Montag, 21. August 2017

IDM*Superbike: Reiterberger holt vorzeitig den Titel

Es ist vollbracht. Die IDM Superbike 1000 hat sich im Rahmen der Superbike-WM auf dem Lausitzring eindrucksvoll präsentiert. Markus Reiterberger holte seinen dritten Titel in Deutschlands höchster Motorradstraßenrennsportserie und lieferte einen bravourösen Einsatz als Wildcard-Fahrer in der Weltmeisterschaft ab. Die IDM setzte mit jeder Menge Action ein sportliches Achtungszeichen und 31.400 Fans sahen zu.
Markus Reiterberger war als IDM Superbike 1000-Führender in die Lausitz gereist, wo sein härtester Konkurrent Danny de Boer ausfiel. Der VanZon Remeha-BMW-Teamkollege hatte sich einen Nerv im Rücken eingeklemmt und konnte nicht fahren, wie sich im freien Training schnell herausstellte. Der Niederländer trat die Heimreise an. Zwei Siege von Markus Reiterberger, den alle nur „Reiti“ nennen, reichten dann zum vorzeitigen Titelgewinn. Im BMW-Team knallten die Korken. Der Meisterschaftssieg des Bayern kam nicht überraschend. Er hat bis auf einen Lauf beim Saisonauftakt im Regen auf dem Nürburgring alle Rennen überlegen gewonnen. Der 23-Jährige kämpfte um seine Reputation für die Rückkehr in die Superbike-WM, die er am Jahresbeginn nach einer Rückenverletzung und wenig Rückhalt im Team verbittert verlassen hatte.


Dass er in der WM richtig aufgehoben wäre, bewies er bei seinen Wildcard-Einsätzen mit den Plätzen 13 und 9, die er mit seinem bewährten IDM-Team absolvierte. Wie wichtig ihm dabei der IDM-Titel war? „Enorm wichtig. Ich bin im zweiten Lauf nicht bis zum Anschlag gefahren, habe das Material geschont und das Gas etwas zurückgenommen. Ich wollte um jeden Preis verhindern, dass noch etwas kaputt geht.“

Hinter Reiterberger überschlugen sich die Ereignisse. Stefan Kerschbaumer (Yamaha), Jan Bühn (BMW), Jan Halbich (Honda) und Dominic Vincon (BMW) erwiesen sich im ersten Lauf als kampffreudiges Quartett. Kerschbaumer feierte letztlich zum ersten Mal einen zweiten Platz in dieser Saison und unterbrach die BMW-Dominanz auf dem Podium, auf dem auch noch Bühn stand.

Nach dem zweiten Lauf standen erstmals in diesesm Jahr sogar Fahrer von drei Marken auf dem Siegerpodest. Reiti wurde von Florian Alt (Yamaha) und Jan Halbich (Honda) eingerahmt. Es war eine knappe Sache. Auch Luca Grünwald (Suzuki) hatte seine Ansprüche angemeldet.

Für eine Überraschung sorgte Privatier Marc Neumann. So schnell wie in der Lausitz war er auf der BMW S1000 RR noch nie. Neumann wurde Siebter. Pech hatte die einzige Dame im Feld, Lucy Glöckner. Nachdem die Kawasaki-Pilotin im ersten Lauf als Siebte hinter Florian Alt geklemmt hatte, stürzte sie im zweiten Lauf gleich in der ersten Runde. Die angriffslutige Sächsin hatte vom 10. Startplatz aus schon vor der ersten Kurve fünf Konkurrenten überholt, als ihr der Gang heraussprang. Genau in dem Moment, als die Kupplung zog, sprang der Gang wieder ein. Glöckner wurde in hohem Bogen von der Kawasaki abgeworfen. Das Rennen wurde sofort abgebrochen. Beim Neustart war die 27-Jährige nicht mehr dabei, sondern im Medical Center, in dem keine ernsthaften Verletzungen festgestellt wurden.

In der IDM Superbike 1000-Gesamtwertung hat sich Florian Alt um zwei Plätze verbessert und rangiert derzeit als Vize hinter dem neuen Meister Markus Reiterberger. Jan Bühn rutschte in der Abwesenheit des verletzten Danny de Boer auf den dritten Platz vor. Zwischen den sechs Plätzen hinter Reiterberger ist die Luft dünn. Vom 01. bis 03. September 2017 geht es in Oschersleben erneut zur Sache. Dort findet die nächste IDM-Runde, dann wieder mit allen IDM-Klassen und Markencups.
Aus der IDM Moto3 war Maximilian Kappler auf dem Lausitzring als Wilcard-Fahrer in der WM Supersport am Start. Der Sachse wurde auf der Freudenberg-Yamaha Zehnter. Thomas Gradinger, der IDM Supersport 600-Führende aus Österreich, nahm in seiner Hubraumklasse ebenfalls am WM-Lauf teil und wurde Neunter.

Rockenfeller Sieger in Zandvoort – Ekström erobert Tabellenführung zurück

  • Wittmann wird Sieg nachträglich aberkannt
  • Lokalheld Max Verstappen sorgt für Hype an der Strecke
  • 38.000 Zuschauer besuchen die DTM in Zandvoort

Mike Rockenfeller heißt der Gewinner im Sonntagsrennen im niederländischen Zandvoort. Der Audi-Pilot, der nach 37 Runden als Zweiter die Zielflagge sah, wurde nachträglich zum Sieger erklärt. Er rückte auf, da Marco Wittmann im Anschluss an das Rennen disqualifiziert wurde. Der BMW-Werksfahrer hatte das zwölfte DTM-Saisonrennen als Erster beendet, bei der technischen Nachuntersuchung seines Fahrzeugs war allerdings nicht mehr die vorgeschriebene Restmenge an Benzin im Tank. Da nach der Disqualifikation die Audi-Markenkollegen Loïc Duval und Mattias Ekström aufrückten, gingen alle Podestplätze an die Ingolstädter. Für Duval ist es der erste Podestplatz in seinem zwölften DTM-Rennen. Ekström übernimmt damit erneut die Führung in der DTM-Fahrerwertung.
 
Dabei sah es für Wittmann zunächst nach einem erfolgreichen Tag aus: Von Startplatz zwei hatte der Fürther beim Start die Führung übernommen und sich in der Schlussphase erfolgreich gegen einen starken Rockenfeller gewehrt. Der erste Saisonsieg hätte ihn zudem in der Fahrerwertung auf Platz zwei katapultiert. Die Freude von Wittmann, der den Pokal aus den Händen von Formel-1-Star Max Verstappen erhalten hatte, währte nicht lange: Da seinem Tank nicht die laut Reglement erforderliche Menge von 1000 g für die Benzinprobe entnommen werden konnte, wurde er nachträglich disqualifiziert.
 
In der Tabelle weist Ekström, der noch immer auf seinen ersten Saisonsieg wartet, 14 Punkte Vorsprung auf Markenkollege René Rast auf. Dieser ging am Sonntag nach einem Ausfall leer aus. Dabei war das Rennen für den Schweden alles andere als ein Spaziergang. In der Schlussphase klagte Ekström über nachlassenden Reifendruck im vorderen linken Rad und büßte viel Zeit ein. Da Nico Müller den vor ihm fahrenden Audi-Kollegen geschickt aber fair abschirmte, fand Gary Paffett, der bestplatzierte Mercedes-AMG-Fahrer, keinen Weg am Audi-Duo vorbei. „Ich bin in der letzten Runde fast auf der Felge gefahren“, grinste Ekström im Ziel.
 
Der große Verlierer des Zandvoort-Wochenendes war neben Marco Wittmann der Mercedes-AMG-Pilot Lucas Auer. Der Österreicher war als Drittplatzierter in der Fahrerwertung von Position elf aus in das Rennen gestartet. Kurz vor Schluss steuerte er mit einem Reifenschaden unplanmäßig seine Box an und büßte dabei viel Zeit ein. Im Ziel wurde er nur auf Rang 15 abgewunken. Bereits im Rennen am Samstag blieb Auer ohne Punkte und verlor in der Fahrerwertung vier Plätze.
 
Die Tabelle wurde durch den Ausgang des Rennens erneut kräftig durcheinandergewirbelt: Hinter Ekström (128 Punkte) und Rast (114 Punkte) komplettiert Rockenfeller (110 Punkte) das Audi-Trio an der Spitze. Die BMW-Piloten Timo Glock (104 Punkte) und Maxime Martin (102 Punkte) liegen sechs Rennen vor dem Finale in Hockenheim genauso in Schlagdistanz wie Lucas Auer und Jamie Green (beide 99 Punkte).
 
Der Kampf um den DTM-Titel 2017 findet in drei Wochen seine Fortsetzung auf dem Nürburgring. Vom 8. bis 10. September macht der DTM-Tross Station für den Klassiker in der Eifel.

Sonntag, 20. August 2017

DTM Zandvoort: Audi verpasst Podium knapp

  • Mike Rockenfeller am Samstag auf Rang vier bester Audi-Pilot
  • Jamie Green fährt von Startposition 15 auf Platz fünf
  • René Rast nun wieder vor Mattias Ekström an der Tabellenspitze
Im ersten der beiden DTM-Rennen im niederländischen Zandvoort verpasste Audi mit den Plätzen vier und fünf knapp das Podium. Trotzdem liegen mit René Rast (Audi Sport Team Rosberg) und Mattias Ekström (Audi Sport Team Abt Sportsline) weiter zwei Audi-Piloten an der Tabellenspitze.

