-Nr. 63, Maro Engel) statt. Das Team hatte bemängelt, dass am Audi RS 5 DTM von Green unerlaubterweise ein Spalt am Frontdiffusor abgedichtet worden war. Dies ist laut Artikel T 2.10.1 bei dem für alle Fahrzeuge verbindlich zu verwendenden Einheitsbauteil nicht erlaubt. Das Team Rosberg kündigte gegen die Entscheidung der Sportkommissare Berufung an. Diese muss bis Mittwochabend schriftlich eingelegt werden. Bis zur Entscheidung des Berufungsgerichtes, die voraussichtlich erst in einigen Wochen erfolgen wird, bleibt das Ergebnis des Samstagsrennens in Budapest vorläufig.

Samstag, 17. Juni 2017

Von Startplatz 13 auf 1: Paul Di Resta gewinnt in Budapest

  • Private und sportliche Erfolgswelle für Paul Di Resta: Erster Saisonsieg wenige Tage nach der Geburt seiner Tochter Perla
  • Paul Di Resta (Mercedes-AMG C 63 DTM) verbesserte sich um zwölf Positionen und erzielte in Budapest seinen ersten Saisonsieg
Paul Di Resta holt Sieg am Hungaroring
Foto: Jens Hawrda
Dritter Saisonsieg für das Mercedes-AMG Motorsport DTM-Team: Paul Di Resta (Mercedes-AMG C 63 DTM) gewann den fünften Saisonlauf auf dem Hungaroring. Der Schotte fuhr von Startplatz 13 los und verbesserte sich im Verlauf des einstündigen Rennens um zwölf Positionen. Dabei profitierte der DTM-Champion des Jahres 2010 von seinem frühen Boxenstopp vor der Safety Car-Phase. Für Di Resta ist es sein achter Sieg in der DTM, der erste seit dem Saisonauftakt 2016 in Hockenheim, und sein 29. Podestplatz in der Tourenwagenserie. Der Sieg gelang ihm nur wenige Tage nach der Geburt seiner Tochter Perla, die am Montag vor dem Rennwochenende das Licht der Welt erblickte.

Paul Di Resta nach dem Rennen:
"Manchmal braucht man einfach das Glück des Tüchtigen. Wir hatten heute Pech im Qualifying, aber dann hat uns das Safety Car geholfen. Es gleicht sich immer irgendwie aus. Meine Reifen haben es aber auch zugelassen. Wir wussten, dass wir aggressiv vorgehen mussten. Aber wir konnten es kontrollieren. Die Reifen gehen schon schnell in die Knie und es gibt viel Abrieb. Ich hatte Timo im Griff und er war nicht so nah dran, dass er mich angreifen konnte. Die Audis hatten etwas Pech, aber heute lief es eben für uns. Hoffentlich bringt das meine Saison jetzt richtig in Schwung. Morgen wird es allerdings wieder schwierig, Audi zu schlagen. Aber wir haben heute gesehen, dass alles möglich ist. Deshalb wollen wir das Beste aus dem Qualifying herausholen und dann sehen wir, was im Rennen dabei herauskommt.“

DTM: Tabellenführung, aber Enttäuschung für Audi

  • Fünf Audi RS 5 DTM in Budapest an der Spitze der Startaufstellung
  • Safety-Car bringt Audi um alle Chancen im Samstagsrennen
  • Audi neuer Spitzenreiter in der Hersteller- und Teamwertung der DTM
Foto: Jens Hawrda
Audi hat im Samstagsrennen in Budapest (Ungarn) die Führung in der Hersteller- und Teamwertung der DTM übernommen. Nach einer starken Leistung im Qualifying mit fünf Audi RS 5 DTM an der Spitze der Startaufstellung endete das Rennen für Audi jedoch extrem enttäuschend.

Nach 34 Runden auf dem Hungaroring war Mike Rockenfeller vom Audi Sport Team Phoenix auf Platz vier der beste Audi-Pilot. Dabei hatte Audi in beiden Freien Trainings die Bestzeit erzielt und das Zeittraining am Samstagvormittag klar dominiert.

René Rast setzte seine eindrucksvolle Debütsaison in der DTM mit seiner ersten Pole-Position und einem neuen Rundenrekord fort. Teamkollege Jamie Green war nur 0,076 Sekunden langsamer und sorgte dafür, dass das Audi Sport Team Rosberg zum ersten Mal mit beiden Autos aus der ersten Reihe startete. Das Audi Sport Team Abt Sportsline sicherte sich mit Mattias Ekström und Nico Müller die zweite Startreihe, das Audi Sport Team Phoenix komplettierte den insgesamt starken Audi-Auftritt im Qualifying mit den Startpositionen fünf (Mike Rockenfeller) und sieben (Loïc Duval).

