Dienstag, 24. Oktober 2017

DTM-Gegenbesuch in Japan mit drei Autos

  • Auftritt beim SUPER GT-Finale in Motegi
  • Duval, Farfus und Engel als Fahrer nominiert
  • Weiteres Zeichen für Zusammenarbeit von ITR und GTA
Besuch der japanischen Super-GT-Serie beim Saisonfinale 2017 am Hockenheimring
Foto: dtm.com
Die DTM geht nach Japan und präsentiert sich beim Saisonfinale der SUPER GT in Motegi den japanischen Motorsport-Fans. Nach dem viel beachteten Auftritt der SUPER GT beim DTM-Saisonfinale auf dem Hockenheimring revanchieren sich Audi, BMW und Mercedes-AMG mit einem Gegenbesuch im Land der aufgehenden Sonne. Beim Finale der SUPER GT im japanischen Motegi (11.-12. November 2017) fahren alle drei deutschen Hersteller Demonstrationsrunden mit ihren aktuellen Fahrzeugen. Die drei DTM-Boliden werden in Japan von Loïc Duval, Augusto Farfus und Maro Engel gefahren und gehen gemeinsam mit den SUPER GT-Fahrzeugen von Honda, Lexus und Nissan Nismo auf die Strecke. Der Besuch in Motegi unterstreicht die intensivierte Kooperation zwischen der ITR, als Dachorganisation der DTM, und der GTA, dem Super-GT-Dachverband. Erklärtes Ziel der Zusammenarbeit ist ein gemeinsames Technisches Reglement ab 2019, was den Einsatz von Autos in der jeweils anderen Serie ermöglichen würde.
 
Für die beiden DTM-Piloten Duval und Farfus sind Japan und die SUPER GT kein Neuland. Beide waren in der Serie bereits am Start. Duval fuhr dort von 2006 bis 2012 insgesamt 57 Rennen, holte fünf Siege und stand sechsmal auf der Pole-Position. 2010 gewann der Franzose im Team Weider Honda Racing zusammen mit Takashi Kogure den Meistertitel. „Es war toll, dass die SUPER GT in Hockenheim dabei war“, blickt der Franzose auf das DTM-Finale zurück. „Die Autos sind mindestens so spektakulär wie die der DTM und alle fünf gemeinsam zu sehen war der Wahnsinn. Umso mehr freue ich mich als ehemaliger Super GT Champion mit meinem DTM Auto nach Japan zurück zu kommen.“ Beim Auftritt der DTM in Motegi präsentiert Duval den japanischen Motorsport-Fans sein 2017er Castrol EDGE Audi RS 5 DTM.
 
Farfus ist in seiner Karriere zweimal in der SUPER GT-Serie an den Start gegangen, beide Male in der GT300-Kategorie. „Es ist eine große Ehre für mich, den BMW M4 DTM vor den japanischen Motorsport-Fans präsentieren zu dürfen. Ich bin in dieser Saison bei den 1000km von Suzuka gestartet und habe die fantastische Atmosphäre hautnah miterlebt.“, sagt der Brasilianer, der 2014 in Suzuka Dritter wurde. „Ich bin überzeugt, dass die DTM-Fahrzeuge dort sehr willkommen sein werden.“ Farfus wird in Japan den BMW M4 DTM von Tom Blomqvist pilotieren.
 
Nicht nur die SUPER GT wird eine neue Erfahrung für Maro Engel. „Ich war noch nie in Japan. Daher bin ich auf das Rennen gespannt und natürlich auch auf die Reaktion der japanischen Fans auf unseren Mercedes-AMG DTM“, sagt er. Der DTM-Rückkehrer, der in dieser Saison seinen ersten Sieg feierte, fährt in seinem aktuellen Mercedes-AMG C 63 DTM SILBERPFEIL Energy die Demonstrationsrunden in Motegi.