Renè Rast wieder gemeinsam mit Mattias Ekström an der Tabellenspitze
Foto: Jens Hawrda
Vorentscheidend war am Samstag bereits das Zeittraining. Ein kräftiger Regenschauer sorgte dafür, dass alle Piloten nur jeweils einen frischen Reifensatz nutzen konnten. René Rast vom Audi Sport Team Rosberg fand sich als bester Audi-Pilot hinter vier BMW auf Startplatz fünf wieder, nachdem im Freien Training am Vormittag noch drei Audi RS 5 DTM die Zeitenliste angeführt hatten.

Im Rennen wurde René Rast in den ersten Runden von BMW-Pilot Augusto Farfus eingebremst, was seinen Rückstand auf das BMW-Trio an der Spitze schnell anwachsen ließ. So kam Rast nach einem späten Reifenwechsel nur auf Platz neun ins Ziel, obwohl er mit 1.30,160 Minuten einen neuen DTM-Streckenrekord erzielte und bereits zum dritten Mal in diesem Jahr die schnellste Rennrunde fuhr. Mit den zwei Punkten, die er für Platz neun erhielt, holte sich der DTM-Rookie trotzdem die Tabellenführung von Mattias Ekström (Audi Sport Team Abt Sportsline) zurück.

Der Schwede erlebte ein rabenschwarzes Rennen: Nach seinem Reifenwechsel in Runde vier rutschte der Routinier auf kalten Reifen ins Kiesbett der berühmten Tarzan-Kurve. Der zweimalige DTM-Champion konnte das Rennen als Letzter zwar fortsetzen und schnelle Rundenzeiten fahren, musste seinen Audi RS 5 DTM aber kurz vor Rennende nach einem Reifenschaden vorne links abstellen. Vor dem zweiten Rennen am Sonntag liegt Ekström nur einen Punkt hinter Rast auf dem zweiten Tabellenrang.

Bester Audi-Pilot am Samstag war Mike Rockenfeller (Audi Sport Team Phoenix), der sich vom neunten Startplatz auf Rang vier nach vorn kämpfte, schnell die drei führenden BMW einholte, aber den Drittplatzierten Maxime Martin nicht überholen konnte. „Ein vierter Platz ist grundsätzlich ein gutes Ergebnis“, sagte Rockenfeller. „Wenn man von Platz neun startet, kann man nicht viel erwarten – gerade hier in Zandvoort, wo das Überholen sehr schwer ist, wie man gesehen hat. Ich hing fast das ganze Rennen hinter den BMW fest und habe mir die Zähne an ihnen ausgebissen. Die haben das gut gemacht, Gratulation. Aber morgen greifen wir neu an!“

Direkt hinter Mike Rockenfeller kam Jamie Green auf Platz fünf ins Ziel. Der Brite war im Freien Training am Vormittag Bestzeit gefahren, wurde im Zeittraining aber von Bruno Spenglers BMW aufgehalten und musste so von Position 15 starten. In der Gesamtwertung schob sich Green bis auf zwei Punkte an den Tabellendritten Lucas Auer (Mercedes-Benz) heran.

Nico Müller fuhr vom 14. Startplatz in die Top Ten und holte ebenfalls einen Punkt. Großes Pech hatte Loïc Duval, der als Sechster startete und nach einer Zeitstrafe nur auf Platz 13 ins Ziel kam.

„Es war ein etwas gebrauchter Tag für uns“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass nach dem Samstagsrennen. „Wir hatten uns mehr erwartet. Mit unseren Startpositionen und vier BMW vorne war es aber klar, dass es ein schwieriges Rennen für uns werden würde. Wir waren im Rennen sehr schnell, aber das Überholen ist hier in Zandvoort noch einmal ein ganz anderes Thema. Und wenn sich die Spitze das Tempo einteilen kann, wird es für den Wettbewerb schwer, mehr zu erreichen.“ 

Ergebnis 1. Rennen Zandvoort (Top-Five):

1. Timo Glock (BMW)
2. Marco Wittmann (BMW)
3. Maxime Martin (BMW)
4. Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM)
5. Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM)

Samstag, 19. August 2017

IDM*Superbike: Reiterberger siegt im ersten Lauf auf dem Lausitzring

Mit dem Sieg ist Markus Reiterberger dem vorzeitigen Titelgewinn nahe
Foto: Jens Hawrda
Wie erwartet ließ Markus Reiterberger auch auf dem Lausitzring am Sonnabend Abend nicht anbrennen. Er siegte wieder mit deutlichem Vorsprung, diesmal vor Stefan Kerschbaumer (Yamaha) und seinem BMW-Markenkollegen Jan Bühn. Nach zwei Runden hatte Reiterberger bereits mehr als drei Sekunden Vorsprung, den er zur Halbzeit des Rennens auf fast acht Sekunden ausbaute. Mit einem Vorsprung von 12,256 Sekunden ging Reiterberger in die letzte Runde in der sich auch Kerschbaumer (Yamaha) noch an Bühn (BMW) vorbeidrückte konnte und sich so Rang zwei sicherte.

Das zweite Rennen des Wochenendes startet am morgigen Sonntag 16,00 Uhr.

Jahn Bühn ( (BMW S 1000 RR) holt Platz drei am Samstag am Lausitzring
Foto: Jens Hawrda


Glock siegt in Zandvoort – Ekström und Auer straucheln

  • Dreifacherfolg für BMW mit Glock, Wittmann und Martin auf dem Podium
  • Ausrutscher und Dreher kosten Ekström die Tabellenführung
  • Spitze der Fahrerwertung rückt zusammen
Dreifachsieg für BMW am Samstag in Zandvoort
Foto: dtm.com
Timo Glock hat im niederländischen Zandvoort seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Auf dem 4,307 Kilometer langen Dünenkurs siegte der 35-Jährige nach 37 Runden souverän vor seinen BMW-Markenkollegen Marco Wittmann und Maxime Martin. Für den ehemaligen Formel-1-Piloten Glock ist es der vierte DTM-Erfolg im 67. Rennen. „Drei BMW vorne – das ist ein Traum“, kommentierte Glock das Rennergebnis. Auf die Plätze vier und fünf fuhren die Audi-Piloten Mike Rockenfeller und Jamie Green. Bester Mercedes-AMG-Pilot wurde Paul Di Resta auf Platz sieben. Der neunte Platz reichte René Rast, um den Markenkollegen Mattias Ekström in der DTM-Fahrerwertung von der Spitze zu verdrängen.

Was nach einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg – Glock war von der Pole-Position in das Rennen gestartet – aussah, war im Cockpit Schwerstarbeit: „Mein linker Vorderreifen war sehr schnell am Limit. Es hat sich komisch angefühlt und ich hatte große Sorge, ob der Reifen über die Distanz hält. Aber am Ende ist alles gut gegangen und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.“

Halbwegs glücklich sein darf auch René Rast. Der Audi-Pilot sammelte als Neunter zwar nur zwei Punkte – das reichte aber, um sich in der Fahrerwertung mit einem Punkt Vorsprung vor Mattias Ekström zu setzen. Der Schwede, von Platz zehn in das Rennen gestartet, brachte sich selbst um ein gutes Ergebnis, als er nach seinem Boxenstopp mit kalten Reifen ins Kiesbett rutschte und sich in der gleichen Runde zusätzlich einen Dreher leistete. Damit waren keine Punkte mehr möglich. Auch Lucas Auer blieb ohne Zähler. Nach Platz 16 im Qualifying hatte Auer im Rennen eine Kollision mit Nico Müller. Zwar konnte der Österreicher das Rennen fortsetzen, aber mehr als Platz 15 war nicht drin.

In der DTM-Fahrerwertung rückten die besten Acht nach dem Samstagsrennen in Zandvoort noch näher zusammen: Zwischen Spitzenreiter Rast (114 Punkte) und Mike Rockenfeller (85 Punkte) auf Platz acht liegen gerade einmmal 29 Punkte. Hinter Rast ist Ekström mit 113 Punkten Zweiter vor Lucas Auer (99 Punkte) und Timo Glock (98 Punkte).

Das zweite Rennen des Zandvoort-Wochenendes startet am Sonntag um 15:15 Uhr, Die Live-Übertragung im Ersten beginnt um 15 Uhr. Das Qualifying findet zuvor um 12:00 Uhr statt.

DTM: Glock holt Pole in Zandvoort

Timo Glock
Foto: Jens Hawrda
Timo Glock hat sich im Qualifying für das Samstagsrennen die beste Ausgangsposition gesichert: Im BMW M4 DTM fuhr er mit 1:27,823 Minuten die schnellste Rundenzeit und damit die dritte DTM-Pole seiner Karriere. Auch die Plätze dahinter sind fest in BMW-Hand. Neben ihm steht Augusto Farfus in der ersten Reihe auf Platz zwei; Marco Wittmann und Maxime Martin teilen sich die zweite Startreihe. Bestplatzierter Audi-Pilot ist René Rast. Der DTM-Neuling und Zweitplatzierte in der Fahrerwertung startet von Position fünf in das elfte Rennen der Saison. Gary Paffett im Mercedes-AMG C 63 DTM ist als Achter bestplatzierter Fahrer der Stuttgarter.