Nach dem Start fuhren mit René Rast, Mattias Ekström, Jamie Green und Mike Rockenfeller zunächst vier Audi RS 5 DTM souverän an der Spitze des Feldes, ehe in Runde acht das Safety-Car auf die Strecke ging, weil Maxime Martin seinen BMW auf der Strecke abgestellt hatte. Davon profitierten seine beiden Markenkollegen Timo Glock und Bruno Spengler sowie Mercedes-Benz-Pilot Paul Di Resta, die ihre Plicht-Boxenstopps zu diesem Zeitpunkt bereits absolviert hatten. Alle anderen Piloten mussten nach dem Restart zum Reifenwechsel an die Box kommen und fielen weit hinter das neue Führungstrio zurück.

Obwohl die Audi-Piloten teilweise bis zu zwei Sekunden schneller fuhren, reichte es am Ende für Mike Rockenfeller „nur“ zum vierten Platz. Der DTM-Champion des Jahres 2013 machte mehr als 20 Sekunden auf den späteren Sieger gut. Kurz vor Rennende holte Rockenfeller den Drittplatzierten Bruno Spengler ein, konnte den Kanadier aber nicht mehr überholen.

„Wäre das Rennen eine Runde länger gewesen, hätte ich ihn noch gekriegt“, sagte „Rocky“ nach dem Rennen. „Das Ergebnis ist für Audi natürlich enttäuschend. Ich selbst habe das Maximum herausgeholt. Mein Auto war schnell und das Rennen hat viel Spaß gemacht. Die Regeln sind, wie sie sind: Wenn man riskiert, früh zu stoppen, dann weiß man, dass man ein eventuelles Safety-Car in der Tasche hat. Wir haben es heute nicht gemacht und sind dafür bestraft worden – andere wurden belohnt. Aber so ist Motorsport. Ich habe wichtige Punkte geholt und bin in der Tabelle auf Rang drei vorgerückt.“

Mattias Ekström beendete das Rennen auf dem fünften Platz. René Rast und Jamie Green fielen durch späte Stopps auf die Plätze sechs und sieben zurück. Trotzdem konnte Green den Rückstand auf Tabellenführer Lucas Auer (Mercedes-Benz) auf acht Punkte reduzieren.

Nico Müller verpasste als Elfter knapp einen Punkt, nachdem er nach dem Restart hart am Heck getroffen wurde und sein Audi RS 5 DTM dabei stark beschädigt wurde. Loïc Duval gelang mit Startplatz sieben das beste Qualifying-Ergebnis seiner noch jungen DTM-Karriere. Der Franzose verpasste seine ersten DTM-Punkte durch eine Kollision in der letzten Runde, die ihn vom neunten auf den 15. Platz zurückwarf.

„Nach dem starken Qualifying ist das heutige Ergebnis für uns extrem enttäuschend und ärgerlich“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Die Ausgangssituation war perfekt, aber das Safety-Car kam in einem denkbar ungünstigen Moment. Wir waren gerade dabei, Loïc Duval an die Box zu holen, um wenigstens ein Auto in der Gruppe mit den Frühstoppern zu behalten. Man weiß ja nie genau, ob und wann es ein Safety-Car gibt. Wir hatten heute das mit Abstand stärkste Auto und werden alles daransetzen, morgen wieder um den Sieg zu kämpfen.“ Das zweite Rennen auf dem Hungaroring startet am Sonntag um 15.15 Uhr.

DTM: Überraschungssieg für Paul Di Resta

Das Podium des Samstagsrennens vom Hungaroring
Foto: dtm.com
Damit hatte nach dem Qualifying niemand gerechnet: Nach einer erdrückenden Audi-Dominanz im Zeittraining jubelten nach Rennen eins auf dem Hungaroring Paul Di Resta (Mercedes-AMG), Timo Glock und Bruno Spengler (beide BMW) auf dem Siegerpodest. Alle drei profitierten von ihrer auf einen frühen Stopp ausgelegten Boxenstrategie sowie einer Safetycar-Phase. Bester Audi-Fahrer war Mike Rockenfeller, der seinen überlegenen Rennspeed voll ausspielte, mehr als 20 Sekunden Rückstand aufholte, am Ende trotzdem nicht an Spengler vorbeikam und auf Platz vier die Zielflagge sah.