Mittwoch, 18. Oktober 2017

DTM: Robert Wickens wechselt in die IndyCar Serie

  • Robert Wickens verlässt die DTM und gibt 2018 sein Debüt in der IndyCar Serie
  • Das Saisonfinale 2017 in Hockenheim war Roberts letztes DTM-Rennen
  • Robert startet im nächsten Jahr für Schmidt Peterson Motorsports in der IndyCar Serie
  • Robert Wickens: „Das waren sechs fantastische Jahre in meinem Leben. Es war mir eine Ehre, die Marke zu vertreten.“
  • Ulrich Fritz: „Rob war in den letzten sechs Jahren eine wichtige Säule in unserem Team, hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert und zu einer festen Größe in der DTM entwickelt.“
Robert Wickens verlässt die DTM in Richtung IndyCar Serie
Foto: Jens Hawrda
Abschied zum Saisonabschluss: Robert Wickens absolvierte am vergangenen Sonntag beim Saisonfinale in Hockenheim sein letztes DTM-Rennen. In der kommenden Saison wechselt der Kanadier in die IndyCar Serie, in der er mit Schmidt Peterson Motorsports sein Renndebüt geben wird.
 
Robert: „Das waren wahrscheinlich die besten sechs Jahre meines Lebens“
 
Robert ging von 2012 bis 2017 sechs Jahre lang für Mercedes-AMG Motorsport in der DTM an den Start. „Das waren sechs fantastische Jahre in meinem Leben“, sagte Robert. „Bis zu dieser Saison habe ich es nie wirklich in Betracht gezogen, Mercedes oder die DTM zu verlassen.“
 
Aber nachdem Mercedes-AMG Motorsport zum Ende der Saison 2018 seinen Ausstieg aus der DTM bekannt gegeben hat und das Interesse an Robert aus der IndyCar Serie immer größer wurde, kam die Chance für ihn genau zur richtigen Zeit. „Aber zunächst möchte ich mich bei Mercedes für die letzten sechs Jahre bedanken und ihnen viel Glück für die Zukunft wünschen. Das waren wahrscheinlich die besten sechs Jahre meines Lebens.“
 
Robert schloss in seiner Zeit in der DTM viele Freundschaften fürs Leben und war immer stolz, ein Teil des Teams sein zu dürfen. „ Es ging auf und ab, aber ich habe noch nie zuvor so viel Unterstützung von einem Team erhalten. Es war mir eine Ehre, die Marke zu vertreten und vielleicht war es ja auch nicht das letzte Mal.“
 
Für den Moment freut er sich aber auf seine neuen Aufgaben in der IndyCar Serie. „Mich erwartet eine sehr steile Lernkurve und viele Dinge werden komplett neu für mich sein. Ich bin zum Beispiel noch nie in einem Oval gefahren“, verriet Robert. „Außerdem ist es kein Geheimnis, dass ich in den letzten sechs Jahren, in denen ich in der DTM unterwegs war, keine Formel-Rennwagen gefahren bin. Ich muss mich also sehr rasch wieder einleben, aber ich freue mich auf die neue Herausforderung.“
 
Ulrich Fritz: „Ich bin mir sicher, dass er auch dieser Serie seinen Stempel aufdrücken wird“
In 84 DTM-Rennen erzielte Robert für die Marke mit dem Stern 5 Pole Positions, 5 schnellste Runden, 6 Siege, 15 Podestplätze und 429 Punkte. Sein erfolgreichstes Jahr war die Saison 2016, in der er bis zum vorletzten Rennwochenende in Budapest im Titelkampf mitmischte.
 
„Es ist natürlich sehr schade, dass Rob uns verlässt“, sagte Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef Ulrich Fritz. „Mit ihm verlieren wir nicht nur einen großartigen Fahrer, sondern auch einen tollen Menschen. Rob war in den letzten sechs Jahren eine wichtige Säule in unserem Team, hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert und zu einer festen Größe in der DTM entwickelt. Obwohl sein Weggang natürlich traurig für uns ist, freuen wir uns aber auch für ihn. IndyCar wird sicher eine tolle Erfahrung für Rob sein und ich bin mir sicher, dass er auch dieser Serie seinen Stempel aufdrücken wird.“
 
Erste IndyCar-Erfahrungen bei Tests und Trainings
 
Die IndyCar Serie ist für Robert kein komplettes Neuland. Vor dem Beginn der DTM-Saison 2017 durfte er in Sebring im Rennwagen seines Landsmannes James Hinchcliffe zum ersten Mal ein IndyCar testen. Bei den DTM-Testfahrten auf dem Autodromo Vallelunga revanchierte sich Robert danach für die Testgelegenheit und ließ James einige Runden in einem Mercedes-AMG C 63 DTM drehen (Video ansehen: www.youtube.com/watch?v=2p57St6hVpo).
 