Stimmen der drei bestplatzierten Fahrer nach dem Qualifying:


Timo Glock
(BMW, Platz eins): „Ich hatte nicht mit einem Regenschauer gerechnet. Die Runde im Qualifying war sehr gut und rund. Ich hatte keinen Fehler drin. Ich hatte mit einer Zeit unter den ersten Fünf gerechnet. Dass es für ganz vorne gelangt hat, ist umso schöner. Der Regen hat den zweiten Schuss der Konkurrenz verhindert. Drei Punkte. Damit bin ich happy. Jetzt müssen wir im Rennen mal schauen, was das Wetter und der Wind machen. Durch den neuen Asphalt sind wir drei Sekunden schneller als letztes Jahr. Der vordere linke Reifen wird hier sehr stark belastet, wenn es trocken ist. Mal schauen, wie er nachher durchhält.“


Augusto Farfus
(BMW, Platz zwei): „Ich war genauso schnell unterwegs wie gestern im freien Training. Wir haben ein sehr gutes Auto. Endlich habe ich im Qualifying meine ersten Punkte geholt. Zandvoort mag ich sehr gerne, ich freue mich auf das Rennen. Wir werden mit BMW jetzt auf Sieg fahren.“


Marco Wittmann
(BMW, Platz drei): „Wir hatten durch den Regen nach der Hälfte des Qualifyings nur einen einzigen Schuss. Von daher ist es für uns ein super Ergebnis. Ich bin sehr zufrieden, mit mir, Augusto und Timo auf den vorderen Plätzen, das ist perfekt gelaufen für BMW. Jetzt müssen wir mal abwarten, was das Wetter macht.“

Freitag, 18. August 2017

DTM Zandvoort: Farfus holt erste Bestzeit für BMW

Augusto Furfus holt erste Bestzeit in Zandvoort
Foto: Jens Hawrda
Augusto Frafus ist im ersten Freien Training in Zandvoort die Bestzeit gefahren. Hinter ihm belegte Lucas Auer (Mercedes) mit 0,2 Sekunden Rückstand Platz zwei vor Marco Wittmann (BMW) als Drittem. Der Gesamtführende der Meisterschaft, Mattias Ekström, wurde Vierter. Mercedes-Routinier Gary Paffett wurde Fünfter vor BMW-Pilot Timo Glock und Mercedes-Mann Robert Wickens. BMW-Pilot Tom Blomqvist wurde Neunter.

SBK WM: Reiterberger im 2. Freien Training Platz 7

Für die Superpole Qualifiziert: Markus Reiterberger
Foto: Jens Hawrda
Auch im zweiten Freien Training war Markus Reiterberger als Wildcard-Pilot bester BMW-Fahrer. Er verlor nur 0,8 Sekunden auf den Führenden Tom Sykes (Kawasaki) und hat eine halbe Sekunde zwischen sich und seinen ehemaligen Althea-BMW-Teamkollegen Jordi Torres gelegt. Damit qualifizierte sich Reiterberger direkt für die Superpole.

Nach rund der Hälfte des Trainings kam es zu einem Motorschadens bei Alex Lowes Yamaha in dessen Folge sich eine Ölspur bildete. Die Streckenposten reagierten nicht, der nachfolgende Stefan Bradl (Honda), rutschte auf dieser Spur aus, seine Maschine wurde total zerstört.
die Reste von Bradl's Honda - Totalschaden
Foto: Jens Hawrda
Die nachfolgende Unterbrechung zur Reinigung der Strecke dauerte länger, da sich dann auch noch sinnflutartige Regenfälle ergossen. Damit war im noch verbleibenden Training an eine Zeitenverbesserung für die Superbike-Piloten nicht zu denken.

Die Top-10: Sykes, Rea, Davies, Savadori, Melandri, Laverty, Reiterberger, Camier, Torres, Lowes.

SBK-WM: 1.Freies Training am Lausitzring, Markus Reiterberger Sechster

Markus Reiterberger
Foto: Jens Hawrda
Markus Reiterberger holt im ersten Freien Training zum Lauf der Superbike - WM auf dem Lausitzring Platz sechs. Damit ist er bester BMW-Pilot, mit über einer halben Sekunde Vorsprung auf seinen ehemaligen Teamkollegen vom Althea BMW-Team J. Torres. Stefan Bradl (Honda) beendet das erste Freie Training auf Platz 11. Trainingsschnellster war Tom Sykes vor Jonathan Rea (beide Kawasaki). Dritter wird C.Davis (Ducati).

Interview mit Gary Paffett

Gary Paffett: „Ich mache diesen Job nicht, um berühmt zu sein“

Gary Paffett
Foto: Jens Hawrda
DTM-Champion, Team-Captain und Vollblut-Racer: So kennt die DTM-Welt Gary Paffett. Wir stellen in einer dreiteiligen Interview-Reihe den Menschen hinter dem Rennfahrer vor. Im letzten Teil spricht Gary über...
  • seine Frau Lisa: „Sie hat mich zweifelsohne als Mensch sehr verändert, von dem Tag an, als wir uns kennengelernt haben.“
  • seinen Förderer Martin Hines: „Er war die Person, die mehr an mich geglaubt hat als jede andere. Er hatte nie den geringsten Zweifel an meinen Fähigkeiten.“
  • seine Zukunft im Motorsport: „Ich möchte mit Teams und Fahrern arbeiten und versuchen, ihnen dabei zu helfen, besser zu werden, Rennen zu gewinnen und erfolgreich zu sein.“

Gary, du bist an den Rennwochenenden oft weit weg von zuhause. Wie schwer ist es, Freundschaften zu pflegen?

Gary Paffett:
Das ist schon schwierig. Andererseits habe ich den Großteil meiner Freunde über den Motorsport kennengelernt. Ich spreche eigentlich mit niemandem mehr, mit dem ich zusammen zur Schule gegangen bin. Hin und wieder schreibe ich mit ein paar Leuten von damals auf Facebook. Aber richtigen Kontakt habe ich zu diesen Leuten nicht mehr. All meine Freunde kommen aus dem Motorsport. Andererseits habe ich ohnehin keinen riesengroßen Freundeskreis, den ich jede Woche zum Abendessen sehe. Es gibt ein paar Leute, die wir über Schulfreunde unserer Kinder kennengelernt haben sowie natürlich die Leute aus dem Rennsport. Das ist letztendlich mein Freundeskreis.

Kannst du dich an das erste Mal erinnern, als du um ein Autogramm gebeten wurdest?

Gary Paffett:
Nein, das kann ich nicht. Ich kann mich aber an die Zeit erinnern, als ich meine Unterschrift geübt habe. Wenn du das erste Mal ein Autogramm geben musst, wirst du meistens kalt erwischt. Ich habe es unterschrieben, wie ich sonst alles unterschrieben habe. Das habe ich dann ein paar Mal gemacht und mir gedacht: das dauert viel zu lange, daran muss ich etwas ändern. Und dann ging ich durch den ganzen Prozess in dem ich entschied, wie mein Autogramm aussehen sollte.

Kannst du dich noch an das erste Mal erinnern, als du in der Öffentlichkeit erkannt wurdest?

Gary Paffett:
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob es das erste Mal war. Zunächst passiert es dir als Rennfahrer sowieso nicht so häufig, da du keine unglaubliche Berühmtheit bist. Aber als ich einmal in Deutschland am Flughafen angekommen bin, ging ich durch die Passkontrolle und der Typ sah mich an, schaute auf den Pass, drehte sich zu seinem Kollegen um und zeigte ihm den Pass. An diesem Punkt machte ich mir etwas Sorgen, dass sie mich mitnehmen würden. Aber dann sagte er: „Oh, Gary Paffett, viel Glück am Wochenende!“ Und ich sagte: „Oh, vielen Dank.“ Das war wohl das erste Mal, dass mich jemand abseits der Rennstrecke erkannt hat. Das passiert mit der Zeit mehr und mehr. Je länger du dabei bist, desto mehr Leute kennen dich. Es ist auch in England schon ein paar Mal passiert, wo ich lebe. Es ist immer etwas seltsam, wenn du abseits der Rennstrecke erkannt wirst.

Würde es dir gefallen, wenn du mehr im Rampenlicht stehen würdest, dich mehr Leute erkennen würden und du irgendwo in den Boulevardzeitungen auftauchen würdest?

Gary Paffett:
Nein, nicht wirklich. Ich mache diesen Job nicht, um berühmt zu sein. Ich tue es, weil ich das Racing, die Arbeit mit all den Leuten und das Reisen liebe. Aber nicht, weil ich berühmt sein will. Das ist nur ein Nebeneffekt von dem, was wir tun. Ich liebe die Fans und die Unterstützung, die ich von ihnen erhalte. Aber das ist natürlich nicht der Hauptgrund. Es gehört einfach zu dem, was wir tun, dazu.