„Ich habe gut mit meinen Reifen gehaushaltet und konnte so viele Runden am Stück fahren“, sagte Sieger Di Resta nach dem Rennen. „Wir mussten eine sehr aggressive Strategie wählen, weil Audi sehr, sehr schnell war. Timo Glock hatte ich im Griff, er war einfach nicht nah genug an mir dran.“ Für Di Resta ist es der achte Sieg in der DTM, zuletzt stand der Mercedes-AMG-Pilot beim Auftaktrennen 2016 in Hockenheim auf der obersten Stufe des Podests. Den Sieg widmete der Schotte seiner Frau Laura und der neugeborenen Tochter Perla, die am Montag zur Welt gekommen war.

Zufrieden mit Platz zwei war Timo Glock. „Damit haben wir absolut nicht gerechnet“, sagte er. „Zum Glück haben wir vor der Safetycar-Phase gestoppt, das war Gold wert. Ohne diese Situation hätten wir heute keinen Blumentopf gewonnen, geschweige denn 18 Punkte geholt. Am Anfang war ich schneller als Paul, habe mich aber bewusst zurückgehalten, um meine Reifen zu schonen.“ Der Hungaroring scheint Glock zu liegen: 2008 stand er hier als Zweitplatzierter erstmals bei der Formel 1 auf dem Podium.

Spenglers Erfolgsgeheimnis war ein zweiter Boxenstopp zum richtigen Zeitpunkt, unmittelbar zu Beginn der Safetycar-Phase. „Nach dem Reifenwechsel nach der ersten Runde musste ich noch einmal stoppen, sonst hätte ich gegen Rennende sicher Probleme mit den Reifen bekommen“, sagte der kanadische DTM-Champion von 2012, der sich in den letzten zwei Runden mit Händen und Füßen erfolgreich gegen Rockenfellers Angriffe wehren konnte. „Mike war schnell unterwegs, der schnellste Fahrer im Feld heute. Wenn das Rennen länger gedauert hätte, hätte ich ihn wohl kaum hinter mir halten können.“

René Rast, der im Audi RS 5 DTM im Qualifying seine erste Pole-Position eingefahren hatte, musste sich mit Platz sechs hinter seinen Markengefährten Mike Rockenfeller und Mattias Ekström begnügen. Grund für die Safetycar-Phase war der Ausfall von BMW-Pilot Maxime Martin, der nach acht Runden ausrollte und seinen BMW M4 DTM auf der Strecke parkte. Für die Bergung des Boliden schickte die Rennleitung das Führungsfahrzeug auf die Strecke.

Tabellenführer Lucas Auer (Mercedes-AMG) blieb im Samstagsrennen auf dem Hungaroring punktelos, behielt aber dennoch seine Führung. Der Vorsprung auf die ersten Verfolger Green und Rockenfeller ist auf acht beziehungsweise 16 Zähler geschrumpft.


Ergebnis 1. Rennen (Top.Five):

1. Paul Di Resta (Mercedes-Benz)
2. Timo Glock (BMW)
3. Bruno Spengler (BMW)
4. Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM/Audi Sport Team Phoenix)
5. Mattias Ekström (Red Bull Audi RS 5 DTM/Audi Sport Team Abt Sportsline)

Sensationelle erste DTM-Pole für René Rast im Audi

Renè Rast holt seine erste DTM-Pole
Foto: Jens Hawrda
René Rast sicherte sich auf dem Hungaroring seine erste Pole-Position in der DTM. Der 30-jährige Audi-Werksfahrer setzte sich im Qualifying für das Samstagsrennen gegen die Konkurrenz durch und fuhr in 1:34,742 Minuten die Bestzeit. Die erste Pole von Rast ist gleichzeitig die erste Pole-Position für Audi in der DTM-Saison 2017.

Insgesamt präsentierten sich die Ingolstädter im Qualifying stark, denn mit Jamie Green, Mattias Ekström, Nico Müller und Mike Rockenfeller folgten Rast vier weitere Audi-Fahrer auf den Positionen zwei bis fünf.

Schnellster BMW-Pilot war Augusto Farfus als Sechster. Der Rückstand des Brasilianers auf die Bestzeit von Rast betrug 0,533 Sekunden. Hinter Loïc Duval auf Rang sieben belegte der aktuelle DTM-Tabellenführer Lucas Auer als schnellster Mercedes-AMG-Pilot Rang acht. Die Top 10 komplettierten Gary Paffett (Mercedes-AMG) und Tom Blomqvist (BMW).