Ende Juni sprang Robert zudem kurzfristig für Schmidt Peterson Motorsports ein und ersetzte im Freitagstraining in Road America Einsatzfahrer Mikhail Aleshin, der Schwierigkeiten bei der Einreise hatte. „Das Training selbst hat Spaß gemacht und die Strecke war richtig gut“, verriet Robert damals. „Ich wollte natürlich das ganze Wochenende fahren, aber der Einsatzfahrer löste seine Probleme und war bis Freitagabend an der Strecke. Damit war meine Pflicht erfüllt, aber es war dennoch ein schöner Freitag.“
 
Formel-Rennwagen sind für Robert nichts Neues: Er begann seine Karriere in diversen Formel-Rennserien, wurde sowohl in der Formel 2 als auch der GP3 Serie Gesamtzweiter und gewann 2011 die Formel Renault 3.5 Meisterschaft. Danach absolvierte er mehrere Formel 1-Testfahrten für Lotus Renault GP und Marussia Virgin Racing. Jetzt kehrt Robert zu seinen Formel-Wurzeln zurück: Sein erstes IndyCar-Rennen bestreitet er am 11. März 2018 beim Saisonauftakt der IndyCar Serie in den Straßen von St. Petersburg.
 

Montag, 16. Oktober 2017

Audi-Pilot René Rast schreibt DTM-Geschichte

  • Im ersten DTM-Jahr auf Anhieb DTM-Champion
  • Ungewöhnliche Karriere im Volkswagen-Konzern
  • Audi Sport Team Rosberg gewinnt Team- und Fahrertitel
Foto: Audi-Motorsport
Audi-Pilot René Rast (30) ist DTM-Champion 2017 und hat damit ein Stück Motorsport-Geschichte geschrieben: Der Deutsche sicherte sich den Titel in seiner ersten DTM-Saison – das war zuletzt dem Italiener Nicola Larini vor 24 Jahren gelungen. Am Samstag hatte sich Audi beim DTM-Finale in Hockenheim bereits vorzeitig die Hersteller- und die Teamwertung gesichert.
 
René Rast ist erst der siebte Pilot in der Geschichte der populären Tourenwagen-Rennserie, der den prestigeträchtigen Titel in seiner Rookie-Saison gewonnen hat. Dabei hatte der Mindener vor der Saison 2017 nur drei DTM-Rennen bestritten: Im Juli 2016 sprang er in Zandvoort beim Audi Sport Team Rosberg sprichwörtlich über Nacht für Adrien Tambay ein. Ohne jegliche Vorbereitung hinterließ Rast einen so guten Eindruck, dass er beim 2016er-Finale in Hockenheim Mattias Ekström vertreten durfte. Als Sechster holte Rast in seinem zweiten DTM-Rennen gleich die ersten Punkte und empfahl sich damit für einen Stammplatz in der Audi-DTM-Mannschaft.

Zwölf Monate später schnappte Rast auf der Zielgeraden ausgerechnet Mattias Ekström den DTM-Titel noch weg. Rast gelang es, einen 21-Punkte-Rückstand auf den Schweden mit einem sechsten Platz am Samstag und einem zweiten Platz am Sonntag noch in einen hauchdünnen Drei-Punkte-Vorsprung zu verwandeln.
 