Welche Person hat dein Leben am meisten beeinflusst?

Gary Paffett:
Da gibt es viele Menschen, die mein Leben beeinflusst haben. Ursprünglich war es natürlich mein Vater, der mich an den Sport herangeführt hat. Meine Mutter und mein Vater haben mich großgezogen und damit logischerweise den Großteil der Arbeit erledigt und mich auf den Weg gebracht, auf dem ich heute bin. Die zweite Person war Martin Hines, dem das Kart-Team gehört, für das ich die meiste Zeit in meiner Karriere gefahren bin. Er hat mich entdeckt und finanziell bei allem unterstützt, was ich damals gemacht habe. Er war eine große Nummer in der Welt des Kartsports, er wusste alles darüber. Aber er wusste nicht so viel über Automobilrennsport und wie es dort weitergeht.

Martin wurde zunächst mein Manager, aber das hat nicht gut funktioniert. Nichtsdestotrotz war er die Person, die mehr an mich geglaubt hat als jede andere. Er hatte nie den geringsten Zweifel an meinen Fähigkeiten. Und es gibt andere Menschen oder Manager, die zwar an dich glauben, aber es gleichzeitig Momente gibt, in denen du denkst, dass sie sich nicht wirklich sicher dabei sind. Er stand aber zu 100% hinter mir und versuchte, mit seinem Enthusiasmus und der Überzeugung, wie gut ich war, mich bei anderen Leuten bekannt zu machen. Das hat mir dabei geholfen, dorthin zu gelangen, wo ich jetzt bin. Ab dem Alter von zehn Jahren bis zu meiner Formel-3-Zeit in Deutschland war er die Person, die alles ermöglicht hat. Ohne ihn wäre es nicht möglich gewesen.

Eine weitere wichtige Person ist natürlich Lisa. Wir sind zwei völlig unterschiedliche Persönlichkeiten und manchmal brauche ich sie, um mir einen kleinen Reality-Check zu geben. Ich bin ein ziemlicher Optimist und sehe immer in allem und jedem das Gute. Sie muss mir manchmal klarmachen, dass die Dinge doch nicht ganz so gut sind, wie ich denke. Und sie hat meistens Recht, was ziemlich nervt. Aber sie hat ganz einfach oft Recht. Nicht jeder ist so gut, wie ich denke. Das ist manchmal sehr schade. Aber Lisa ist ohne Frage diese gegensätzliche Persönlichkeit zu mir. Das hilft sehr und wir funktionieren zusammen sehr gut. Sie hat mich zweifelsohne als Mensch sehr verändert, von dem Tag an, als wir uns kennengelernt haben.

Wenn alles gut läuft, kannst du vielleicht noch zehn Jahre weiterfahren. Aber hast du dir schon mal darüber Gedanken gemacht, was nach dem Motorsport kommt?

Gary Paffett:
Ja, ich habe mir darüber schon Gedanken gemacht. Aber ich habe mich noch nicht ernsthaft damit beschäftigt oder nach Jobs gesucht. Aber es gibt so viele Leute, die mir schon Jobs angeboten haben. Leute, die wohl denken, dass ich reif zum Aufhören bin. Aber dazu bin ich noch nicht bereit. Ich denke, mit meiner Erfahrung in unserem Sport werde ich wohl auch nach meinem Karriereende noch etwas im Motorsport machen. Das ist der Sport, den ich liebe. Wenn ich keine Rennen mehr fahre und hierherkomme, werde ich das Fahren vermissen. Aber es gibt so viele Dinge, die ich tun oder Teams und Fahrern anbieten kann. Ich habe keinen Zweifel daran, dass ich etwas im Motorsport machen werde. Aber ich werde sicher kein Kommentator. Es gefällt mir nicht, nur darüber zu sprechen. Ich möchte mit Teams und Fahrern arbeiten und versuchen, ihnen dabei zu helfen, besser zu werden, Rennen zu gewinnen und erfolgreich zu sein.

Donnerstag, 17. August 2017

DTM: Audi mit Doppelspitze nach Zandvoort

  • Mattias Ekström führt mit einem Punkt Vorsprung vor René Rast
  • Ekström schon viermal Sieger auf dem Dünenkurs bei Amsterdam
  • Niederländer Nyck de Vries im Audi RS 5 DTM Renntaxi
Mattias Ekström
Foto: Jens Hawrda
Mit einem absoluten Highlight meldet sich die DTM am Wochenende aus der Sommerpause zurück: Am 19./20. August starten die mehr als 500 PS starken Tourenwagen auf dem Circuit Zandvoort. Der in den Dünen an der niederländischen Nordseeküste gelegene Kurs gilt als anspruchsvollste Rennstrecke im DTM-Kalender. Audi feierte hier bisher neun Siege.
„Zandvoort ist eine Strecke der alten Schule und für mich persönlich die schönste in der DTM“, sagt Audi-Pilot Jamie Green. „Dass ich im vergangenen Jahr erstmals in der DTM dort gewonnen habe, ist immer noch eines meiner Highlights der Saison 2016. Die schnellen Kurven machen wahnsinnig viel Spaß – erst recht im Qualifying mit nur wenig Benzin im Tank.“ Auch die anderen Audi-Piloten haben beste Erinnerungen an Zandvoort. Mike Rockenfeller gewann dort 2011 sein erstes DTM-Rennen und 2013 den DTM-Titel. Loïc Duval erkämpfte 2008 in den Dünen bei schwierigen Bedingungen für das französische Nationalteam einen Sieg in der A1-Grand-Prix-Serie. Absoluter „König“ der 4,307 Kilometer langen Rennstrecke vor den Toren Amsterdams ist jedoch Mattias Ekström: Der zweimalige DTM-Champion und amtierende Rallycross-Weltmeister stand in Zandvoort schon viermal ganz oben auf dem Siegerpodest, zuletzt 2014.


„Zandvoort ist absolut cool, keine Frage“, sagt der Schwede, der nach einem kurzen Italienurlaub mit seiner Familie als Tabellenführer an die Nordsee kommt – wenn auch nur mit einem einzigen Punkt Vorsprung auf Markenkollege René Rast. Der Sensationsmann der laufenden Saison kam in Zandvoort im vergangenen Jahr als Ersatzfahrer quasi über Nacht zu seinem unerwarteten DTM-Debüt, das ihm den Weg zu einem Stammplatz in der Tourenwagen-Serie ebnete. Zwölf Monate später hat Rast zwei Siege auf dem Konto, drei Pole-Positions, zwei schnellste Rennrunden und gute Chancen im Titelkampf. Auch Youngster Nico Müller ist ein großer Fan der Rennstrecke in Zandvoort. „Ich bin schon sehr gespannt auf den neuen Asphaltbelag dort“, sagt der Schweizer. „Wir werden die ohnehin schon schnellen Kurven noch zügiger fahren als bisher und deutlich schnellere Rundenzeiten sehen.“


„Man muss abwarten, ob und wie sich der neue Asphalt auf die Performance der Reifen auswirken wird“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Zandvoort war schon immer reifenmordend, aber wir sind damit in der Vergangenheit gut zurechtgekommen. Die Strecke sollte uns liegen. Aber die DTM ist unberechenbar. Ich gehe davon aus, dass wir zwei sehr spektakuläre Rennen sehen werden.“


Die ARD überträgt am Samstag (19. August) ab 14.30 Uhr und am Sonntag (20. August) ab 15 Uhr live aus Zandvoort. Tickets und Fan-Packages sind online unter www.audi.com/dtm erhältlich.

Der Niederländer Nyck de Vries wird in Zandvoort Gäste im Audi RS 5 DTM Renntaxi um seinen Heimatkurs pilotieren.

IDM*Superbike: Letzte Probe vor der großen Show

Foto: Jens Hawrda
Die Internationale Deutsche Meisterschaft ist in die zweite Saisonhälfte eingebogen. Vom 11. bis 13. August 2017 gastierte die höchste deutsche Serie im Motorradstraßenrennsport in Assen. Dank der Entscheidungen steht fest: Die IDM bleibt auch auf den letzten Metern spannend und 2018 kommt eine weitere Motorradmarke hinzu.  Für die IDM Superbike 1000 war der Start in Assen zugleich eine Generalprobe. Die Topklasse hat schon am kommenden Wochenende einen Gastauftritt im Rahmen der Superbike-Weltmeisterschaft auf dem Lausitzring.  