Stimmen nach dem Qualifying:

Rene Rast (Audi), Platz eins: „Ich bin mega happy. Das kann man kaum beschreiben. Die Pole Position ist sehr unerwartet für mich. Ich habe mich bisher jedes Rennwochenende gesteigert. Das sah am Anfang mit P9 nach dem ersten Reifensatz nicht gut aus, da hatte ich auch ein bisschen Verkehr. Mir fehlten da noch acht Zehntel zur Spitze. Mit dem zweiten Reifensatz hat das viel besser geklappt, das war gigantisch.“

Jamie Green (Audi), Platz zwei: „Ich bin sehr zufrieden, ich hatte nach der ersten Runde noch eine große Lücke nach vorne. Aber ich habe mich gesteigert. Rene hat einen sehr guten Job gemacht. Schauen wir mal, wie der Start verläuft, wir sind Markenkollegen, aber natürlich würde ich gerne gewinnen. Ich bin in einer guten Ausgangslage für meinen dritten Saisonsieg. Wir wollten ja nicht nur an den Sonntagen wettbewerbsfähig sein. Offensichtlich sind wir dieses Mal auch an einem Samstag auf dem richtigen Weg.“

Mattias Ekström
(Audi), Platz drei: „Wir haben das optimale aus dem Wagen herausgeholt. Rene und Jamie waren noch schneller als ich. Aber P3 ist immer gut.“

Zweites Freies Training Audi zeigt sich wieder stark

Jamie Green Schnellster im zweiten Freien Training
Foto: Jens Hawrda
Auch im zweiten Freie Training war Audi wieder stark. Wie am Freitag platzierten sich alle sechs Audi-Piloten in den Top Ten. Im zweiten Freien Training war die Audi-Dominanz sogar noch stärker , die Ingolstädter belegten nach Ende ser Session die ersten fünf Plätze.

Jamie Green war der Schnellste in 1:35,674 Minuten. Nico Müller wurde wiederum Zweiter in 1:35,722 Minuten. Mike Rockenfeller, am Samstag noch Schnellster im Freien Training, fuhr diesmal auf Rang drei (1:35,796). Das Audi-Quintett komplettierten Mattias Ekström (1:35,888) und Rene Rast (1:35,973). Loic Duval fuhr erneut auf Rang zehn (1:36,626). Maro Engel war bester Mercedes-AMG-Pilot auf Platz sechs (1:36.336), Timo Glock schnitt bei BMW als Siebter in 1:36,533 Minuten als Bester ab. Lucas Auer (Mercedes-AMG), der Führende der Gesamtwertung, wurde Neunter (1:36,608).

„Das war knifflig heute Morgen hier zu fahren. Es war sehr windig. Die Autos waren ein wenig unberechenbar. Wir haben unser normales Programm beim Qualifying abgespult. Es sieht so aus, als hätten wir das Fahrverhalten des Autos gegenüber gestern verbessert. So weit, so gut“, sagte Jamie Green nach Platz eins.
     

Freitag, 16. Juni 2017

Mike Rockenfeller (Audi) Schnellster im ersten Training am Hungaroring

Mike Rockenfeller (Audi) Schnellster im ersten Freien Training am Hungaroring
Foto: Jens Hawrda
Audi demonstriert im ersten Freien Training am Hungaroring Stärke in bringt alle secht Piloten der Marke in die Top-Ten. Die Bestzeit im ersten Freien Training der DTM auf dem Hungaroring legte Mike Rockenfeller (Audi) vor. Für die 4,381 Kilometer am Hungaroring benötigte der Audi-Pilot 1:36,404 Minuten, er war damit 0,160 Sekunden schneller als sein Markengefährte Nico Müller. Die drittschnellste Zeit fuhr der amtierende DTM-Champion Marco Wittmann im BMW M4 DTM mit 1:36,984.
Zweitschnellster im ersten Freien Training Nico Müller (Audi)
Foto: Jens Hawrda
„Ganz am Ende hat es stark angefangen zu regnen, aber wir konnten 30 Minuten im Trockenen trainieren und uns auf das Rennen vorbereiten“, sagte Rockenfeller. „Es lief ganz gut und hat mir viel Spaß gemacht. Der Hungaroring ist eine tolle Strecke und ich hoffe, morgen läuft es bei mir ähnlich gut.“

Hinter dem Spitzentrio belegten Mattias Ekström (Audi), Augusto Farfus (BMW), René Rast, Jamie Green (beide Audi) und Timo Glock (BMW) die Positionen vier bis acht. Als Neunter beendete Tabellenführer Lucas Auer im Mercedes-AMG C 63 DTM die freitägliche Trainingssitzung. Die Top-10 komplettierte Audi-Pilot Loic Duval.

Das zweite Freie Training der DTM auf dem Hungaroring findet morgen um 9:40 Uhr statt.