„René ist eine unglaubliche Saison gefahren“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Wir haben ihn ja nicht ohne Grund in unsere DTM-Mannschaft geholt und gute Leistungen von ihm erwartet. Aber dass er in seinem ersten DTM-Jahr gleich um den Titel kämpft – und diesen am Ende auch noch gewinnt –, damit hat wirklich niemand gerechnet. Auch René selbst nicht. Mitentscheidend war seine Grundschnelligkeit. Er war in diesem Jahr der beste Qualifyer. Auch für das Audi Sport Team Rosberg freue ich mich: Die Mannschaft hat lange und hart dafür gearbeitet, endlich einen DTM-Titel zu gewinnen. Nun sind es mit der Fahrer- und der Teamwertung gleich zwei Titel auf einmal geworden.“
 
René Rasts Rookie-Saison 2017 war eindrucksvoll: Schon beim Auftakt in Hockenheim startete er erstmals aus der ersten Reihe. Zwei Wochen später folgte auf dem Lausitzring das erste Podium seiner jungen DTM-Karriere und am dritten Rennwochenende in Budapest der erste Sieg. Damit übernahm Rast auch erstmals die Tabellenführung, die in der Folge mehrmals zwischen dem Deutschen und Mattias Ekström wechselte. In Moskau und auf dem Red Bull Ring in Spielberg gelangen Rast zwei weitere Siege. Dazu kommen drei Pole-Positions und insgesamt vier schnellste Rennrunden.
 
„Mein Ziel war es, bester Rookie zu werden“, sagt René Rast. „Ich wollte lernen, regelmäßig Punkte sammeln, immer gut durchkommen. Wer hätte vor der Saison damit gerechnet, dass ich auf Anhieb um den Titel kämpfen würde? Deshalb konnte ich beim Finale eigentlich nicht mehr verlieren. Ich bin das Wochenende ohne Druck angegangen und nun überglücklich, dass es geklappt hat. Mein Dank gilt Audi, die mir das fantastische Auto und die Chance gegeben haben, mit 30 Jahren noch in die DTM einzusteigen. Dem Team Rosberg, in dem ich mich vom ersten Tag an wohlgefühlt habe. Und auch meinem Teamkollegen Jamie Green. Er ist einer der Schnellsten in der DTM und hatte wieder einmal unheimlich großes Pech.“
 
René Rasts ungewöhnliche Karriere führte ihn innerhalb des Volkswagen-Konzerns vom Polo Cup bis nach Le Mans und nun in die DTM. Gleich dreimal gewann er dabei den Porsche Supercup, der im Rahmen der Formel 1 ausgetragen wird. Seit dem Jahr 2011 ist er im Zeichen der Vier Ringe aktiv. Am Steuer des GT3-Sportwagens Audi R8 LMS gilt er als Maßstab und Garant für Erfolge. Seine Siege bei den 24-Stunden-Rennen in Daytona, Spa und auf dem Nürburgring unterstreichen dies ebenso wie ein Titelgewinn im ADAC GT Masters und nun der DTM-Titel.
 
Geboren wurde René Rast am 26. Oktober 1986 in Minden. Mit seiner Partnerin Diana und seinem kurz vor Weihnachten 2016 geborenen Sohn Liam lebt der Deutsche in Bregenz auf der österreichischen Seite des Bodensees.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Rookie Rast rast zum DTM-Titel