Besonders für den IDM-Führenden Markus Reiterberger ist der Start im Rahmen der Superbike-Weltmeisterschaft ein heißes Eisen. Der 23-jährige Bayer kämpft um eine Rückkehr in die Weltelite. Der zweifache Deutsche Superbike-Meister war schon ganz oben angelangt, teaminterne Probleme und eine Rückenverletzung veranlassten ihn nach einem Jahr zum Rückzug. In der heimischen IDM Superbike und in seinem alten Team fand er seine Reputation. Auf dem Lausitzring will der Star des VanZon Remeha BMW-Teams zeigen, dass er wieder zur Weltspitze gehört. Reiterberger begibt in der Lausitz in eine Doppelrolle: Einmal als Gastfahrer in der Superbike-WM und ein weiteres Mal als Gesamt-Führender in den zwei Rennen der IDM Superbike 1000. Den Punkte-Vorsprung baute er in Assen nochmals mit zwei Siegen aus. Sein größter Kontrahent  Danny de Boer, der gleichzeitig sein Teamkollege ist,  war ihm im ersten Rennen dicht auf den Fersen, doch eine gerissene Kette vereitelte die Siegambitionen des Niederländers. Florian Alt auf der Werks-Yamaha kam als Zweiter ins Ziel, gefolgt von Pepijn Bijsterbosch. Mit ihm kam dann doch noch ein einheimischer Fahrer aufs Siegerpodium. Den zweiten Lauf gewann Reiterberger vor de Boer und Bijsterbosch, der meinte: „In Assen auf dem Podium zu stehen ist eine Pflicht.“ 

Fünf Motorradmarken sind in der IDM-Topklasse vertreten: BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha. Bis auf Kawasaki schaffte es in beiden Läufen mindestens ein Fahrer in die Top Ten. Die schnelle Dame Lucy Glöckner, die Kawasaki aus der Talsohle geholt hat, stürzte diesmal in beiden Rennen, wobei sie im zweiten Lauf schuldlos zu Fall kam. Ein Konkurrent hatte Öl verloren und die Sächsin war wie vier weitere Fahrer darauf ausgerutscht.


In der IDM Supersport 600 musste Kevin Wahr aus Nagold einen empfindlichen Dämpfer einstecken. Bekam er für den ersten Lauf noch die volle Punktzahl gutgeschrieben, wurde das zweite Rennen zur Nullrunde. An seiner Yamaha stiegen Rauchwolken auf. Grund: Eine Eckverbindung zum Ölkühler hatte ein Leck. Wahr musste das Rennen verlassen. Dadurch hat der Meisterschaftsführende Thomas Gradinger aus Österreich nun so einen großen Vorsprung, dass ihm unter normalen Umständen kein Gegner mehr den Titel entreißen kann.


In der kleinen Supersport 300-Klasse gab es einen Führungswechsel. Jan-Ole Jähnig löste seinen Teamkollegen Maximilian Kappler an der Spitze ab. Und auch dahinter gab es reichlich Bewegung in der von Yamaha dominierten Klasse. Troy Beinlich gewann das zweite Rennen und verdrängte damit Sophia Liebschner vom dritten Tabellenplatz. Obwohl das Fahrerfeld noch klein ist, ist die NachwuchsKlasse sehr interessant und vor ihr liegt eine aussichtsreiche Zukunft. Im kommenden Jahr wird sich ein weiterer Hersteller neben Yamaha und Kawasaki engagieren. KTM hat starkes Interesse angemeldet und will einsteigen.

In der IDM Sidecar gelang dem Team Markus Schlosser/Thomas Hofer in Assen ein Doppelsieg, den auch die Einheimischen Bennie Streuer/Gerard Daalhuizen nicht verhindern konnten. Die Niederländer sind zugleich die Titelverteidiger, doch das Duo aus der Schweiz war einfach unschlagbar.  
 
Knapp 4.000 Zuschauer verfolgten die Rennen außerhalb der deutschen Grenzen. Während die Supersportler und die Sidecar-Fraktion jetzt drei Wochen Pause haben bis zur nächsten Veranstaltung in Oschersleben vom 1. bis 3. September 2017, reisen die Superbiker jetzt ohne Umschweife weiter zur Superbike-WM an den Lausitzring.

DTM: Achterbahnfahrt auf neuem Asphalt in Zandvoort

  • BMW-Pilot Spengler mit 150. DTM-Rennen
  • Formel-1-Star Max Verstappen ist zu Gast
  • Ekström hofft auf fünften Sieg in Zandvoort
Max Verstappen in Zandvoort zu Gast bei der DTM
Foto: Hoch Zwei / dtm.com
Die Boliden sind zurück. Die DTM hat die Sommerpause beendet. Passenderweise startet die zweite Saisonhälfte an einer Rennstrecke mit besonderem Flair: Zandvoort steht seit jeher für familiäre Atmosphäre mit Sonne, Strand und Meer, garniert durch heiße Renn-Action. Die Läufe elf und zwölf in der Meisterschaft auf dem „Circuit“ versprechen in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich und atemberaubend zu werden. Auch der neu aufgelegte Asphalt wird dieses Mal auf dem holländischen Rundkurs an der Küste eine entscheidende Rolle spielen. Abgerundet wird das Sommer-Festival in den Dünen durch die Teilnahme prominenter Gäste.

Die Fahrer freuen sich unisono auf die wohl anspruchsvollste Strecke des DTM-Kalenders. Allen voran Audi-Pilot Mattias Ekström. Der Schwede stand in Zandvoort schon viermal ganz oben auf dem Siegerpodest, zuletzt 2014. Auf der 4,307 Kilometer langen Rennstrecke vor den Toren Amsterdams will der zweimalige DTM-Champion und amtierende Rallycross-Weltmeister seine Führung (113 Punkte) in der Gesamtwertung verteidigen. „Zandvoort ist absolut cool, keine Frage. Durch den neuen Belag soll der Grip sehr hoch sein. Wenn man in die Glaskugel schaut, sieht es so aus, als wäre es etwas für unsere Konkurrenten. Ich werde dennoch alles versuchen, um im Qualifying vorne zu stehen“, so „Eki“, der nur einen einzigen Punkt Vorsprung auf Markenkollege René Rast hat. Der Rookie gab im letzten Jahr in Zandvoort als Ersatzfahrer sein DTM-Debüt. „Es ist eine richtige Männerstrecke: Knappe Auslaufzonen, viele schnelle Kurven. Das ist das, was ein Rennfahrer eigentlich möchte“, schwärmt Rast von dem Kurs an der Nordseeküste.

Ähnlich klingt es bei Maro Engel, dem Überraschungssieger des letzten Rennens in Moskau: „Es ist eine fantastische Strecke, relativ schnell, wo Du den Speed dieser DTM-Autos wirklich fühlst und spürst. Und es ist auch immer eine grandiose Atmosphäre“, unterstreicht Mercedes-AMG-Pilot. Ein besonderes Jubiläum steht Bruno Spengler auf dem Achterbahnkurs durch die Dünen bevor. Der BMW-Pilot bestreitet am Samstag sein 150. DTM-Rennen. „Zandvoort ist etwas Besonderes, die Atmosphäre ist immer toll. Es kommen sehr viele Fans, die den Motorsport lieben. Es gibt immer viel Wind und damit viel Sand auf der Fahrbahn. Deshalb kann sich die Strecke von einer Runde zur nächsten ändern. Doch das gehört hier einfach dazu.“

Laut Manfred Sandbichler, Hankook Motorsport Direktor Europa, könnte der neue Asphaltbelag vor allem bei Regen für die Teams zu einer kniffligen Herausforderung werden: „Wir sind schon mit anderen Serien auf dem neuen Belag gefahren und es gab nichts Auffälliges. Neu verlegter Asphalt ölt allerdings aus, was bei Regen für einen tückischen Schmierfilm auf der Fahrbahn sorgen kann. Das Hauptthema in Zandvoort bleibt der Sand, der durch den Wind konstant auf die Strecke getragen wird. Dadurch haben die Fahrzeuge weniger Grip und geraten ins Rutschen. Die Folge sind erhöhte Laufflächentemperaturen und damit größerer Verschleiß beim DTM-Einheitsreifen Ventus Race.“

Nicht entgehen lassen will sich auch Formel-1-Star Max Verstappen den packenden Tourenwagensport in seiner Heimat. „Die DTM in Zandvoort wird sicherlich wieder ein grandioses Spektakel“, sagt der Red Bull Racing-Fahrer, der am Sonntag während der Starterfeldpräsentation im Interview zu sehen und zu hören sein wird. Anschließend fährt er im Cabriolet den Gewinner eines Wettbewerbs um den Dünenkurs. Zudem überreicht Verstappen auf dem Podium den Siegerpokal.

Ein Prinz, ein Ex-Formel 1-Rennfahrer und ein Schauspieler gehen im Rahmenprogramm beim Audi Sport TT Cup ins Rennen. Prinz Bernhard van Oranje, der zweite Sohn von Pieter van Vollenhoven und Margriet van Oranje-Nassau, der Prinzessin der Niederlande, ist ebenso dabei wie der ehemalige niederländische Formel-1-Fahrer Giedo van der Garde und Daniel Roesner, bekannt als Kriminalkommissar Renner aus der RTL-Serie „Alarm für Cobra 11“. Die Rennen der FIA Formel 3 Europameisterschaft mit Mick Schumacher, Sohn des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher, sowie der GT 4 European Series Northern Cup runden das sportliche Event ab.