  • Platz zwei reicht Rast zum größten Erfolg seiner Karriere
  • Vorjahresmeister Wittmann siegt im letzten Rennen 2017
  • 152.000 Zuschauer besuchen Finale in Hockenheim
Rookie Renè Rast holt den Titel
Foto: dtm.com
Ein Rookie rockt die DTM und holt den Titel: René Rast ist der Mann der Stunde und neuer DTM-Champion. Der Audi-Pilot fuhr beim DTM-Saisonfinale auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg als Zweiter über die Ziellinie und sicherte sich in seiner ersten vollen Saison in der DTM auf Anhieb den 15 Kilogramm schweren Meisterpokal. Bis zur letzten Runde wusste der 30-Jährige nicht, ob er es geschafft hatte – erst in der Auslaufrunde kam der erlösende Funkspruch von Teamchef Arno Zensen, der ihn über den seinen Erfolg informierte. Danach ließ Rast seinen Gefühlen freien Lauf und streckte seine geballten Fäuste immer wieder vor Freude in die Luft. „Ich kann das noch gar nicht in Worte fassen“, sagte Rast im Ziel. „Das ist alles noch so weit weg. Ein unglaublich emotionaler Moment und der beste Tag in meinem Leben.“ Mit einem Sieg beendete der enttrohnte Champion Marco Wittmann die DTM-Saison. Der BMW-Pilot sicherte bei Finale seinen ersten Saisonsieg, den neunten seiner DTM-Karriere. „Jeder Fahrer wünscht sich einen Sieg für das letzte Rennen“, sagte der Fürther. Das Podium komplettierte als Dritter Mike Rockenfeller, der ebenfalls noch rechnerische Titelchancen hatte. Gary Paffett im Mercedes-AMG C 63 DTM belegte Rang vier.

Der Weg zum Titel war für Rast steinig und schwer: Er verpatzte den Start, verlor in der ersten Runde drei Positionen und fiel auf Platz fünf zurück. Das erste Mal Champions-Luft schnuppern durfte Rast dann in Runde fünf, als er Robert Wickens für Platz fünf überholte. Seine direkten Konkurrenten im Titelkampf, Mattias Ekström und Jamie Green, lagen zu dem Zeitpunkt außerhalb der Punkteränge. Beide waren aufgrund von Strafen aus dem Samstagrennen mit einem Nachteil ins Finale gegangen: Green war um zehn, Ekström um fünf Starplätze zurückversetzt worden. Zwar konnten sich Green und Ekström bis zum Rennende auf die Positionen fünf und acht vorarbeiten, um Rast den Titel streitig zu machen reichte das aber nicht. Auch Mike Rockenfeller tat alles um im Titelrennen zu bleiben, aber der 33-Jährige hätte siegen müssen. Mit den 18 Punkten für Platz zwei summierte sich das Konto von Rast auf 179 Punkte. Dahinter folgen Ekström (176 Punkte), Green (173 Punkte) und Rockenfeller (167 Punkte).


DTM-Finale ein Fest für die Fans

Der Auftritt der SUPER GT-Fahrzeuge aus Japan, die gemeinsam mit den DTM-Boliden von Audi, BMW und Mercedes-AMG am Samstag und am Sonntag Demonstrationsrunden fuhren, hinterließ einen bleibenden Eindruck von der Zukunft. Der Lexus LC500 und der Nissan Nismo GT-R boten den Fans am Hockenheimring zusammen DTM-Rennfahrzeugen spektakuläre Bilder und einen tollen Sound. „Damit haben wir die Kooperation erlebbar gemacht. Es sind faszinierende Rennwagen. Der Sound der Vierzylinder-Motoren ist klasse. Ich war anfangs skeptisch, aber jetzt wissen wir: Die DTM-Autos der Zukunft werden einen tollen Racing-Sound haben“, sagte Gerhard Berger.

Nicht nur aus sportlicher Sicht bot das DTM-Finale alles, was das Herz der Motorsportfans höherschlagen lässt. Ein Höhepunkt war auch das Konzert der Fantastischen Vier am Samstagabend, die mit ihren Hits aus mehr als 25 Jahren Band-Geschichte die DTM-Fans begeisterten. Daneben besuchten zahlreiche Stars und Sternchen das Rennwochenende in Hockenheim, darunter Sebastian Vettel (vierfacher Formel-1-Weltmeister), Moritz Bleibtreu (Schauspieler), Lena Gercke (Model und Moderatorin), Fabian Hambüchen (Weltmeister und Olympiasieger im Kunstturnen), JP Kraemer (Moderator und Produzent), Franziska Knuppe (Model), Oliver Pocher (Comedian) und Alex Zanardi (Rennfahrer und mehrfacher Weltmeister und Paralympics-Sieger im Handbike).