Montag, 14. August 2017

IDM*Superbike 1000 Assen

Rennen 1:
Allein Danny de Boer hätte Markus Reiterberger in Assen schlagen können. Doch nachdem der IDM Superbike 1000-Spitzenreiter erneut einen Traumstart vorgelegt hatte und als Erster ins erste Eck eingebogen war, hatte sich der Fall schon wieder erledigt. Reiterberger raste seinem sechsten Saisonsieg entgegen. De Boer konnte annähernd mithalten, doch als der Niederländer stürzte, war jegliche Konkurrenz für Reiti ausgeschaltet. Der Bayer siegte mit einem Vorsprung von 23,947 Sekunden. „Mit Danny hinter mir wäre es allerdings anstrengend geworden“, meinte Reiti im Hinblick auf seinen Teamkollegen bei VanZon Remeha-BMW. Mit Florian Alt schaffte es auch endlich wieder ein Fahrer aus dem Yamaha-Werks-Team aufs Podium, bevor mit Pepijn Bijsterbosch ein weiterer BMW-Fahrer nach oben kletterte, der dazu sagte: „Das war für mich eine Pflicht beim Heimrennen.“
Bastian Mackels (Yamaha von Startplatz 16 auf Platz 5 im Ziel
Foto: Jens Hawrda
Yamaha-Pilot Bastien Mackels, der im Training zu lange mit Regenreifen auf der Strecke war und später mit einem Elektronikproblem gekämpft hatte, arbeitete sich vom 16. Startplatz auf den fünften Rang vor. Suzuki-Hoffnung Vittorio Iannuzzo, Vierter im Training, stürzte und kam nicht ins Ziel. Die Kohlen auf der neuen GSX-R 1000 holte Luca Grünwald aus dem Feuer. Jan Halbich blieb auf der Honda Fireblade SP2 auf Position acht unauffällig. Dafür krachte es bei Lucy Glöckner: Die schnelle Dame hatte auf der Kawasaki ZX-10R den dritten Top Ten-Platz im Visier, kam sich aber ausgerechnet mit Gastfahrer Fraser Rogers aus Großbritannien ins Gehege. Der Markenkollege ist in der BSB gefahren und derzeit in der Superstock 1000-EM unterwegs. Wayne Tessels, der Kawasaki-Gastfahrer aus den Niederlanden, kam auch nicht ins Ziel.

Rennen 2:
Im zweiten Lauf war das Feld etwas ausgedünnt. Gastfahrer Fraser Rogers aus Großbritannien fehlte. Lucy Glöckner hatte ihn beim Sturz im ersten Lauf leider mit abgeräumt. Auch Marc Buchner war nicht am Start. Er wollte am Assen-Wochenende in der Supersport 600 und Superbike 1000 antreten, aber die Doppelrolle gelang nicht.

Markus Reiterberger (BMW) holt in Assen die Maximalpunktzahl und war wieder nicht zu schlagen
Foto: Jens Hawrda
Verlass war wieder auf Markus Reiterberger, der diesmal noch zufriedener als nach dem ersten Lauf war. Bei Saisonsieg Nummer sieben hatte er sich zu Beginn nur einmal verschaltet, war durch den Rückstoß kurz mit dem Helm gegen die Scheibe geknallt, aber danach konnte er seinen Kontrahenten Danny de Boer problemlos abschütteln. Nach einer Runde hatte der Bayer einen Vorsprung von 0,858 Sekunden. Auf dem Podium wurde er letztlich von zwei Niederländern umgeben: von Danny de Boer und dem Dritten Pepijn Bijsterbosch. Letzterer sorgte dafür, dass es bei der Siegerehrung keine komplette BMW-Show gab und wie in Lauf eins ein Yamaha-Fahrer auf der Treppe stand.

Das Rennen wurde vorzeitig mit der roten Flagge abgebrochen. Bijsterbosch hatte Öl verloren, war selbst gestürzt. Desweiteren erwischte es Stefan Kerschbaumer, Dominic Schmitter, Koen Zeelen und Lucy Glöckner. Dabei hatte die Lady so gut im Rennen gelegen und sich in der ersten Runde von der 14. Startposition auf den sechsten Platz durchgeschlagen. Viel Zeit zum Nachdenken gibt es nicht. Am kommenden Wochenende, vom 18. bis 20. fährt die IDM Superbike 1000 im Rahmen der Superbike-Weltmeisterschaft auf dem Lausitzring.

Text: Anke Wieczorek

Freitag, 11. August 2017

IDM*Superbike startet in die zweite Saisonhälfte

Vom 11. bis 13. August 2017 biegt die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft in die zweite Saisonhälfte ein. Sie macht Station auf dem berühmten TT-Kurs im niederländischen Assen. Für die Topklasse IDM Superbike 1000 ist es zugleich die letzte Runde vor dem großen Auftritt im Rahmen der Superbike-Weltmeisterschaft, die nur eine Woche später auf dem Lausitzring stattfindet.


Seit 1949 wird auf dem TT Circuit Assen ohne Unterbrechung jedes Jahr ein MotorradWM-Rennen ausgetragen. Der Rundkurs ist aktuell die einzige WM-Strecke, die speziell für Zweiräder konzipiert wurde. Ihre Kurven sind teilweise stark überhöht. Auf dem schnellen TT Circuit ist auch die IDM regelmäßig zu Gast. Vom 11. bis 13. August 2017 kämpft Deutschlands höchste Motorradstraßenrennsportserie erneut um Punkte auf dem Ring, der zu den schönsten in ganz Europa zählt. 

Jan Halbig (Honda CBR 1000 RR) vor Dominic Schmitter (Suzuki GSX-R 1000)
Foto: Jens Hawrda
Kann der Niederländer Danny de Boer zu Hause den überragenden Superbike 1000-Spitzenreiter Markus Reiterberger schlagen? Er ist der Meister von 2016 in der IDM Superstock 1000-Klasse und ihm gelang bei seinem Auftritt in der Europameisterschaft mit dem Motorrad zum Jahresbeginn ein viel beachteter vierter Platz auf seiner Heimstrecke. Das SuperstockMotorrad unterscheidet sich nur in Feinheiten von einem aktuellen Superbike, wie es Danny de Boer im IDM-Team von Van Zon Remeha BMW-Team fährt. Dem 27-jährigen gelang es bisher als einzigem Fahrer, seinen Teamkollegen Markus Reiterberger in diesem Jahr zu schlagen: im Regen auf dem Nürburgring.  

Fünf Marken sind in der Superbike 1000, der IDM-Topklasse, vertreten: BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha. Bei der vergangenen Veranstaltung auf dem Schleizer Dreieck platzierten alle von ihnen mindestens einen Fahrer in den Top Ten. In der Gesamtwertung führen vier BMW-Piloten das Feld an. Auf dem fünften Rang ist mit  Florian Alt der beste Yamaha-Fahrer vertreten. Der Tscheche Jan Halbich ist auf Honda Gesamt-Siebter und Luca Grünwald auf Suzuki Achter. Nachdem Kawasaki zum Saisonbeginn punktelos blieb, gab es einen Wechsel im Team. Seit Lucy Glöckner die ZX10R lenkt, ging es auch hier steil aufwärts. Die Sächsin holte in Schleiz auf Anhieb 16 Punkte und rangiert bereits auf Platz 15 in der fast 40 Fahrer starken Superbike 1000Klasse. In Assen wird sich zeigen, mit welchen Resultaten es direkt weiter an den Lausitzring, auf dem die IDM Superbike 1000 als einzige IDM-Klasse im Rahmen der Superbike-Weltmeisterschaft fährt. 

In der IDM Supersport 600 hat sich mittlerweile der Österreicher Thomas Gradinger durchgesetzt. Der Yamaha-Fahrer wird von seinen Markenkollegen Kevin Wahr und Max Enderlein verfolgt. Brisant: Sie reisen mit einem Gleichstand von 102 Punkten nach Assen.  Für Gradinger wie auch Enderlein werden die Rennen in den Niederlanden ebenfalls zur letzten Herausforderung vor dem Lausitzring. Beide haben eine Wildcard und treten in der  Supersport-Weltmeisterschaft antreten.    

Supersport 300: hier Jähning #41 vor Kappler #97 und Georgi #7
Foto: Jens Hawrda
In der kleinen Klasse IDM Supersport 300 ist ein Zweikampf zwischen den Teamkollegen Maximilian Kappler und Jan-Ole Jähnig entbrannt. In Assen werden die beiden YamahaPiloten aber auch gehörig von den vielen Niederländern unter Druck gesetzt, die dann wieder am Start sind. Sie fahren mit der IDMKlasse im gleichen Feld, werden auf Grund von Unterschieden im technischen Reglement aber getrennt gewertet.
Sidecar
Foto: Jens Hawrda
In der IDM Sidecar hat das Team Markus Schlosser/Thomas Hofer bereits einen so großen Vorsprung vor den Verfolgern, dass es sich schon einen Ausfall erlauben könnte, ohne die Tabellenführung abgeben zu müssen. Die Frage ist: Rast in Assen das heimische Duo Bennie Streuer/Gerard Daalhuizen zum Sieg? Es kennt die Strecke nicht nur aus dem Eff-Eff, sondern ist auch der IDM-Titelverteidiger. 
Der Yamaha R6-Dunlop-Cup startet auch in Assen im Rahmen der IDM*Superbike
Foto: Jens Hawrda
Vier IDM-Klassen und Rennen im Yamaha R6-Dunlop-Cup, dem Twin-Cup sowie dem Suzuki GSX-R 1000-Cup erwarten die Zuschauer am kommenden Wochenende. Die Saison ist kurz und es dürfen keine Fehler passieren. Das verspricht Hochspannung auf und neben der Strecke. Ganz nah heran an die Fahrer kommen die Fans beim Pitwalk, der Autogrammstunde und den öffentlichen Pressekonferenzen.

Dienstag, 8. August 2017

Audi-Sieg durch Pommer/Van der Linde auf dem Nürburgring am Sonntag

  • Debütsieg von Aust Motorsport im ADAC GT Masters
  • BMW-Duo Nick Catsburg und Philipp Eng auf Rang zwei
  • Ex-Champion Christopher Haase und Rookie-Sieger Jeffrey Schmidt werden Dritte
Markus Pommer u. Kelvin van der Linde holen ersten Sieg für Aust Motorsport
Foto: Jens Hawrda
Die Audi-Fahrer Markus Pommer (26/Neckarsulm) und Kelvin van der Linde (21/ZA) holten sich den Sieg im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters auf dem Nürburgring und damit den ersten Triumph in der "Liga der Supersportwagen" für das Team Aust Motorsport. Platz zwei ging an den von der Pole-Position gestarteten BMW M6 von Nick Catsburg (29/NL) und Philipp Eng (27/A, beide BMW Team Schnitzer) vor Jeffrey Schmidt (23/CH) und Christopher Haase (29/Kulmbach, beide Montaplast by Land-Motorsport) in einem weiteren Audi R8. "Ein tolles Rennen. Ich habe zwei Jahre auf meinen nächsten Sieg im ADAC GT Masters warten müssen", so Sieger van der Linde. "Aber in diesem Jahr haben wir das richtige Paket und eine tolle Fahrerpaarung."

Pole-Setter Eng bleibt beim Start vorn

Die erste Rennhälfte auf dem Nürburgring stand ganz im Zeichen von Pole-Setter Philip Eng. Der BMW-Pilot verteidigte beim Start die Führung und behauptete auch bis zum Wechsel zu seinem Partner Nick Catsburg die Spitzenposition. Die Entscheidung um den Sieg fiel nach den Boxenstopps: Catsburg fuhr parallel zu Pommer aus der Boxengasse und blieb so in Führung, die Rennleitung wertete das Manöver des BMW-Fahrers als "unsafe release" und wies einen Platztausch an der Spitze an. Pommer übernahm so die Spitze und setzte sich bis zu einer kurzen Safety-Car-Phase ab. Auch nach dem Restart konnte der BMW-Pilot die Rundenzeiten von Pommer nicht mitgehen. Der Audi-Fahrer fuhr schließlich mit 4,5 Sekunden Vorsprung zu seinem ersten Sieg im ADAC GT Masters. Auch für das Team von Frank Aust war es der erste Triumph in der "Liga der Supersportwagen". Für Pommers Teamkollegen Kelvin van der Linde ging mit dem Erfolg eine lange Durststrecke im ADAC GT Masters zu Ende. Seinen letzten Sieg hatte der Champion von 2014 vor zwei Jahren auf dem Sachsenring eingefahren.

Catsburg und Eng wurden Zweite. Eng verbesserte sich dank seines dritten Podestplatzes der Saison auf den zweiten Gesamtrang der Fahrerwertung und verringerte seinen Rückstand auf Tabellenführer Jules Gounon (22/F, Callaway Competition), der zusammen mit Albert Costa (27/E) in der Corvette C7 Achter wurde, vier Rennen vor Saisonende auf 38 Zähler. Den letzten Podestplatz sicherten sich die Audi-Fahrer Jeffrey Schmidt (23/CH) und Christopher Haase (29/Kulmbach, beide Montaplast by Land-Motorsport). Für Schmidt war es der zweite Sieg des Wochenendes in der Junior-Wertung für Piloten unter 25 Jahren.

Rolf Ineichen (39/CH) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser Racing Team) erkämpften sich vom neunten Startplatz Rang vier. Ineichen gewann damit wie schon am Samstag die Trophy-Wertung für nicht-professionelle Piloten. Dahinter folgten zwei weitere Audi R8: Dennis Marschall (20/Eggenstein-Leopoldshafen) und Patric Niederhauser (25/CH) wurden im zweiten Fahrzeug von Aust Motorsport Fünfte vor den letztjährigen Titelträgern Connor De Phillippi (24/USA) und Christopher Mies (28/Heiligenhaus, beide Montaplast by Land-Motorsport).

Beste Mercedes-AMG-Piloten waren als Siebte Indy Dontje (24/NL) und Maximilian Buhk (24/Hamburg, beide Mercedes-AMG Team HTP Motorsport). Hinter Tabellenführer Gounon und Partner Costa sicherten sich Ezequiel Perez Companc (23/RA) und Mirko Bortolotti (27/I, beide GRT Grasser Racing Team) im Lamborghini im Huracán und die Zweiten vom Samstagsrennen, die Porsche-Fahrer Mathieu Jaminet (22/F) und Michael Ammermüller (31/Rotthalmünster, beide KÜS Team75 Bernhard), die letzten Meisterschaftspunkte.

Stimmen der Sieger

Kelvin van der Linde (Aust Motorsport, Audi R8 GT3):
"Ich hatte anfangs einen harten Kampf mit dem Porsche von Sven Müller. Ich war etwas schneller als er, kam aber nicht vorbei. Unsere Strategie war daher am Ende der Schlüssel zum Sieg. Das Team hat einen tollen Boxenstopp gemacht und wir konnten auf eine Höhe mit dem BMW ziehen. Das war die rennentscheidende Szene."

Markus Pommer (Aust Motorsport, Audi R8 GT3):
"Ein tolles Gefühl: Der erste Sieg für mich, aber auch für Aust Motorsport. Wir wussten, dass der Audi und auch Kelvin, der hier im Mai das 24-Stunden-Rennen gewonnen hat, stark sind. Auch wenn es am Ende einfach aussah, war es nicht so. In den Schlussrunden gab es in der ersten und letzten Kurve eine Flaggenwarnung, dass die Strecke dort rutschig ist. Nach dem Restart war ich der erste Fahrer dort, da war es schwierig den richtigen Bremspunkt zu finden. Aber unser Auto war heute wirklich toll."

ADAC TCR Germany: Audi-Pilot Buri holt ersten Saisonsieg am Sonntag am Nürburgring

  • Zwei Audi nach einem ereignisreichen Rennen an der Spitze
  • Gesamtführender Files bleibt nach Sieg am Samstag ohne Punkte
  • Engstler als Elfter bester Rookie

Antti Buri (28, Finnland, LMS Racing) hat sich beim zehnten Lauf der ADAC TCR Germany seinen ersten Saisonsieg gesichert. Der Finne im Audi RS3 LMS holte sich in einem ereignisreichen Rennen seinen insgesamt vierten Sieg in der Tourenwagenserie des ADAC. Buri gewann vor seinem Markenkollegen Sheldon van der Linde (18, Südafrika, AC 1927 Mayen e.V. im ADAC). Auf den dritten Platz fuhr Vizemeister Harald Proczyk (41, Österreich, HP Racing) im Seat Leon TCR. Bitter endete das Rennen hingegen für den Titelverteidiger und Gesamtführenden Josh Files (26, Großbritannien, Target Competition), der sein beschädigtes Auto nach einer Kollision beim Start in der Box abstellen musste.

"Ich bin sehr glücklich. Aus der ersten Reihe zu starten, macht das Leben viel einfacher. Ich habe einfach versucht, schnelle Runden zu drehen und eine Lücke herauszufahren", erklärte Buri: "Das Teilnehmerfeld ist in dieser Saison richtig gut. Es gibt 15 Fahrer, die das Rennen gewinnen können. Wenn du nicht alles gibst, fällst du sofort zurück."

Auf den Plätzen folgten der Förderpilot der ADAC Stiftung Motorsport Mike Halder (21, Meßkirch, Wolf-Power Racing) im Seat Leon und die Audi von Niels Langeveld (29, Niederlande, Racing One) und Sandro Kaibach (19, Bad Waldsee, Aust Motorsport). Jürgen Schmarl (43, Österreich, Target Competition) wurde im Honda Civic TCR Siebter. Dahinter komplettierten Moritz Oestreich (25, Fulda, Honda Team ADAC Sachsen) in einem weiteren Honda, Fabian Danz (27, Schweiz, Schläppi Race-Tec) im Seat Leon und Jasmin Preisig (25, Schweiz, Lubner Motorsport) im Opel Astra TCR die Top Ten.

Bester Rookie wurde Luca Engstler (17, Wiggensbach, Liqui Moly Team Engstler) im VW Golf GTI TCR als Elfter, er baute damit seine Führung in der Honda Rookie Challenge weiter aus. Der Sieger der Honda Rookie Challenge erhält zum Ende der Saison einen neuen Honda Civic als Prämie.

Pole-Setter Max Hofer (18, Österreich, AC 1927 Mayen e.V. im ADAC) erwischte keinen guten Start. Buri übernahm von Startplatz zwei die Führung während Dino Calcum (27, Bochum, Schläppi Race-Tec) nach einem Startunfall mit seinem Opel Astra in die Leitplanken einschlug und das Safety-Car auf die Strecke ging.