Samstag, 14. Oktober 2017

Green siegt am Samstag – Titelentscheidung im letzten Rennen

  • Audi-Piloten machen Fahrertitel am Sonntag unter sich aus
  • Parforce-Ritt von Rockenfeller endet auf Platz zwei
  • Nervensache: Tabellenführer Ekström ohne Punkte
Endlich der verdiente Sieg für Jamie Green
Foto: dtm.com
Strahlender Sonnenschein, volle Tribünen, packende Zweikämpfe und glückliche Sieger: Das DTM-Rennen am Samstag auf dem Hockenheimring war Rennsport pur. Jubeln durfte nach 36 Runden Audi-Pilot Jamie Green, der damit zum dritten Mal in dieser Saison ganz oben auf dem Siegerehrungspodest stand. Hinter ihm überquerte sein Markenkollege Mike Rockenfeller als Zweiter die Ziellinie und machte den Doppelerfolg für Audi perfekt. Platz drei ging an BMW-Pilot Timo Glock, der von der Pole-Position ins Rennen gestartet war.

„Ich bin wirklich glücklich, das Rennen gewonnen zu haben“, sagte Green, der das Rennen von Platz zwei aufgenommen hatte. „Vor allem der Zweikampf mit Timo hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das war gutes Racing und immer fair.“ Polesitter Glock, der sich nach wenigen Runden zunächst Green, in der letzten Runde dann Rockenfeller geschlagen geben musste, war am Ende mit Platz drei dennoch zufrieden. „Wir wussten, dass Audi über die Distanz sehr stark sein würde“, so Glock. „Ich habe mich dann darauf konzentriert, nach der Pole-Position einen guten Start hinzulegen und mich etwas abzusetzen. Als Jamie dann aufkam konnte ich nicht gegenhalten.“ Rockenfeller profitierte von einem späten Boxenstopp in Runde 23. Nach seinem Stopp überholte Rockenfeller einen Konkurrenten nach dem anderen und arbeitete sich bis auf Platz drei vor. In der letzten Rennrunde kassierte ‚Rocky’ dann auch noch Glock und kam auf Platz zwei ins Ziel. „Das war ein Rennen, das mir sehr viel Spaß gemacht hat. Ich habe mich von Platz sieben aus nach vorne gekämpft und habe die Positionen auf der Strecke gutgemacht. Mit den frischen Reifen war es kein Problem“, so der DTM-Champion von 2013.

Maxime Martin, aus der ersten Reihe von Platz zwei gestartet, verpasste als Vierter das Podium. Fünfter wurde Mercedes-AMG-Pilot Edoardo Mortara vor Titelaspirant René Rast. Die Punkteränge komplettierten Robert Wickens, Lucas Auer, Gary Paffett und Bruno Spengler.

Eins steht vor dem 18. und letzten Saisonrennen am Sonntag bereits fest: Der DTM-Champion 2017 fährt einen Audi RS 5 DTM. Als Elfter des heutigen Rennens blieb Mattias Ekström ohne Punkte, und sein Vorsprung auf die Verfolger schrumpfte von 21 auf neun Punkte.

Mit Ekström (172 Punkte), Green (163), Rast (159) und Rockenfeller (152) haben nur noch vier Audi-Piloten Chancen auf den begehrten Titel DTM-Champion. Ekström und Green starten allerdings mit Handicaps in das Finale: Nach seiner dritten Verwarnung wird Ekström in der Startaufstellung um fünf Plätze zurückversetzt, während Green bereits die fünfte Verwarnung erhielt und deswegen um zehn Plätze nach hinten versetzt wird.

Entscheidungen fielen bereits in der Hersteller- und Teamwertung: Der Vorsprung von Audi beträgt vor dem letzten Saisonrennen beinahe 200 Punkte. Die Ingolstädter können von Mercedes-AMG und BMW nicht mehr eingeholt werden. In der Teamwertung liegt das Audi Sport Team Rosberg mit Jamie Green und René Rast uneinholbar in Führung.