Direkt nach dem Restart konnte Steve Kirsch (38, Chemnitz, Honda Team ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR den Führenden Buri kurzzeitig überholen, nach der zehnten Runde musste Kirsch allerdings seinen Boliden mit technischem Defekt abstellen. Ein Ausfall von Sven Markert (19, Berlin, GermanFLAVOURS Racing) im Audi sorgte dann für eine zweite Safety-Car-Phase.

Mit vier Minuten verbleibend wurde das Rennen wieder freigegeben. Während Buri ungefährdet dem Sieg entgegenfuhr, waren die weiteren Podestplätze hart umkämpft. Auf Rang drei liegend attackierte Mike Halder den zweitplatzierten Sheldon van der Linde. Der Audi-Pilot parierte die Attacke, Halder musste in der Folge noch seinen Markenkollegen Proczyk vorbeiziehen lassen und beendete das Rennen als Vierter.

In der Gesamtführung bleibt Files trotz des Ausfalls mit 288 Punkten klar in Führung. Dahinter konnten allerdings Halder (211), Langeveld (197) und van der Linde (187) ihren Rückstand verkürzen. Für die Fahrer der ADAC TCR Germany steht nun erst einmal eine sechswöchige Pause auf dem Programm, ehe es am Sachsenring (15. bis 17. September) in das vorletzte Rennwochenende der Saison geht.

Stimmen der Bestplazierten zur ADAC TCR Germany:

Sheldon van der Linde
(Zweiter, AC 1927 Mayen e.V. im ADAC): "Ich bin gut gestartet und auf den zweiten Platz gefahren, den ich dann gehalten habe. Leider hatte Steve Kirsch Probleme mit seinem Auto, da hatte ich Glück. Ich bin sehr froh. Das sind wichtige Punkte für die Meisterschaft, die mich dort weiter im Rennen halten. Es ist ein Heimrennen für mein Team, deswegen ist es sehr schön, hier ein Podium feiern zu können."

Harald Proczyk (Dritter, HP Racing): "Der Fight mit Mike Halder zum Schluss war ziemlich heftig. Ich wollte zumachen, aber da war er schon auf meiner hinteren Stoßstange. Gott sei Dank ist es so ausgegangen und keiner hat einen Platz verloren. Es war hart an der Grenze, aber ich hoffe, es war noch in Ordnung. Seit zwei drei Rennen läuft es bei mir ganz gut, in der Meisterschaft musst du immer happy sein, wenn du auf ein Podium fährst."

Luca Engstler (Elfter und bester Rookie, Liqui Moly Team Engstler): "Wir sind natürlich zufrieden, dass es mit der Rookie-Wertung geklappt hat. Es ist schade, dass es für ganz vorne nicht gereicht hat. Vom eigenen Speed wäre das auf jeden Fall möglich gewesen. Wir haben ziemlich Probleme, mit Seat, Audi und Honda mitzufahren. Aber ich habe es geschafft, schnellster Golf zu sein. Ich denke, dass wir uns am Sachsenring auf jeden Fall leichter tun werden."

Montag, 7. August 2017

Lucas Auer und Sebastian Asch holen ersten Saisonsieg für Mercedes-AMG am Samstag

  • Premierenerfolg für DTM-Star Auer und BWT Mücke Motorsport
  • Platz zwei für Porsche-Duo Jaminet/Ammermüller
  • Pole-Setter Stolz und Ludwig werden im Mercedes-AMG Dritte
Foto: Gruppe C Fotografie
Mit einer souveränen Leistung sicherten sich Sebastian Asch (31/Ammerbuch) und DTM-Star Lucas Auer (22/A, beide BWT Mücke Motorsport) auf dem Nürburgring den Sieg im neunten Saisonlauf des ADAC GT Masters. Es war gleichzeitig der erste Triumph für Mercedes-AMG in der „Liga der Supersportwagen“ seit April 2016. Der zweite Rang ging an das Porsche-Duo Mathieu Jaminet (22/F) und Michael Ammermüller (31/Rotthalmünster, beide KÜS Team75 Bernhard), Platz drei sicherten sich Pole-Setter Luca Stolz (22/Brachbach) und Luca Ludwig (28/Bornheim, beide Mercedes-AMG Team ZAKSPEED) in einem weiteren Mercedes-AMG. „Unglaublich“, so Sieger Lucas Auer. „Das ist erst mein zweites Wochenende im ADAC GT Masters und schon stehen wir ganz oben auf dem Podest. Ich hatte im Rennen sehr viel Spaß.“

Turbulenter Start

Den Grundstein zu seinem zehnten ADAC GT Masters-Laufsieg legte Asch am Start. Der zweifache ADAC GT Masters-Champion übernahm von Startplatz drei in der ersten Kurve die Spitze, dahinter folgte die Corvette von Tabellenführer Jules Gounon (22/F, Callaway Competition) und Pole-Setter Luca Stolz sowie Mathieu Jaminet. Zwischenzeitlich eingebremst von zwei Safety-Car-Phasen behauptete das Quartett bis zu den Boxenstopps die Spitzenpositionen. Nach den Fahrerwechseln verteidigte Aschs Partner Lucas Auer die Führung und baute den Vorsprung des pinken Mercedes-AMG weiter aus. Im Ziel hatte der aktuelle DTM-Tabellendritte 7,2 Sekunden Vorsprung und holte damit bei seinem zweiten Auftritt im ADAC GT Masters seinen ersten Sieg. Auch für die Berliner Mannschaft BWT Mücke Motorsport, die in diesem Jahr erstmals in der „Liga der Supersportwagen“ antritt, war es der Premierenerfolg.

Dank eines gelungenen Boxenstopps kam das Porsche-Duo Jaminet und Ammermüller auf den zweiten Rang. Für das Duo, das für das Team von Le-Mans-Sieger Timo Bernhard antritt, war es das beste Saisonergebnis seit dem Sieg beim Saisonauftakt. Luca Stolz, der zum zweiten Mal die Junior.-Wertung für Piloten unter 25 Jahre gewann, und Luca Ludwig holten beim Heimspiel des Mercedes-AMG Team ZAKSPEED den dritten Platz vor Dennis Marschall (20/Eggenstein-Leopoldshafen)/Patric Niederhauser (25/CH, beide Aust Motorsport) im Audi R8, die ihre bisher beste Saisonplatzierung einfuhren.

Tabellenführer Jules Gounon und sein neuer Teamkollege Albert Costa kamen mit ihrer Corvette C7 als Fünfte ins Ziel, Gounon baute damit seine Tabellenführung weiter aus. Costa lieferte sich nach dem Fahrerwechsel ein spannendes Duell mit dem zweiten Aust-Audi von Markus Pommer (26/Neckarsulm) und Kelvin van der Linde (21/ZA). Das Duo musste sich am Ende mit Rang sechs begnügen. Siebte wurden die Mercedes-AMG-Fahrer Patrick Assenheimer (25/Lehrensteinsfeld) und Maximilian Götz (31/Uffenheim, beide Mercedes-AMG Team HTP Motorsport), dahinter folgten Jeffrey Schmidt (23/CH) und Christopher Haase (29/Kulmbach, beide Montaplast by Land-Motorsport) in einem weiteren Audi R8.

Dank einer starken Aufholjagd sicherten sich Nick Catsburg (29/NL) und Philipp Eng (27/A, beide BMW Team Schnitzer) noch den neunten Rang. Das Duo war von Position 16 gestartet. Der letzten Meisterschaftszähler ging an Ezequiel Perez Companc (23/RA) und Mirko Bortolotti (27/I, beide GRT Grasser Racing Team) in Lamborghini Huracán.

Platz elf ging an den Lamborghini von Rolf Ineichen (39/CH) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser Racing Team). Ineichen holte damit seinen sechsten Saisonsieg in der Trophy-Wertung für nicht professionelle Piloten.
Foto: Gruppe C Fotografie
Stimmen der Sieger

Sebastian Asch (BWT Mücke Motorsport, Mercedes-AMG GT3): „Ich hatte einen Bombenstart. Natürlich habe ich dabei etwas von den Fehlern der Vordermänner profitiert. Die Pace und die Restarts waren super, das Team hat uns ein tolles Auto hingestellt und Lucas Auer ist perfekt gefahren. Ich freue mich riesig. Wir haben auch einen großen Schritt nach vorn in der Meisterschaft gemacht und uns um einige Positionen verbessert. Auch wenn Jules Gounon einen großen Vorsprung hat, wollen wir dranbleiben. Wer weiß, was noch alles passieren wird.“

Lucas Auer (BWT Mücke Motorsport, Mercedes-AMG GT3): „Herzlichen Glückwunsch an Mercedes-AMG und BWT Mücke Motorsport zum Sieg. Ich bin sehr glücklich. Sebastian ist toll gefahren. Er hatte einen super Start und zweite tolle Restarts. Das Auto war sehr einfach zu fahren. Bereits meine erste Rundenzeit betrug 1.29,1 Minuten – was zeigt, wie viel Vertrauen ich in das Fahrzeug hatte.“