Dienstag, 10. Oktober 2017

DTM-Finale: Audi mit Vorsprung in Hockenheim

  • Audi vor letzten beiden Rennen Spitzenreiter aller drei Meisterschaften
  • Deutlicher Vorsprung in Hersteller- und Teamwertung
  • Vier Audi-Piloten führen Fahrerwertung an
 
Als Spitzenreiter in Fahrer-, Team- und Hersteller- Wertung geht Audi am Wochenende in die letzten beiden Rennen der DTM-Saison 2017 auf dem Hockenheimring. Entsprechend hoch sind die Erwartungen für Samstag, 14. Oktober, und Sonntag, 15. Oktober. Insgesamt sechs Fahrer können sich am Wochenende noch Hoffnungen auf den Titel machen.
Foto: Audi-Motorsport
An der Spitze der besonders prestigeträchtigen Fahrerwertung liegen vor den letzten beiden Läufen gleich vier Audi-Piloten: Mattias Ekström (172 Punkte), René Rast (151), Jamie Green (137) und Mike Rockenfeller (134). Audi den Fahrertitel streitig machen können Marco Wittmann (BMW/134) und Lucas Auer (Mercedes-Benz/131).
 
„Unser Auto ist in dieser Saison sehr stark. Wir gehen mit einem Vorsprung in allen drei Meisterschaften in das Finale“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Natürlich wollen wir uns die Pokale auf der Zielgeraden nicht nehmen lassen. Gleichzeitig ist uns klar, dass nichts entschieden und in der DTM immer alles möglich ist – vor allem in dieser Saison. Auch deshalb dürfen sich die Fans auf ein tolles Finalwochenende freuen. Hockenheim ist eine Strecke, die für viel Action steht. Überholen ist möglich und der Kurs anspruchsvoll für Bremsen und Reifen. Ich rechne mit einem engen, ausgeglichenen Feld.“
 
Mit den besten Chancen geht Mattias Ekström vom Audi Sport Team Abt Sportsline als Gesamtführender in das Finale. Der 39 Jahre alte Schwede kann sich als einziger Fahrer den Titel bereits am Samstag sichern – auf den Tag genau zehn Jahre nach seinem zweiten Titelgewinn in der DTM. Dazu müsste er seinen Vorsprung von 21 auf mindestens 29 Punkte ausbauen.
 
Nach Klaus Ludwig und Bernd Schneider kann Ekström der dritte Pilot der DTM-Geschichte werden, der sich den Titel mehr als zweimal sichert. „Natürlich habe ich einen Vorsprung“, sagt der DTM-Champion von 2004 und 2007. „Aber entschieden ist bei Weitem noch nichts. Ich muss ein gutes Rennen fahren und gehe das Finale genauso an wie jedes andere Wochenende. Es gibt schließlich noch 56 Punkte zu holen.“
 
Ekström am dichtesten auf den Fersen ist René Rast, der in seiner ersten DTM-Saison den Titel gewinnen kann – das gelang zuletzt Nicola Larini vor 24 Jahren. „Ich kann nur gewinnen und eigentlich nicht mehr verlieren, daher mache ich mir selbst keinen Druck“, sagt der Pilot des Audi Sport Team Rosberg. „Wer hätte vor der Saison damit gerechnet, dass ich beim Finale noch um den Titel kämpfe? Die Chance ist noch da. Ein perfektes Wochenende mit zwei Pole-Positions und zwei Siegen würde schon fast reichen …“
 
René Rasts Teamkollege Jamie Green hat nach seinem Pech von Spielberg 35 Punkte Rückstand auf Ekström und deshalb ebenfalls nichts zu verlieren: „Ich werde so schnell fahren, wie es geht, bis ich am Sonntag die Zielflagge sehe“, lautet die Devise des Briten. Der Tabellenvierte Mike Rockenfeller vom Audi Sport Team Phoenix macht sich mit 38 Punkten Rückstand dagegen selbst kaum noch Hoffnungen auf seinen zweiten DTM-Titel. „Für mich wäre es toll, noch in die Top Drei der Meisterschaft zu fahren“, sagt der DTM-Champion von 2013. „Das wird schwer genug. Ich freue mich auf das Finale und bin gespannt auf ein tolles Abschlusswochenende.“